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Das Gastmahl
 
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Das Gastmahl [Broschiert]

Plato
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Broschiert: 127 Seiten
  • Verlag: Reclam Philipp Jun.,Ditzingen, (2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150185270
  • ISBN-13: 978-3150185278
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 9,6 x 0,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 56.857 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Gastmahl 3. Juli 2005
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Etwa 75 Seiten fasst „das Gastmahl" (im Original „Symposium"). Die Reclam-Ausgabe beginnt mit einer informativen Einleitung und lässt das Werk und letztlich Anmerkungen folgen.
In dem Werk wird über das Treffen einer Männergruppe berichtet. Bei dem Treffen wird über den Eros, worunter der Liebesgott aber auch das Liebesverlangen verstanden werden kann, Männerliebe und auch Knabenliebe gesprochen. Das Eingangsproblem ist die Feststellung eines Teilnehmers, dass noch nie ein Dichter ein Loblied auf den „mächtigen und großen Gott" gesungen hat. Platon nimmt dies auf und jeder soll eine Lobrede auf den Eros halten. Diese Reden sind schön zu lesen und geben Einblick in die Gesellschaft des alten Athens.
Ich bin selber kein Philosophiestudent und habe „das Gastmahl" rein aus Interesse zwischendurch gelesen. Gerade dazu ist es auch herrlich geeignet.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Gastmahl von dem hier die Rede ist, hat 416 v. Chr. stattgefunden.
Agathon hat als junger Tragödiendichter gerade einen Preis gewonnen und feiert nun seinen Erfolg mit Freunden, zu denen auch der Philosoph Sokrates zählt.
Eros ist das Thema, worüber man sich den Abend über unterhalten wird.
Dieser Gott ist unter allen Göttern der älteste, erfährt man. Eltern habe er nicht besessen, sondern er existiere seit dem Ende des Chaos und müsse als der Urheber des höchsten Gutes - des Schönen , Wahren und Guten- betrachtet werden, welches für den Liebenden stets im Liebhaber verkörpert sei, weil dieser als dessen Gott das Göttliche ausstrahle.
Alle Gedanken, die die Sprecher in der Folge artikulieren, basieren auf der damals in Griechenland gängigen Knabenliebe, die auch im Umfeld des Philosophen Sokrates eine nicht unwesentliche Rolle spielte.
Dieses Phänomen sollte man allerdings tunlichst nicht mit der heutigen Homosexualität von Dark-Room-Gängern in Verbindung bringen.
Die Homophilie jener Tage hatte einen philosophischen Hintergrund - zumindest im Dunstkreis von Sokrates -. Das wird durch die Reden des Gastmahls verdeutlicht.
Sokrates liebte schöne, feminin anmutende Knaben, weil sie ihn gedanklich beflügelten und ihn gewissermaßen zum Philosophieren anregten . Die Jünglinge liebten ihn, weil er sie philosophisch schulte und ethisch stabilisierte, sie gewissermaßen über sich hinauswachsen ließ. Die Homo-Erotik diente demnach als Vehikel um geistig-seelische Vollkommenheit anzustreben oder vielleicht sogar zu erlangen.

Phaidros , einer der Gäste , reflektiert den guten und den schlechten Eros.
Er stellt fest, dass der Liebende dem Liebhaber gegenüber stets im guten Lichte erscheinen und von diesem niemals bei Schändlichem beobachtet werden möchte. Insofern würde ein besonnener Liebhaber sich positiv auf die charakterliche Entwicklung eines jungen Liebenden auswirken.
Im Übrigen würden die Götter denjenigen am meisten ehren, der aus Liebe für einen anderen bereit sei zu sterben.
Nicht jeder Eros sei schön und würdig gepriesen zu werden, sondern nur der , welcher schön zu lieben reize.
Ein Liebender, der aus Liebe bereit sei dem Geliebten zu dienen und dabei keine Nebenabsichten habe, werde durch Anmut geleitet. Die Sitte gewährt ihm alles ohne Schande zu tun, weil er es einer schönen Sache wegen betreibe.
Bei Bürgerlich-Liebenden, die den Leib mehr als die Seele lieben, schwindet die Liebe, sobald die Blüte des Leibes verschwinde. Anders hingegen sei es , wenn der Liebende in das Wesen, das edel ist, verliebt sei, dann nämlich bleibe die Liebe ein Leben lang.
Sich schnell gewinnen zu lassen hält Phaidros für hässlich. Ein Liebesverhältnis sollte sich demnach in Ruhe entwickeln. Ziel sei stets das harmonische Zusammenklingen, denn dies sei Einigung, die nur dann möglich sei, wenn man nicht mehr entzweit sei. Das bleibt man jedoch, wenn man sich keine Zeit lasse.
Aristophanes berichtet in der Folge vom Mythos der zweigeschlechtlichen Kugelmenschen, die seitens der Götter getrennt worden seien, weil sie in deren Augen in ihrer Ganzheit zu viel Stärke besaßen und ihnen aus diesem Grund gefährlich werden konnten. Deshalb haben die Götter den weiblichen vom männlichen Part getrennt. Seither aber suchten sich die beiden Hälften und sehnten sich unentwegt nach dem Anderen.
Eros veranlasse, dass Ähnliches stets Ähnlichem zustrebe, weil daraus sich immer Schönes entwickele.
Schöne Seelen mieden grundsätzlich harte Wesensheit und fühlten sich nur im zarten Umfeld wohl, wo sie nur so immer wieder von Neuem beflügelt werden können.
Sokrates lässt uns wissen, dass Eros immer die Liebe zum Schönen sei.
Er hat als junger Mann einst von der Seherin Diotima eine teilweise zu den Gastmahl-Reden konträre Sicht der Dinge gelehrt bekommen , die er den Gästen durch seinen Redebeitrag vermittelt.
Nicht der Liebe zum Geliebten wegen sei man bereit zu sterben, sondern vielmehr aus dem Wunsch unsterblich zu sein, aufgrund vermeintlicher Selbstlosigkeit. Der Wunsch nach Unsterblichkeit sei der Motor für alles, sei die Dynamik jeglichen Antriebes und jeglicher Begierde.
Er sei auch der wahre Grund, weshalb Menschen Kinder zeugen, denn die Zeugung sei das Ewige und Unsterbliche.
Wer unsterblichen intellektuellen Ruhm im Auge habe, der strebt nach Sokrates allerdings einen anderen Weg an. Er nämlich gebiert Ideen, die er alsdann dem klugen, liebenden Jüngling, durch dessen Schönheit er inspiriert wird, weitervermittelt und die dieser dann in der Zukunft an Dritte weitergibt.
Wichtig bei allem also ist die Schönheit des Jünglings, die sowohl innerlich als auch äußerlich vorhanden sein muss, damit das Projekt auch funktionieren kann. Ohne Schönheit kein Beflügeltsein des Betrachters!

Bei allem also geht es um die Erkenntnis des Schönen, des ewig eingestaltigen Seins und die Wandelbarkeit des Selbst zum Guten, zur Vollkommenheit hin.

Während des Gastmahls bindet Sokrates zärtlich bunte Bänder ins Haar der ihn liebenden Jünglinge, aber er bleibt bei seinem Tun immer besonnen. Trotz allen Ergriffenseins haftet er nicht am Irdischen, sondern hat stets die Vollkommenheit als Ausdruck alles Schönen, Wahren und Guten im Sinn.

Empfehlenswert.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
##

Das Gastmahl (Symposion) ist eine Art Zusammenkunft, mit dem Ziel, sich einem Thema ausgiebig zu nähern. Rede und Gegenrede dienen der Erhellung und Klarstellung. Plutarch verwendete diese Form, wie auch Petronius im alten Rom, dieser jedoch mit satirischer Nuance. Dieses Gastmahl Platons dient dem Wirken des Eros.

Aus dem Kreise der Männer sind die Reden von Aristophanes, Agathon und Sokrates, letzter nur indirekt, deutlich hervorzuheben. Während Aristophanes die bekannte Geschichte des Urmenschen, genau des Mannweibs, erzählt, der rund und in allem viergliederig war, Zeus verletzte und dieser die Menschen teilte, so dass sie aufrecht gehen mussten. Die Fassung war noch falsch, die Geschlechtsorgane am falschen Platze, so dass ein Aussterben notwendige Folge war. Die zweite Fassung des Menschen sorgte dafür, dass Nähe notwendig zur Erregung und zur Zeugung führte. Dieses Bild ist ein Bild, das die Sehnsucht gebiert, nämlich insofern, dass der Mensch sich immer ein Ganzes sucht und so sein Leben lang sich auf die Suche nach der der zweiten Hälfte begibt. Ist sie nicht mit Sicherheit auffindbar, so wird die Herzens-Entsprechung das Ganze bewirken, der Mensch findet sein Herzens-Du (wunderbarer Begriff aus einer Rezension von Helga König).

Agathon weiß sich dem Eros zu nähern in der Form, dass er das absolut Schöne preist, er dem Eros das Schaffen des dichtereichen Triebs unterstellt, er sagt: "er nimmt von uns, was uns entfremdet, und spendet in Fülle, was uns einander vertraut macht."

Sokrates weiß sich auf Grund der Rede Agathons an Gorgias erinnert, der mal sagte: " eine Rede, die einen Geist überzeugt hat, zwingt den Geist, der überzeugt hat, an die Worte zu glauben und den Taten zuzustimmen." Nur ist Sokrates' Ansinnen nicht Zustimmung, sondern seine Fragetechnik führt zu der Bestimmung des Eros im reinen Sinne. Noch überraschender ist, dass er sich der Überzeugung einer Frau, Diotima, bedient, die ihm lehrte, was Eros ist. Und so beginnt die Überzeugung der indirekten Art, so dass Widerspruch nahezu ausbleibt und Hinführung zu dem einzig wahren, der Urliebe, dem Ur-Eros, die Unterscheidung von Begierde und Liebe, von Schönen, Guten, Liebe, die nicht auf die zweite Hälfte geht, sondern auf das Ganze, auf das Gute, auf den Besitz des Guten, auf den dämonischen Besitz und letztendlich wird Liebe zur "Erzeugung und Hervorbringung im Angesicht des Schönen". Zeugung wird damit Ewiges und Unsterbliches, das Urschöne. Eros, entstanden aus Poros, dem Reichtum an allem, und Penia, der Armut. Und von beidem geerbt ist Eros der ewig Suchende. Ihm ist es beschieden, "ein Gottgeliebter zu werden und der Unsterblichkeit teilhaftig, wenn anders sie sonst einem Menschen zuteil wird."

Ein wunderbare, verständliche Ausführung, angereichert durch mannigfaltige Anmerkungen. Und wenn Sie das Wirken des Eros erleben möchten, dann lesen Sie die wunderbare Liebesgeschichte von Daphnis und Chloe.
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