Als ich mir den Roman "Das Fort" gekauft habe, so in Erwartung eine Geschichte zu lesen, in der Soldaten eine haushoch überlegenen Feind bezwingen und als Helden nach Hause zurückkehren.
Doch dem war nicht so. Vielmehr ist es der Feind (die englischen Rotröcke), der sich als unterlegen erweist und einem überlegenen Gegner (den amerikanischen Freiheitstruppen) standhalten kann.
Für mich war dies eine Überraschung, da ich bisher so sehr daran gewöhnt war, in Cornwalls Roman gewinnen immer die "Guten", schlicht ausgedrückt.
Doch das ist es, was "Das Fort" von anderen Romanen Cornwalls abhebt, eben dass er über eine der schmachvollsten Niederlagen des amerikanischen Unabhängigkeitskampfes schreibt. Der Roman ist spannend, sehr realistisch gehalten und sehr gut recherchiert. Cornwall beschreibt sehr eindringlich die Probleme und Mißstände innerhalb der amerikanischen Truppen und führt immer wieder vor Augen, warum die Rotröcke als professionelle Soldaten einer Übermacht standhalten konnten. Seine Version der Geschehnisse und Gründe für die Niederlage sind sehr nachvollziehbar und durchaus denkbar. Ob es so geschah, dass kann heute niemand mehr sagen...
Meiner Meinung nach ist "Das Fort" ein typischer Cornwall: Teuflisch spannend, lehrreich, interessant und sehr gut geschrieben. Die zusätzlichen Materialíen, wie das historische Nachwort und ein Kommentar Cornwalls, tun ihr übriges , um den Roman auch nachher sehr interessant zu halten.
Fazit: Für Cornwallfans, nicht zu verachten, am besten: Sofort lesen!!!
Cornwall soll mehr über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg schreiben.