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Produktinformation
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Erwin Charfaff wurde 1905 Czernowitz, einer Provinzstadt der österreichischen Monarchie geboren. Der Sohn einer jüdischen Bankiersfamilie studierte zwischen 1923 und 1928 in Wien Chemie und Literaturwissenschaft. Dort starb sein Vater, seine Mutter wurde in ein Konzentrationslager verschleppt. Ab 1934 war Chargaff in New York an der Columbia University tätig. Im Jahr 1945 entdeckte er die Basenkomplementarität bei der DNA.
In den Auszügen, die Chargaff vorträgt wird unablässig deutlich, wie sehr er den stetig anwachsenden Verlust von Menschlichkeit in den Naturwissenschaften beklagt. "Genetische Bastelsucht", die Dominanz von technischer Machbarkeit und die "Jagd nach Macht" führen ihn zu folgendem Schluss: Unsere Art von Wissenschaft ist eine Krankheit des westlichen Geistes.
Erwin Chargaff zuzuhören, wie er als 96-Jähriger seine eigenen Gedanken vorträgt - im Hintergrund die Straßengeräusche seiner New Yorker Wohnung - schenkt ein Gefühl von Zuversicht. Seine Sprache mit den wunderschönen, heute schon etwas antiquierten Wörtern macht diese Autobiographie zu einem kleinen Juwel. Autorenlesung mit Musik von Johann Sebastian Bach, Spieldauer: ca. 88 Minuten, 1 CD. Mit Booklet.
-- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Als einer der wesentlichsten Sätze bleibt hängen: " Zwei verhängnisvolle wissenschaftliche Entdeckungen haben mein Leben gekennzeichnet: erstens die Spaltung des Atoms, zweitens die Aufklärung der Chemie der Vererbung. In beiden Fällen ging es um Misshandlung des Kerns: des Atomkerns, des Zellkerns. In beiden Fällen habe ich das Gefühl, dass die Wissenschaft eine Grenze überschritten hat, die sie hätte scheuen sollen."
Immer wieder kommt der spöttische, bittere und polemische Stil, seines Lehrers und Freundes Karl Kraus durch. Ein technologiekritisches Buch das trotz seines Alters noch immer Gegenwartsbezug hat und durchaus lesenswert ist.
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