Glaubens- und Leidensgeschichte einer gottesfürchtigen Harzer Familie im Dreißigjährigen Krieg, anrührend, zu Herzen gehend, bisweilen aber doch etwas naiv und einseitig. Die Figuren haben kaum differenzierte Charaktere, werden zum Teil übertrieben verklärt. Das Weltbild der Autorin ist weitgehend schwarz-weiß / gut-böse. Für überzeugte gläubige Christen eine Ermutigung und Stärkung ihres Glaubens; für andere Leser eine eher schlichte Handlung in schlichter Darstellung. Angenehm zu lesen, mit gelegentlichen Anleihen aus der etwas barocken deutschen Sprache früherer Jahrhunderte ("Gevatter", ...).
Besonders enttäuscht bin ich allerdings davon, dass der Francke Verlag das Original - von der Widmung über die Einleitung und verschiedene interessante Illustrationen bis hin zu den letzten Seiten - um wesentliche Teile gekürzt hat. Käthe Papke wendet sich in diesen Teilen unter anderem unmittelbar an den Leser, erläutert ihre Beweggründe für das Verfassen des Buches und schließt mit persönlichen Bezügen zu den Orten der Handlung, was dem Buch eine ganz besondere Note verleiht und am Ende noch ein wenig Gänsehaut zu erzeugen vermag. Diese Stellen und viele andere Passagen zwischendurch (vor allem solche mit christlichen Inhalten) fehlen jedoch in der Francke-Ausgabe völlig und nehmen ihr dadurch viel von der im Original enthaltenen Atmosphäre einer gewissen Authentizität. Mir gefällt deshalb die im Christlichen Verlagshaus GmbH Stuttgart erschienene Ausgabe (aus der Auflage von 1965) wesentlich besser. Die hier rezensierte Fassung aus dem Francke-Verlag ist allerdings in zeitgemäßeres Deutsch übertragen worden und in geläufigem Schriftbild (Großdruck) besser lesbar als die Fraktur-Schrift des Originals.