Frederick Leboyer ist den meisten der vielen Frauen, die sich heute während ihrer Schwangerschaft informieren über die verschiedenen Arten, wie sie ihre Kinder zur Welt bringen können, gar kein Begriff. Zu selbstverständlich ist es geworden, die Kinder sanft zur Welt zu bringen.
Vieles von dem, das er in seinem Klassiker über die sanfte "Geburt ohne Gewalt" vor langer Zeit gefordert hatte, ist in den meisten Kliniken und Geburtshäusern sowieso mittlerweile Standard. Der 1918 geborene Leboyer lebt heute als Schriftsteller in der Schweiz.
Mit dem vorliegenden Buch legt der Kösel Verlag sozusagen ein Spätwerk Leboyers vor. Dieser hat in den letzten Jahren seines Ruhestandes in aller Welt und zahlreichen Dokumenten nach Bildern zum Thema Geburt gesucht. Er stellte sich dabei vor, mit einem anderen Medium das zu vermitteln, was er in seinen Büchern und Vorträgen all die Jahre schon getan hatte. Er hat besonders bei den Malern in Siena und Florenz, aber auch in Deutschland und in den Niederlanden und bei fernöstlichen Meistern beeindruckende Motive zum Thema Geburt gefunden.
Er hat sie gesammelt und in einem prächtigen Band versammelt. Zu jedem Bild hat er einen Text geschrieben, Texte, die verraten, warum er sich auf diesen anderen Weg begeben hat, sich dem Thema Geburt zu nähern. Seine Texte sind voller Ehrfrucht und Gottesliebe, durchtränkt von der Spiritualität, in die einen die Geburt eines Kindes zwangsweise hineinführt. Viele werdende Eltern haben das erlebt. Leider vergessen es viele oft schon gleich nach der Entlassung aus der Klinik.
Dieses wunderbare Buch kann helfen, das Staunen über das Wunder der Geburt und seine tiefe ihr innewohnende Spiritualität aufzubewahren, sozusagen zu konservieren und weiterzuentwickeln. Denn diese Dimension setzt sich fort beim Aufwachsen eines Kindes, wenn man sie denn zulässt. Diese Erfahrung macht der glückliche Rezensent zusammen mit seiner Frau schon seit sie beide spürten, dass ein Stern vom Himmel gefallen" war. Nun ist der kleine Junge 5 Jahre alt, aber das dankbare Staunen über das Wunder des Lebens hört nicht auf.
Sie kennen eine Familie, in der ein Kind zur Welt gekommen ist, wollen etwas schenken, finden aber den üblichen Strampler langweilig, dann verschenken sie dieses wertvolle Buch und helfen sie den jungen Eltern dabei, dass sie dieses wunderbare Erlebnis nie vergessen.