Lala lebt in einer äußerst zerrütteten Familie. Ihre Mutter ist bereits auf dem Sprung sie zu verlassen, ihr Vater, ein oberflächlicher Schrifsteller verfällt zunehmend der Isolation und ihr Bruder Pep vertickt Drogen und frönt auch anderen diversen Lastern. Einziger Lichtblick ist für sie die Guayi, die Haushälterin - sie wird für Lala zum Zentrum all ihrer Vorstellungen und Begierden, was zwischen den beiden bald zu einigen kleinen sexuellen Abenteuern führt. Schließlich entscheidet sich Lala mit ihr wegzulaufen und glaubt dazu auch über Leichen gehen zu müssen...
Die ganze Geschichte wird (mal mehr, mal weniger konsequent) aus der Sicht von Lalas schwarzem Hund Seraphim geschildert, der sie ständig und die ganze Zeit über begleitet.
Zusammengehalten wird die Story nicht unbedingt von viel Humor - dafür viel von Sex, Drugs und Slums und dem Hauch, der südamerikanische Ltiteratur immer zu einem ganz fernen, hellen, aber auch schmutzig dumpfen Erlebnis macht.
Das Zentrum des Romans ist ganz klar die Person der Guayi: manchmal scheint sie mächtiger als alle anderen, verfüherisch und autonom, dann zeigt sie wieder ihre schwache, träumerische, gutgläubige Seite.
Streckenweise, zumindest am Ende, fühlt man sich in einen Roman oder eine Geschichte von Roberto Bloano (
2666 ;
Telefongespräche: Erzählungen) versetzt; den ganze Roman begleitet eine feine und doch ein wenig schnell temporierte Sachlichkeit, die ähnlich wie bei Bolano versucht einen großen, geheimnisvollen Klang zu entwickeln, was aber auf 160 Seiten nicht so ganz gelingt, wie auf 1000.
Einige Stellen, wie etwa die, wo Lala in einem Gefängnishof steht und alles drum herum und in ihr zueinander geführt wird und einen eigenen Kosmos bildet, sind große Glanzleistungen der Erzählkunst, die das Geschehen ganz nah an uns herantragen. Doch leider gibt es davon in diesem Buch ein bisschen wenig.