Spannende Unterhaltung bietet dieser historische Roman, der die Abenteuer der Kammerzofe von Kaiserin Beatrix schildert. Wider Willen muss sich Rotrud von Saulheim auf die Suche nach einem gefährlichen Mörder begeben und als Bogenschütze im Krieg gegen die aufständischen Lombarden mitkämpfen. Dabei wird alles so genau und nachvollziehbar beschrieben, dass man sich in die Protagonistin gut hineinversetzen kann und mit ihr mitfiebert. Bis zum Schluss wird der Leser durch unerwartete Wendungen in Atem gehalten.
An vielen Details merkt man, dass die Autorin, die Geschichte studiert hat, historisch gründlich recherchiert hat. So ist zum Beispiel die Erstürmung der Stadt Crema sehr kenntnisreich beschrieben ebenso wie die Verkleidung Rotruds, die sich als Mann ausgeben muss, um dem Mörder auf die Spur zu kommen. Da wird kein notwendiges Detail ausgelassen, auch nicht die Bruche, der mittelalterliche Vorläufer der Unterhose, in die Rotrud schlüpfen muss, um die Verwandlung in einen Mann perfekt zu machen. Dabei beherrscht die Autorin die Kunst, alles anschaulich zu beschreiben, ohne jedoch den Leser mit endlosen, oftmals überflüssigen Beschreibungen zu langweilen. Im Nachwort gibt die Autorin ihre Quellen an und erläutert ausführlich, welche Personen historisch verbürgt sind und welche nicht.
Besonders hervorzuheben ist auch der Humor, der ja leider gerade in historischen Romanen viel zu selten anzutreffen ist (warum eigentlich?). Vor allem die Szenen mit der Glockenmarie und die amüsanten Verwicklungen im Ehestreit zwischen Rotrud und Trushard haben mich zum Lachen gebracht. Insgesamt betrachtet ein gelungener Mix aus spannendem Krimi, kenntnisreich geschriebenem historischem Roman und einer zum Teil sehr witzigen Liebesgeschichte.