"Das Gänsespiel" ist ein spannender historischer Roman, der den Lesser nach Kaufbeuren zur Mitte des 16. Jahrhunderts führt. Die junge Anna und ihr kleiner Bruder Thomas werden Zeugen der Ermordung ihrer Eltern. Auch sie sollen ermordet werden, doch bekommen sie von unerwarteter Seite Hilfe: der Zwerg Rubio, ein Gaukler, rettet sie vor dem Tod. Doch er verbirgt Thomas an einem geheimen Ort und will Anna seinen Aufenthaltsort erst verraten, wenn sie, als seine Assistentin, drei Jahre mit ihm durchs Land zieht. Diese Zeit ist fast verstrichen, als Anna und Rubio mit Äffchen und Tanzbär nach Kaufbeuren kommen. Gleichzeitig trifft auch der neue kaiserliche Kommisar von Zech ein, der das von Kaiser Karl V. erlassene Verbot des lutherischen Glauben durchsetzen soll Mit Brutalität und Einschüchterungen will sich Zech die Stadt gefügig machen. Anna und Rubio werden als Gesindel verhaftet. Rubio wird im Fünfknopfturm eingekerkert und Anna muss als Magd in Zechs Haushalt. Dort gerät sie bald in große Gefahr. Auch andere Einwohner der Stadt müssen feststellen, dass mit Zech nicht gut Kirschen essen ist. Und da ist ja auch noch Annas verschollener Bruder.
Franz-Josef Körners Roman ist ein spannendes Buch, das das Leben in einer freien Reichsstadt im Jahr 1548 glaubwürdig schildert. Die Personen, die auftauchen sind gut, wenn auch nicht sehr nuancenreich, beschrieben. Die Handlung zwar nicht gerade sehr reich an Überraschungen, aber im Ganzen ist die Geschicht doch so packend erzählt, dass man begierig weiterliest.
Ein sehr empfehlenswerter historischer Roman, der nicht nur Kaufbeurern gefallen wird. (Für Ortsfremde gibt es im Buch eine Karte der Stadt.)