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Das Fest des Ziegenbocks Roman
  
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Das Fest des Ziegenbocks Roman [Pappbilderbuch]


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Produktinformation

  • Pappbilderbuch
  • Verlag: Frankfurt am Main : Suhrkamp, (2001)
  • ASIN: B002CD3U4G
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (19 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.567.102 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Mario Vargas Llosa
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian von Montfort HALL OF FAME REZENSENT TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Dieser historische Roman verwebt zwei Geschichten ineinander. Die eine ist über Rafael Leonidas Trujillo, Spitzname El Chivo ("Ziegenbock"), der 1930-1961 die Dominikanische Republik regierte. Zwar hat er sein Land stark reformiert und weiterentwickelt, doch sein korruptes und brutales Regime schreckte auch vor Attentaten und Massakern an politischen Gegnern und der Bevölkerung nicht zurück. Der Preis für den Fortschritt war seine gnadenlose Diktatur. Doch erst nach seinem missglückten Attentat auf den Präsidenten von Venezuela wurde er schließlich von seinen eigenen Leuten und mit Hilfe der CIA gestürzt und während einer Revolution 1961 ermordet. Diese Revolution von 1961 sowie die Monate der Unruhen und der Anarchie nach seinem Sturz bilden den politischen Hintergrund dieses Romans.

Die zweite Geschichte ist das (fiktive) Schicksal einer Frau, der Tochter eines Politikers, der bei Trujillo in Ungnade gefallen war - und diesem zu seiner Rehabilitation die Entjungferung seiner Tochter anbot. Die Tochter verlässt das Land, doch sie kehrt als erwachsene und inzwischen sehr erfolgreiche Frau in den 90er Jahren zurück. Sie sucht die Konfrontation mit ihrer Heimat und ihrer Familie, die sich beide in schlechterem Zustand befinden als zu Zeiten Trujillos. Es steht die Frage im Raum, inwieweit Trujillos höhere Ziele für das Land in gewissem Maße dessen brutale Maßnahmen rechtfertigen - und entsprechend die "höheren Ziele" ihres eigenen Vaters dessen Vorgehen gegen sie selbst. Ob sie ihrem Vater jemals verzeiht, bleibt offen.

Der Peruaner Vargas Llosa ist einer der führenden Autoren Lateinamerikas. Nach seinem Studium in Madrid lebte er 30 Jahre in Europa - und kehrte erst kürzlich nach Lima zurück, wo auch dieses Werk entstand. Vargas Llosa erzählt spannend, wie der Komplott ablief und wie die Rebellen untereinander kommunizierten. Diese Abläufe funktionieren bei fast jeder Revolution nach ähnlichen Regeln, was sich eine CIA zu Nutzen macht. Es zeigte sich jedoch ähnlich wie heute im Irak eine gewisse Inkompetenz: für die Zeit nach Trujillo gab es keinen Nachfolgeplan, weshalb das Land in eine Anarchie fiel. Schließlich setzte sich Balaguer durch, bezeichnenderweise die ehemals rechte Hand Trujillos. Inmitten der Revolution bewahrte er stets eine neutrale Position und spielte die Mächte gegeneinander aus. Das Buch vermittelt hier, was politische Intelligenz bedeutet. Es ist ein dickes Buch und der Leser sollte Interesse an Politik und an Lateinamerika haben, doch dann ist es mitreißend und spannend zu lesen!

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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von arno
Format:Taschenbuch
Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser historische Roman gehört für mich zu dem Besten was ich von zeitgenössischen Schriftstellern bisher gelesen habe.
Mario Vargas Llosa wollte 1990 selbst Präsident eines lateinamerikanischen Landes,nämlich Perus, werden, und man merkt dem Roman an, dass Llosa eigene Erfahrungen über die Mechanismen der Macht gewonnen hat. Da wird nicht einfach nur so dahinphantasiert. Auf mich den tiefsten Eindruck machte die irrwitzige Brutalität, derer sich der Protagonist dieses Romanes, der Diktator Trujillo, genannt der Ziegenbock, genüßlich bedient, und wie plastisch - ohne auf es auf reißerische Effekthascherei anzulegen - es Llosa versteht, dies in Szene zu setzen. Der Spitzname Ziegenbock spielt auf die ungezügelte Triebhaftigkeit des Diktators an. Llosa versteht es meisterlich, dazu eine äußerst beeindruckende Rahmenhandlung aufzubauen. In dem Charakter des Diktators erkenne ich ansonsten einen modernen Robespierre, mit lateinamerikanisch-bunten Abwandlungen. Wer nicht für ihn ist verschwindet spurlos, meist nach langen Folterungen über die Klippen geworfen - den Haien zum Fraß.
Das ist ja alles nicht einfach ausgedacht, sondern Realität gewesen.
Wie Llosa dazu noch die Parallelhandlung der vier Attentäter "einbaut", ist einfach großartig und trägt zu atemloser Spannung bei.
Dabei bedient sich Llosa einer verständlichen Sprache, ohne elitären Anspruch, wie es wirklich nur große Könner beherrschen.
Dieses Buch muss man gelesen haben. Uneingeschränkt 5 Sterne!
PS (07.10.2010):
Der Literaturnobelpreis ist wirklich verdient!
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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das fesselnde Buch des bekannten peruanischen Schriftstellers verdient seine vier Sterne. Es ist trotz seines Umfanges (538 Seiten) ein Muß für alle Besucher der Dominikanischen Republik, die über Trivialinformationen hinaus mehr über die nahe Vergangenheit ihres Reiseziels erfahren wollen.

Die 49 jährige New Yorker Anwältin Urania kehrt nach langen Jahren des Exils in den Vereinigten Staaten von Amerika nach Santo Domingo zurück, auf die Insel, die sie eigentlich nie wieder betreten wollte. Sie findet ihren Vater, den einstigen Senatspräsidenten und Günstling des dominikanischen Diktators Trujillo, stumm und im Rollstuhl vor. Auf ihre heftigen Vorwürfe hin blickt er sie nur starr an. So bleibt sie allein mit ihren Erinnerungen an die Zeit der Willkür und das traumatische Ereignis, das ihr im Alter von 14 Jahren widerfuhr. Ihr in Ungnade gefallener Vater hatte dem Großen Wohltäter ihre Entjungferung für seine Rehabilitation angeboten.

Uranias Rückschau führt uns auch in das Frühjahr 1961, als die Hauptstadt noch Ciudad Trujillo hieß. Der Diktator steht im 31. Jahr seiner Herrschaft, ihm gehört mehr oder minder das ganze Land. Gestützt auf seinen Repressionsapparat - bestehend aus ihm treu ergebenen Marionetten - übt er ohne die geringsten Skrupel Gewalt aus, wenn sie ihm nutzt. Doch weiß er den Gebildeten und der Oberschicht gegenüber auch seinen Charme und seine intellektuelle Überlegenheit auszuspielen. Während er seine Position gegenüber Militär, Kirche und gegenüber dem in der Karibik allgegenwärtigen Einfluß der USA zu wahren sucht, wird ein Attentat auf ihn ausgeübt.

Ein packender Roman über den Diktator Rafael Leónidas Trujillo, der von 1930 bis 1961 die Dominikanische Republik beherrschte. Obwohl der Leser bei historischen Kontexten nie vollständig wissen wird, bis zu welchem Ausmaß der Autor Fiktion und Fakten vermengt hat, erscheint die Darstellung als sehr realistisch. Zwei Handlungsstränge führen durch das spannende Geschehen. So läßt der Autor Urania in einen Dialog mit ihrem alten Vater eintreten, was ihm zahlreiche Rückblenden auf Trujillos Schreckensregime und dessen so raffinierte wie brutale Methoden ermöglicht. Parallel dazu warten die Attentäter auf ihr Opfer, das sich im sogenannten Mahagoniehaus einen schönen Abend machen will, und erinnern sich an all ihre Erfahrungen mit dem Diktator, der sie oft genug gedemütigt und ohne jegliche Hemmungen Familienmitglieder von ihnen hat töten lassen.

Vargas Llosas Stil mit langen verschachtelten Sätzen stört das Lesevergnügen nicht. Zu spannend ist die Handlung, zu beklemmend die Schilderung des menschlichen Machtzentrums und seines Mechanismus. Überaus interessant auch die Ausführungen zum ungeliebten Nachbarn Haiti, der von 1822 bis 1844 schon einmal die gesamte Insel Hispaniola beherrscht hat. 1937 kam es - von Trujillo initiiert - nahe der Stadt Dajabon zu einem Massaker an etlichen Tausenden Haitianern, die regelmäßig als Erntearbeiter in den Nachbarstaat im Osten gingen.

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Die neuesten Kundenrezensionen
man kann es lesen, aber auch nicht
Ich hatte an dem Buch wenig Freude, habe es aber gelesen, da ich mich mit allen Literaturnobelpreisträgern beschäftige. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von laconstance veröffentlicht
Das Fest des Ziegenbocks
Das Buch "Das Fest des Ziegenbocks" von Mario Vargas Llosa ist in sich schlüssig, spannend und hochinteressant. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Renate Ernst veröffentlicht
Losa: Ziegenbock
"Das Fest des Ziegenbocks" (,La Fiesta del Chivo`) ist das schlechteste literarische Werk, das ich in den letzten Jahren gelesen habe. Lesen Sie weiter...
Vor 14 Monaten von Wellershaus veröffentlicht
Spannender Roman und historisches Lehrbuch
Erst nach der Verleihung des Nobelpreises bin ich auf Mario Vargas Llosa aufmerksam geworden. Dies ist mein zweites Buch, das ich von ihm lese. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Nightrider veröffentlicht
Erschreckende DomRep
1. Zeit und Aufbau: Das Ende der Diktatur Trujillos im Jahre 1961, die Diadochenkämpfe nach dem Tod des Diktators und die Herrschaft des gemäßigten Balaguer. Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von G. Setgmann veröffentlicht
Meine Frau war sehr zufrieden
..und ich bin noch nicht dazu gekommen, es zu lesen. Aber amazon nervt und will unbedingt eine Rezension von mir.
Vor 18 Monaten von Eric Pawlitzky veröffentlicht
großartig!
Ein umfangreiches Buch, und das mit Recht, nicht nur was den Inhalt anbelangt. Kunstvoll lange Sätze verweben sich zu einer durchaus analytischen Geschichte. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von E. Elia veröffentlicht
Panorama einer Diktatur !
O.k., für dieses Buch bekommt man keinen Literaturnobelpreis - handelt es sich doch "nur" um einen Politthriller - aber um einen sehr komplexen, in dem mehrere parallele... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 22. Oktober 2009 von whistmaster
Schnell durchlesen und weglegen
Ein schauriges Buch: immer wieder rennt einem eine Gänsehaut über den Rücken.Ich habe es "durchgearbeitet" , weil ich in der Dominikanischen Republik lebe und es... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. August 2007 von Alexa Rostoska
Psychographie der Macht
Mit "Das Fest des Ziegenbocks" hat Vargas Llosa einen Roman geschrieben, der sich schwer in eine Kategorie einordnen lässt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 31. Mai 2006 von Ulf Borkowski
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