Pressestimmen
»Den ersten deutschen Krimi holt Drushba Pankow in einer meisterhaften Graphic Novel in die Gegenwart ... (...) Das Nebeneinander von Bildteil und Originaltext ist Konzept der neuen Büchergilden-Reihe, die heutigen Lesern Literaturklassiker nahe bringen will. In diesem Fall höchst gelungen.« --Claudia Gerdes, PAGE, Oktober 2011
»Die Bilder, die sich ihre Anleihen von überall und besonders von Monty Python holen, strotzen vor antinarrativen Elementen wie kulturhistorischen Erläuterungen. Zum Stoff aus dem Barock finden sich Grafiken Faxnummer, Spielzeugpanzer, surreale Collagen, man spielt mit Bildsequenzen ... Die Story vom Juwelier Cardillac, der im Töten pour l’art keine Sünde erkennt, ist ein kriminalliterarischer Stoff. Bei Hoffmann dient er im romantischen Sinn der Diskussion um die Autonomie der Kunst, in der Comic-Verarbeitung wird er von jeder kriminalliterarischen Anmutung befreit und in Kontexte gestellt, die über die Bildwelten aufgerufen werden.« --Thomas Wörtche, DIE ZEIT, 3. November 2011
»Es ist grandios, was da alles drin ist. (…) [Die Illustratoren] verdichten sehr genau diese Erzählung von E.T.A. Hoffmann und sie füllen sie aus, sie erweitern sie auch gleichzeitig. (…) Es ist unheimlich prallvoll und ganz faszinierend anzusehen.« --Pieke Biermann, Deutschlandradio Kultur, 21. September 2011
»Alexandra Kardinar und Volker Schlecht setzen die Geschichte nicht nur in Bilder um, sie schmücken sie auch mit schrägen Kommentaren und historischen Details aus dem Paris zu Zeiten des Sonnenkönigs.« --Katharina Döbler, rbb kulturradio, 7. Oktober 2011
»Witzig, einfallsreich, pointensicher ... (...) Da die Bilder vor Erzählkraft und -lust sprühen und funkeln, hält der Leser, ebenso wie die Scuderi in der Geschichte, ein kleines Juwel in seinen Händen. Ein Eindruck, der sich durch die aufwendige und stimmige Gestaltung des Buchs verstärkt.« --Christian Metz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. November 2011
»Als graphic novel macht das Fräulein von Scuderi richtig Spaß.« --Kolja Mensing, Der Tagesspiegel, 7. Oktober 2011
Kurzbeschreibung
Mit «Das Fräulein von Scuderi» hat der Romantiker E.T.A. Hoffmann 1819/21 die erste Kriminalnovelle geschaffen, den Ur-Krimi der Weltliteratur. Seither unvergessen folgten zahlreiche Buchausgaben, die Novelle wurde mehrfach verfilmt und als Theaterstück und Hörspiel umgesetzt. Nun würdigen Alexandra Kardinar und Volker Schlecht die Erzählung um die mysteriösen Morde im Paris des 17. Jahrhunderts erstmals in einer Graphic Novel. Das 73-jährige Fräulein Scuderi ist Hofdichterin König Ludwigs XIV., als Paris von einer rätselhaften Mordserie an jungen Männern erschüttert wird. Durch Zufall gerät das Fräulein in den Strudel dieser Verbrechen und findet sich bald in der Rolle der Ermittlerin wieder, die nicht mehr weiß, wem sie noch glauben kann. Die Novelle beruht auf historischen Begebenheiten, auf die Hoffmann durch seine Arbeit als Jurist aufmerksam wurde. Gekonnt verbindet er Mord, Grauen und Geheimnisse und verweist gleichzeitig auf die bedeutende Rolle der Kunst in einem absolutistischen Staat, den er fast schon satirisch anprangert. Alexandra Kardinar und Volker Schlecht spielen mit den verschiedenen Stilrichtungen des Comics und kombinieren sie mit der klassischen Buchillustration. Das Ergebnis ist eine dynamische Bildgestaltung, die die Erzählung Hoffmanns in ein ganz neues Licht rückt. Für die Übertragung in eine Graphic Novel haben die beiden Künstler den Originaltext verwendet, und sich, wie Hoffmann, an den geschichtlichen Fakten und Gegebenheiten orientiert. Informationen werden durch die nuancierte Darstellung von Details auch auf einer weiteren Ebene vermittelt, wie etwa bei einer zufällig platzierten Parfümflasche oder einem abgebildeten Chamäleon. Dadurch erhält die Geschichte eine ganz neue Spannweite, die für den Leser durch die ungewöhnliche Umsetzung greifbar wird.