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Das Fell der Forelle: Roman
 
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Das Fell der Forelle: Roman [Gebundene Ausgabe]

Paul Nizon
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 124 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (15. August 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518417118
  • ISBN-13: 978-3518417119
  • Größe und/oder Gewicht: 20 x 12,8 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 368.876 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Paul Nizon
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Stolp ist ein Tagedieb, ein Sonderling und Daher-Schwadronierer, der sich in einem nicht endenden freien Fall befindet. Soeben hat er ein winziges Apartment in Paris geerbt, doch statt sich dieses Glücksfalls zu erfreuen, flieht er in die Wohnung, sooft es nur geht, um nicht von der unerwartet ausbrechenden Verzweiflung verschlungen zu werden. Auf der Suche nach den "Offenbarungen der Forelle" begegnet er Carmen. Eine Liebe könnte beginnen, wäre da nicht die peinigende Erinnerung an die einst in Liebesraserei herbeigeführte Trennung von seiner Frau.
Mehr und mehr verliert Stolp, Abkömmling einer Luftakrobatendynastie (wie er behauptet), die Bodenhaftung, und ebenso tapfer wie unaufhaltsam gleitet dieser klägliche, aber liebenswerte Himmelsstürmer in das gelbe Glück des Wahnsinns, um endlich "ganz einfach in der Luft zu verschwinden".
In Paul Nizons neuem Roman über einen Liebesversehrten, der aus der Welt und Zeit gefallen ist, wird das Allerschwerste mit den allerleichtesten Sätzen in der Schwebe gehalten - ein luftiges, unwiderstehliches Prosakunststück, das mit Komik überrascht.

Über den Autor

Chronologie zur Biographie
 
1929   
Am 19. Dezember in Bern geboren
Der Vater, ein Chemiker, Forscher und Erfinder, aus Riga in die Schweiz emigriert. Die Mutter Bernerin. Jugend und Schulbesuch in Bern. Ursprünglicher Berufswunsch: Schriftsteller
Als Gymnasiast Ferienaufenthalte in Paris. Reisen nach Venedig, Genua, Florenz
Frühzeitige Hinwendung zur Kunst als »Schule des Sehens«
 
1949/ 51         
»Zwei Lehr- und Wanderjahre«. Früher Ausbruch: Reise nach Kalabrien. Brotarbeiten für den Rundfunk
 
1951   
Beginn des Studiums der Kunstgeschichte, Archäologie und deutschen Literaturgeschichte in Bern
Nebenarbeit als Werkstudent
 
1952   
Übersiedlung nach München. Studium (Sedlmayr, Buschor)
 
1953   
Heirat in München, Rückkehr nach Bern. Halbtagsassistenz am Berner Kunstmuseum
 
1954   
Geburt des Sohnes Valentin
 
1955/ 56         
Aufenthalt im Spessart, als Klausur für Ausarbeitung einer Dissertation über Vincent van Gogh. Reise nach Holland
 
1956   
Geburt der Tochter Valerie
 
1957   
Studienabschluß mit Promotion zum Dr. phil. (Dissertation: Die Anfänge Vincent van Goghs. Der Zeichnungsstil der holländischen Zeit)
Anstellung als Assistent am Bernischen Historischen Museum (bis 1959)
Berner Kunstkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung
Auseinandersetzung mit der Avantgarde
Entstehung von Die gleitenden Plätze
 
1959   
Der Kurzprosaband Die gleitenden Plätze erscheint
 
1960   
Als Mitglied des Schweizer Instituts in Rom
Endgültiger Beschluß, Schriftsteller zu werden
Bekanntschaft mit Max Frisch
 
1961   
Ruf an die Neue Zürcher Zeitung als Leiter der Kunstkritikredaktion
Übersiedlung nach Zürich. Als Journalist mehrmals in Paris, bei der Biennale in Venedig und vor allem in Barcelona (s. Untertauchen). Aufgabe des Redaktionsamtes nach acht Monaten
Erste Pläne für Canto
 
1962   
Canto entsteht (Verarbeitung des Rom-Aufenthalts)
Als Gast der Gruppe 47 in Berlin: Erfolg mit einer Lesung aus Canto
 
1963   
Canto erscheint
Niederschrift einer Biographie Johannes Ittens, die nach seinem Tode infolge des Einspruchs der Witwe nicht erscheint (ein Fragment daraus später in Diskurs in der Enge)
Gast der Gruppe 47 in Saulgau
Geburt des Sohnes Boris Kasimir
 
1964   
Beginn der Arbeit an dem Projekt Haus und Schiff (endgültiger Titel: Im Hause enden die Geschichten)
Wiederaufnahme der Kunstkritikertätigkeit (bis 1971), unter anderem für Die Weltwoche und Zürcher Woche
Aus diesen Arbeiten entstehen die Bücher Lebensfreude in Werken großer Meister (1969), Friedrich Kuhn – Hungerkünstler und Palmenhändler (1969), Diskurs in der Enge. Aufsätze zur Schweizer Kunst (1970) und Swiss made. Portraits, Hommages, Curricula (1971). Bekanntschaft mit Elias Canetti
Preis des Kantons Bern, Ehrengabe der Stadt Zürich
 
1967   
Werkjahr der Stiftung Pro Helvetia
 
1967/ 72         
Zahlreiche Auslandsaufenthalte zum Schreiben: unter anderem London, Paris, Italien
 
1969/ 70         
Gastdozent an der Architekturabteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Reise nach Prag
 
1970   
Ehrengabe des Kantons Zürich
 
1971   
 Im Hause enden die Geschichten erscheint
Von jetzt an ausschließlich Erzähler
Preis des Kantons Bern, Anerkennungsgabe der Stadt Zürich
 
1972   
Aufenthalte in Rom, Oslo, London
Untertauchen erscheint (Verarbeitung eines Spanien-Erlebnisses von 1961). Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis
Anerkennungsgabe des Kantons Zürich
 
1973   
Aufenthalte in London, Paris und in der Toskana
Zweite Heirat in Zürich
Plan eines Städte-Buches, das sich im Rückblick als Vorarbeit für Das Jahr der Liebe verstehen läßt
 
Statt dessen:
1974/ 75         
Niederschrift des Stolz (Verarbeitung der Spessart-Episode von 1955/56). Werkjahr der Stadt Zürich
 
1975   
Stolz erscheint
Ostasien-Fahrt. Bremer Literaturpreis
 
1976   
Lesereisen mit Stolz in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Aufenthalt in Apulien und Rom
 
1977   
Erste Aufenthalte im Pariser »Schachtelzimmer« (später dargestellt in Das Jahr der Liebe)
Lesereisen mit Stolz in England und Irland
Übersiedlung nach Paris
Herausgabe von Van Gogh in seinen Briefen im Anschluß an die Briefe in Stolz. Werkjahr der Stiftung Pro Helvetia
Untertauchen als Fernsehfilm (ZDF)
 
1978   
Amerikareise. Lesereise durch Österreich. Bekanntschaft mit Thomas Bernhard
 
1979   
Aufenthalt in Serrazzano/Pisa (später verarbeitet in Aber wo ist das Leben?)
Publikation von Hans Falks Skizzenbücher aus dem Woodstock Hotel, Times Square, New York
Beginn der Arbeit an dem Projekt Die Taube (spätere Titel: Aber wo ist das Leben, Alleinsein in Paris, endgültiger Titel: Das Jahr der Liebe)
Zum 50. Geburtstag zusammen mit Siegfried Unseld in Paris
 
1980   
Aufenthalte in London, Dublin, Rom und Berlin
Dritte Heirat in Paris
 
1981   
Das Jahr der Liebe erscheint (Verarbeitung von Erlebnissen der Jahre 1977/78)
Aufenthalt in den Albaner Bergen und München. Werkjahr des Kantons Zürich
Lesereisen in Deutschland und der Schweiz
 
1982   
Preis der Schweizerischen Schillerstiftung
Deutscher Kritikerpreis für Literatur
 
1982/ 83         
Gast des DAAD (Berliner Künstlerprogramm)
Entstehung eines autobiographischen Kurzfilms von Thomas Tanner
 
1983   
Der Prosa- und Essayband Aber wo ist das Leben erscheint
 
1984   
Gastdozent am Lehrstuhl für Poetik der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Großer Literaturpreis der Stadt Bern. Reise nach Neapel und Pompeji
 
1985   
Publikation von Am Schreiben gehen. Frankfurter Vorlesungen
Beginn der französischen Übersetzungen (mit L’Année de l’amour). Aufenthalte in Rom und Wien
 
1986/ 89         
Entstehung von Im Bauch des Wals. Caprichos
Arbeitsaufenthalte im Burgund und in der Bretagne
 
1987   
»Writer in Residence« an der Washington University in Saint-Louis/Missouri. Reisen nach Florida, Pennsylvania und durch Kalifornien
Arbeitsaufenthalt in Nîmes
 
1988   
Stolz wird der Preis des Senders »France Culture« für das beste ausländische Buch zugesprochen. Tod der Mutter
Ernennung zum Chevalier des Arts et des Lettres
 
1989   
Im Bauch des Wals erscheint
Reise nach Tanger. Geburt des Sohnes Igor Odilon Maximilien
Torcello-Preis der Peter-Suhrkamp-Stiftung. Lesereisen
 
1990   
Neuauflage des Erstlings Die gleitenden Plätze
Der Sammelband Diskurs in der Enge. Verweigerers Steckbrief. Schweizer Passagen erscheint. Aufenthalt in Madrid
Marie-Luise-Kaschnitz-Preis
 
1991   
Publikation des Sammelbands Über den Tag und durch die Jahre. Essays, Nachrichten, Depeschen
In Frankreich erscheint ein Buch über Goya. Aufenthalt in der Toskana
In Montréal Ehrengast des dortigen Salon du Livre
 
1992   
Großer Literaturpreis der Stadt Zürich. Aufenthalt in Algier
 
1993   
Wahl zum Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. In Graz, Weimar, Zagreb, Split, Düsseldorf zu literarischen Anlässen
 
1994   <...

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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
„Roman“ steht auf dem Umschlag dieses schmalen Bändchens von Paul Nizon. Tatsächlich würde ich dieses Prosastück eher als Novelle denn als Roman bezeichnen. Wie dem auch sei: Es ist ein gelungenes Stück Literatur. Das Thema ist so alt wie brandaktuell und ewig gültig: Liebeskummer, diesmal aus der männlichen Perspektive. Dass hauptsächlich Männer Herzensangelegenheiten so nüchtern und ohne Selbstgerechtigkeit erzählen können, möchte ich einfach mal so in den Raum stellen. Vielleicht, weil ihnen die Dinge – ich generalisiere – oft nicht so schrecklich unter die Haut gehen und sie es eher schaffen, radikale Schlussstriche zu ziehen. Was ein radikaler und in diesem Fall selbst provozierter Schlussstrich bewirken kann, zeigt sich in diesem Buch am Wahnsinn, dem die icherzählende Hauptfigur schließlich verfällt. Womit die Sinnhaftigkeit dieses eher männlichen Abhandelns einer vergangenen Liebe nur bedingt weiterempfohlen werden kann. Wie dann umgehen mit einer Liebe, die wahlweise nicht mehr ist, nicht mehr sein kann oder nicht mehr sein will? Der Autor hütet sich, Antworten auf Fragen zu geben, auf die es wohl letztlich keine gibt – zumindest keine allgemeingültigen. Und das ist gut so. Mit kurzen, prägnanten Sätzen entführt er uns in das Universum des Frank, Filius einer Akrobatenfamilie, für den Bodenhaftung ein Fremdwort ist. Dieses Eintauchen in ein literarisches Universum anhand weniger sprachlicher Pinselstriche gelingt ihm ähnlich gut wie dem französischen Meister Patrick Modiano.

In kurzen Rückblenden ist da und dort die Rede von einer Geliebten und von einer Frau, der er nachtrauert. Ob es sich dabei um ein und dieselbe Person handelt, ist für mich offen geblieben und auch nicht relevant. In jedem Fall ist Frank, wie der Klappentext so schön sagt, ein Liebesversehrter, der nicht weiß, wohin mit seinen Gefühlen. Er nistet sich in der Wohnung seiner verstorbenen Tante ein, geht keiner geregelten Arbeit nach, flaniert ziellos durch Paris, lernt in einer Bar eine Frau kennen, spielt sich mit ihr, ohne zu wissen, warum.

Rückblickend meint er über die schönen Stunden mit einer Frau seiner Vergangenheit: „Es konnte nicht wahr sein, so viel Liebe konnte nicht wahr sein, es musste Täuschung und Einbildung sein. Wenn es ein Spiel wäre? [...] Ich musste das Glück dem zerstörerischen Zweifel aussetzen, um daran glauben zu können.“

Frau sieht: Auch in glücklichen Zeiten war dieser Frank kein einfacher Zeitgenosse. Aber wer ist das schon, besonders in Sachen Beziehungskiste? Dadurch wird die Hauptfigur real und greifbar und bietet Raum für Identifikation.

Letztlich verfällt Frank dem Wahnsinn und entschwindet – seine Vorfahren wären stolz auf ihn gewesen – in die Lüfte. Wie das gemeint ist, bleibt offen. Sicher ist, dass bei ihm ein Wunsch in Erfüllung geht, den viele von uns wohl oft gehegt haben: sich in Luft aufzulösen, den ganzen Schmerz und die verdammten Erinnerungen, die einen plagen, hinter sich zu lassen. Stilistisch schlüssig und gleichzeitig völlig realitätsfern – aber als Selbsthilfebuch für Liebeskummer ist diese Novelle ohnehin nicht zu lesen. Ein kleiner und wertvoller literarischer Happen, aber nichts für den großen Hunger.
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