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Das Feuer
 
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Das Feuer [Gebundene Ausgabe]

Henri Barbusse , L. von Meyenburg
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 408 Seiten
  • Verlag: Verlag Max Rascher Zürich (1955)
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0000BG3QQ
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.222.344 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Henri Barbusse
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Henri Barbusse erzählt die Geschichte jener Gruppe von Kameraden, in der er selbst als einfacher Soldat den Ersten Weltkrieg durchlebt hat. Das Leben im Labyrinth der Schützengräben, endloses Ausharren in Hitze, Schlamm, Kälte, das kleine Glück im Ruhequartier, gefolgt von den todbringenden Sturmangriffen im feindlichen Sperrfeuer: Die Wirklichkeit des Krieges ist Thema und Handlung. Henri Barbusse fragt nach dem Sinn des Krieges und findet in eindrücklichen, oft visionär gestalteten Szenen erste Anzeichen eines Umdenkens, die Vorzeichen eines dauerhafteren Friedens werden könnten.
Bereits Ende 1915 erschienen, zählt "Le Feu" zu den frühesten und einflußreichsten Büchern über den Ersten Weltkrieg. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Über den Autor

Henri Barbusse, geboren 1873 in Asnière/Frankreich; verkehrt um die Jahrhundertwende in den Pariser Literatenzirkeln um Proust, Mallarmée, Valéry. 1914, mit 41 Jahren, meldet er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Die Erfahrungen, die er bereits im ersten Kriegsjahr machen muss, lassen ihn zum überzeugten Pazifisten werden. „Das Feuer“, die literarische Verarbeitung seines Kriegstagebuches, wird 1916 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet und in über fünfzig Sprachen übersetzt. 1923 tritt er in die Kommunistische Partei ein. Barbusse schreibt Romane und politische Repotrtagen. Während seiner Teilnehme am 7. Weltkongress der III. Internationalen in Moskau, 1935, stirbt er. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
echt 29. Februar 2008
Format:Taschenbuch
Frühstes veröffentlichtes Selbstzeugnis/Tagebuch eines französischen Soldaten im 1. Weltkrieg. Erschienen 1916, ausgezeichnet mit dem Prix Goncourt und in 60 Sprachen übersetzt.

Barbusse schildert den Alltag seiner Korporalschaft im und hinter den Schützengräben. Er hatte sich freiwillig gemeldet, wandelte sich aber innerhalb "nur" eines Jahres an der Front zum absoluten Kriegsgegner.
Barbusses Leistung besteht vor allem darin, mit dem Image des heroischen Soldatendaseins, welches die damalige öffentliche Meinung romantisch verklärte und die Propaganda gezielt zur Manipuliation einsetzte, aufzuräumen. Dabei setzt er nicht auf emotionales Pathos, sondern schlicht und einfach auf die Wahrheit. Trotz des eigenen Erlebens und der zeitlichen Nähe der geschilderten Ereignisse, trotz subjektiver Erzählperspektive, tritt Barbusse hier als Beobachter mit einer gewissen intellektuellen Distanz auf, er dokumentiert, erzählt, aber nicht sein individuelles Schicksal, sondern darüber, was es bedeutet, Soldat, auf nicht mehr als "menschliches Material" reduziert zu sein. Die Beschreibungen sind naturalistisch, erdig, flankiert durch Dialoge in der groben Umgangssprache, welche in den Schützengräben herrschte.

3/4 des Romans kommt Barbusse mit erstaunlich wenig Gewalt aus (realistische Kriegsfilme haben das innere Auge offenbar schon übersättigt), oder besser: weit weniger als erwartet, und trotzdem geht es genau um das: die Sinnlosigkeit und Brutalität des Krieges. Wie nicht nur die Schlachten, sondern Hunger, Kälte, Dreck, Läuse, Erschöpfung, Tristesse, Regen, Wassermassen in den Schützengräben, Isolation, Ängste, usw. die Soldaten nicht in die Hallen des ewigen Ruhmes erheben, sondern erniedrigen und reduzieren.

Im 20. Kapitel (im letzten Viertel) folgt dann die ausführliche Schilderung einer Angriffsschlacht, darauf die Morgendämmerung auf dem Schlachtfeld (die mich am meisten aufgewühlt und berührt hat) und schließlich das Erwachen der Soldaten. Diesen letzten Dialogen haftet etwas an von sozialistischem Manifest, aber ganz ursprünglich und authentisch.

Was bleibt, ist nicht so sehr ein Schaudern und Ekel angesichts einzelner Toter, schwerster Verwundungen etc., sondern ein Gesamteindruck existenzieller Desillusion und der unfassbaren Dimensionen dieses Krieges: in Bezug auf Opfer, Kriegsmaterial, Zerstörung von Menschen und Erde, versinnbildlicht im Niemandsland nach der Schlacht.

Ich wundere mich, dass Barbusse in der Anti-Kriegsliteratur keinen prominenteren Platz einnimmt, schließlich war er einer der ersten, der so kompromisslos gängige Auffassungen demontierte. Ich dachte einfach: "Eines dieser Bücher muss man mal gelesen haben", und Barbusse habe ich bei der Recherche am glaubhaftesten gefunden.
"Die anderen" werde ich nun vielleicht auch lesen:
Remarque (Im Westen nichts Neues) ist deutlich später erschienen, wahrscheinlich auch literarischer (und damit publikumstauglicher?).
A. Zweig (Erziehung vor Verdun) ist noch später geschrieben und viel stärker psychologisierend.
Jünger (In Stahlgewittern) mit innerem Widerstreben, da von einem (damals noch) Unbelehrbaren verfasst, aber deswegen wohl umso wichtiger, um die Motivation der Freiwilligen nachvollziehen zu können
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lille
Format:Taschenbuch
Das Thema dieses Buches - der erste Weltkrieg - bereitet den Leser ein wenig auf die Wucht vor, die ihn bei der Lektüre trifft. Aber nur ein wenig. Sehr eindringlich und präzise schildert Barbusse das elende Leben der einfachen Soldaten in den Schützengräben. Er beschreibt die mühevolle Schanzarbeit, die stundenlangen Märsche in der Dunkelheit, die Gefahr des Verirrens im wirren System der Gräben ' die feindlichen Linien wechseln manchmal innerhalb eines Grabens - das Ausheben eines neuen Grabens unter feindlichem Beschuss, den Wahnsinn des Sturmangriffs, die bedrückende Qual des Wartens, die Kälte, den Regen, den Hunger und die unwirtlichen Quartiere, in denen die Soldaten sich ausruhen sollen.

Er beschreibt die Verzweiflung von Volpatte, der nach zwei Monaten Lazarette an die Front zurückkehrt und nicht über die große Zahl an Drückebergern hinwegkommt, denen er in der Etappe begegnet ist. Während sich die einen erfolgreich drücken, sterben die anderen Tag für Tag. Werden von Granaten, Schrappnelen und Sperrfeuer zerfetzt, von getroffenen Unterständen erschlagen oder ertrinken im zähen Schlamm, der vom ewigen Regen aufgeweichten Felder. Gegen Ende des Romans tappen Soldaten ohne Schuhe und Hosen über eine neblige Ebene ' von ihren Kameraden gerade noch vor dem Versinken im Schlamm gerettet, der ihnen die Sachen vom Leib riss.

Er beschreibt das Aufeinandertreffen von Frontsoldaten und Zivilbevölkerung, die Kluft, die beide Parteien unüberbrückbar trennt:'So ein Sturmangriff muss doch etwas Herrliches sein, nicht wahr? Diese unzähligen Männer, die wie zu einem Fest vorstürmen! Und die Hörner, die im Feld zum Angriff blasen: 'Droben im Himmel sitzen wir dann beim Wein...', und unsere jungen Soldaten, die niemand zurückhalten kann und die 'Vive la France' rufen oder mit einem Lächeln auf den Lippen sterben...! Ach, uns ist diese Ehre nicht vergönnt wie euch. Mein Mann ist in der Präfektur angestellt, und jetzt muss er Urlaub nehmen, um seinen Rheumatismus auszuheilen.' So spricht eine Frau in einem Café, in das der versprengte Haufen der Korporalschaft Bertrand an einem Urlaubstag einkehrt - nach einem Sturmangriff. Und nein, kein einziger Soldat in diesem Buch stirbt mit einem Lächeln auf den Lippen. Kein einziger ruft 'Vive la France'. Sie sterben lautlos, sie sterben mit einem wütenden Schrei, sie sterben mit dem Röcheln eines Kindes. Im ohrenbetäubenden Donner der Geschütze, im eintönigen Tak-Tak eines Maschinengewehrs, im Siren und Pfeifen der Granaten.

Aber Barbusse schildert auch die glücklichen Momente: So schenkt der Ich-Erzähler seinem Kameraden Paradis in der Zeit eines Versorgungsengpasses eine Schachtel Streichhölzer, damit dieser wenigstens rauchen kann. Paradis revanchiert sich mit einem Ei, das er in dem ausgebluteten Dorf auftreibt. Oder: Ganz zu Anfang liegt die Korporalschaft zur Erholung in einem kleinen Dorf. Es ist Sommer. Die Männer genießen die Sonne, die Stunden des Müßigtums, das reichliche Essen.

Und er schildert die berührenden Momente, in denen die Soldaten sich für kurze Zeit wieder in die Menschen verwandeln, die sie vor dem Krieg waren. Aber vor allem schildert Barbusse aufs Eindrücklichste die Sinnlosigkeit von Krieg.

Die Sprache von Barbusse ist sehr klar und der Präzision seiner Beschreibungen kann man sich nur schwer entziehen. Mehr als einmal habe ich beim Lesen tief Luft geholt. Die meiste Zeit wird im Präsens erzählt, was die Ereignisse noch unmittelbarer erscheinen lässt.

Mein Fazit: Ein Buch, das einen berührt, niederschlägt, nachdenklich macht und lange in einem nachhallt. Ich bin sehr froh, es gelesen zu haben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefan T. TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Das Referenzwerk, wenn es um eine realistische Schilderung des Ersten Weltkrieges geht, ist sicherlich "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque. Im Schatten dieses großartigen Buches gibt es jedoch eine Reihe Literatur, die ebenfalls sehr wichtig und zu Unrecht weit weniger bekannt ist. Hierzu gehört auch "Das Feuer" (Original: "Le Feu") von Henri Barbusse.

Die Bedeutung dieses Werkes kann gleich an mehreren Faktoren festgemacht werden. Zum einen war das Erscheinungsjahr bereits 1915, also beinahe noch in der Anfangsphase des Ersten Weltkrieges und damit zeitlich wesentlich näher an den Ereignissen als beispielsweise das in der Zwischenkriegszeit erschienene "Im Westen nichts Neues". Daraus ergibt sich gleich ein zweiter Punkt: In einer Zeit der Propaganda und der gezielten Manipulation der Bevölkerung muss die Veröffentlichung von "Das Feuer" wie ein Skandal angemutet haben. Den unverantwortlichen, kriegsverherrlichenden Geschichten in Zeitungen und Literatur wurde hier ein Werk gegenübergestellt, das einfach nur die Wahrheit anzubieten hatte. Es gibt hier weder Glanz noch Glorie sondern ein ungeschminktes Bild der Realität, wie sie sich dem einfachen Soldaten darstellte (soweit man das aus heutiger Sicht überhaupt noch beurteilen kann). Drittens versucht das Buch - zumindest auf den letzten Seiten - aus der großen Katastrophe, die über seine Protagonisten hereinbricht, eine mögliche Verbesserung der Welt durch sozialistische Ideen aufzuzeigen. Dieser Punkt kann im Angesicht der späteren Karriere des Autors zwar durchaus ambivalent gesehen werden, aber das wäre nur die heutige Sichtweise. Aus dem Kontext der Zeit heraus haben seine Ansichten jedenfalls etwas von Revolution.

Was den Inhalt des Buches betrifft ist Barbusse eine beeindruckend intensive Schilderung der Stupidität des Krieges und der Trostlosigkeit des Soldatendaseins gelungen. Die teils stumpfsinnigen, teils lebensgefährlichen Tätigkeiten der "Poilus" werden noch detaillierter und näher beschrieben als jene der "Frontschweine" von Remarque. Der Franzose schafft es sehr gut, die lähmende Langeweile, die den Großteil des Alltages an der Front ausmacht zu schildern, ohne den Leser selbst zu langweilen. Auch die Unfähigkeit der Vorgesetzten, die ständigen Entbehrungen und Erniedrigungen und die Abstumpfung durch das elende Dasein im Schützengraben werden sehr gut eingefangen. Einzige Lichtblicke sind die hin und wieder aufflackernden Anzeichen von echter Kameradschaft und gegenseitiger Wertschätzung unter den einfachen Soldaten. Auf die generell bekannteste Dimension des Krieges, die Kampfhandlungen, geht maximal ein Drittel des Buches ein. Vor allem der Schlussabschnitt widmet sich sehr anschaulich dem Chaos einer damaligen Schlacht. Am Ende bleibt nichts zurück als ein völlig verwüsteter Landstrich mit geistig wie körperlich ebenso verwüsteten, einzelnen Überlebenden und tausenden Leichen.

Henri Barbusse hat mit "Das Feuer" einen - vor allem aufgrund seiner zeitlichen Nähe zu den Ereignissen - sehr intensiven Beitrag zum Thema Krieg und dessen Sinnlosigkeit geschaffen. Als Roman kann man das Buch eigentlich nicht bezeichnen, es ist, wie im Untertitel treffend dargestellt, viel eher ein Tagebuch. Wie ein solches liest sich das Werk auch, wenngleich literarisch nachbearbeitet. Prinzipiell gibt es für mich nur einen Grund für einen Punkteabzug: das von einem anderen Rezensenten als "sozialistisches Manifest" bezeichnete Finale ist mir viel zu langwierig ausgefallen und wirkt auch ein wenig auf den Rest des Materials aufgesetzt. Dass die dort vorgelegten Ideen ziemlich blauäugig sind und mittlerweile längst an der Wirklichkeit gescheitert sind, kann man dem Autor hingegen nicht zur Last legen.
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