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a) im Film hat er eine Krankenpflegerin, hier ist es ein Pfleger
b) im Buch existiert die Rolle von Grace Kelly nicht. Aber der schüchterne Hitch, dem es ja bekanntlich die kühlen Blondinen angetan hatten, wollte natürlich "seine" Grace Kelly im Film haben.
Die Kurzgeschichte von Woolrich ist trotz einiger kleiner Unterschiede zum Film sehr spannend geschrieben. Eine der besten Krimi-Kurzgeschichten überhaupt.
Zu betonen sei noch, dass nicht nur die Titelgeschichte, sondern auch die vier weiteren Kurzgeschichten überaus packend sind. Sehr zu empfehlen sind vor allen Dingen "Post Mortem" und "Drei Uhr nachmittags". DREI UHR NACHMITTAGS erzählt die Geschichte eines Mannes, der seine ihn betrügende Ehefrau mittels eines Sprengsatzes umbringen, es aber wie einen Gasleck-Unfall aussehen lassen will. POST MORTEM erzählt von einer Frau, die erfährt, dass ihr unter ominösen Umständen verstorbener Ex-Mann bei einer Lotterie mitgemacht und gewonnen hat. Doch zur Einlösung des Gewinns benötigt sie die Quittung. Doch da sie nichts von dem Gewinnspiel wusste, hat sie auch keinen blassen Schimmer, wo der Schein sein könnte. Die Suche nach der Quittung bringt allerdings ganz andere Sachen zum Vorschein...
POST MORTEM ist leider, aus heutiger Sicht, etwas klischeehaft geschrieben, was der Spannung aber keinen Abbruch tut.
Cornell Woolrichs Geschichten sind rabenschwarz, nicht umsonst sind seine Geschichten neben Raymond Chandler und Co. bei der Noir-Kriminalliteratur eingeordnet. Das heisst aber nicht, dass sie durchweg kein Happy-End haben - im Gegenteil. Nur sollte man aufpassen: Bei Woolrich kommt immer alles anders, als man es erwartet. Es gibt oft ein paar etwas unvorhersehbare Wendungen.
Wer jedoch klassische Whodunits im Stil von Agatha Christie erwartet, sei gewarnt: Woolrich ist keine waschechte Kriminalliteratur. Viel mehr benutzt er die Krimi-Plots als Aufhänger und Rahmenhandlung für Gesellschaftskritik und Psychoanalysen. Das allerdings so locker und unterhaltend geschrieben, dass manch Lesefauler keine ellenlangen wissenschaftlichen Abhandlungen befürchten muss.
Es ist immer noch seichte Unterhaltung - nicht umsonst wurden mehrere seiner Kurzgeschichten in massentauglichen Kinofilmen verarbeitet (u.a. von dem bereits erwähnten Hitchcock). Aber er dringt dabei eben manchmal auch etwas tiefer in die menschliche Psyche, bzw. deren dunkler, düsterer Teil, ein.
Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung an alle Krimi-Freunde.
Die Kurzgeschichten sind auch alle jeweils wirklich nicht so lang, sodass man sie eben auch mal perfekt "zwischendurch" rezipieren kann.
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