Nur ihrem Großvater zuliebe willigt die junge Araminta Winthrop in die Heirat mit Judd Hobart ein. Ihr Herz schlägt für den verwegenen Desperado Rigo de Castillo, dessen wildes, ungebändigtes Wesen eine unwiderstehliche Anziehung auf sie ausübt. Und Rigo kommt die Zuneigung der bezaubernden jungen Frau gerade recht, kann er doch auf diesem Weg Rache an seinem Todfeind Judd nehmen. Aber die Liebe geht ihren eigenen, verschlungenen Weg ....
Wer schon einmal ein Buch von Rebecca Brandewyne gelesen hat, weiß in etwa, was ihn erwartet. Die Autorin schreibt bereits seit Anfang de 80iger Jahre Liebesromane und das merkt man ihren Büchern auch an.
Die Geschichte selbst ist durchaus spannend und mitreissend und wie immer hat die Autorin großen Wert auf die geschichtlichen Details gelegt - in diesem Fall der Konflikt zwischen Texas und Mexico. Es kommen viele historische Begebenheiten zum Tragen und nachdem der Krieg zwischen Mexico und Texas nicht wirklich oft der Schauplatz eines Romance ist, war das Buch und die Storyline durchaus spannend in Szene gesetzt.
Leider kränkelt das Buch doch sehr stark was die Charakterentwicklung selbst angeht. Die Haupt,- und Nebendarsteller sind fürchterlich stereotyp ausgearbeitet. Die Heldin ist natürlich wunderschön und hat ein edles Herz welches unter dem wogenden Dekoltee schlägt. Sie verfügt natürlich auch über ein helles Köpfchen und möchte am liebsten unabhängig als Journalistin leben und arbeiten. Trotz dieser wohltuend emanzipierten Grundhaltung verfällt Aramintha jedoch stets wieder in das Weibchenschema welches ich so sehr hasse. Kaum taucht der Held - Rigo - am Horizont auf, rutscht besagter Verstand ins stets feuchte Höschen und Aramintha kann kaum einen klaren Gedanken fassen.
Auch Rigo ist entsetzlich klassisch angelegt: Groß, muskelbepackt mit schwarzem Haar und schwarzen Augen ist er der vermeintliche Bösewicht der sich jedoch - wie sollte es auch anders sein - als edler Ritter entpuppt. Er kann alles, er weiß alles, hat Geld Macht Einfluß und an jedem Finger mindestens 10 Geliebte. Wahhh solche Klischees rufen heute nur noch Brechreiz bei mir hervor....
Der Schreibstil selbst ist... nunja.. gewöhnungsbedürftig. Rebecca Brandewyne hat einen fatalen Hang zu ausschweifendem blumigen Geschwafel. Manchmal schafft sie es, diese Tendenzen zu unterdrücken und dann kommen Bücher hervor, die einen wirklich packen und mitreissen. Im Fall von "Desperado der Liebe" ist ihr das eher nicht geglückt und diese meterdicken Übertreibungen und ständigen Ausschweifungen wirken auf Dauer doch sehr angstengend.
Das Buch ist heute (2011) einfach nicht mehr zeitgemäß und ich würde den Roman nur echten Brandewyne-Fans ans Herz legen.