Die Vergangenheit im Gehirn ist das Thema von Hans J. Markowitsch: eine ganz kurze Einführung in Das Gedächtnis, seine Entwicklung, Funktionen und Störungen. Der Neuropsychologe an der Universität Bielefeld ist einer der renommiertesten Gedächtnisforscher nicht nur in Deutschland, sondern weltweit und hat zu dem Thema schon zahlreiche Bücher veröffentlicht. Dieses sehr knappe ist auch für eilige Leser empfehlenswert.
Das Gedächtnis als Basis unserer Persönlichkeit ist zentral für ein normales Leben. Und wenn es ausfällt, schon in Teilen, hat dies verheerende Konsequenzen. Markowitsch kennt und beschreibt solche Fälle und deren Ursachen. Er skizziert die evolutionäre und individuelle Entwicklung des Gedächtnisses - genauer: der verschiedenen Arten von Gedächtnis. Denn implizites, semantisches, autobiographisches Gedächtnis sind weitgehend unabhängig voneinander und haben ganz verschiedene Funktionen. Markowitsch beschreibt, was Hirnforscher dazu herausgefunden haben, widmet sich aber auch psychologischen Aspekten, etwa der Gedächtnismessung und Lernforschung, und diskutiert die (sehr begrenzte) Möglichkeit des Gedächtnistrainings.
Zahlreiche Grafiken bereichern die hochinteressanten Ausführungen.