Ein einsamer Mensch, der die Heimat findet, die er nie hatte. Ein Korridor, der diejenigen perspektivisch korrekt verkleinert, die ihn betreten. Ein Haus, das kein Inneres hat. Ein kleines Auto, das dafür ein sehr großes Inneres hat. Ein Labyrinth von Katakomben, das von seltsamen Schattenwesen bewohnt wird, die von einer unsichtbaren Stimme geleitet werden. Ein Traumweltreisender, der Aufgaben zu bewältigen hat, die immer nur neue Aufgaben hervorbringen. Ein Gefängnis, das nur durch die Illusion des freien Willens gefangen hält. Ein Junge, der an Wunder glaubt, furchtbar enttäuscht wird und schließlich doch noch ein sehr persönliches Wunder erlebt.
Michael Ende erzählt in "Das Gefängnis der Freiheit" acht Geschichten, in denen er die Leserin und den Leser an wundersame Orte entführt, auf unendliche Reisen mitnimmt oder ihnen zeigt, wie Menschen in sich selbst Wundersames finden können. Mal haben die Geschichten eine offensichtliche Moral, mal sind sie einfach für sich schön, ohne den Lesenden immer ihre Weisheit verkaufen zu wollen.
Manche der Geschichten sind heiter, viele nachdenklich, manche traurig - aber auf eine Weise, die trotzdem lächeln macht. Allesamt sind die Geschichten nicht so absurd wie die in "Der Spiegel im Spiegel".
Drei der Geschichten sind so kurz, dass sie sich für eine halbe Stunde an einem Vorleseabend eignen. Die anderen bilden eine wunderschön Bettlektüre, eine Geschichte pro Abend. Ein wahres Schmuckstück.