"Das Extrablatt" ist die dritte Verfilmung des Theaterstückes "The Front Page" von Ben Hecht nach "The Front Page" (1931) und "His Girl Friday" (1940 - dt. "Sein Mädchen für besondere Fälle").
Anders als seine beiden Vorgänger wurde der Film von Billy Wilder aus den 70er Jahren nicht für die Zensur entschärft - d. h., es wird viel geflucht und auch sonst kein Blatt vor den Mund genommen. Was "Das Extrablatt" oftmals realistischer macht - womit die früheren Versionen nicht schlechter gemacht werden sollen. Alle drei Filme sind sehr gut und sollten meiner Ansicht nach nicht miteinander verglichen werden - jeder hat seine Stärken.
Zur Handlung:
Hildy Johnson (Lemmon) ist Reporter beim "Examiner" und kündigt, um zu heiraten und nach Philadelphia zu ziehen. Sein Chef, Walter Burns (Matthau), will aber unbedingt, dass Johnson einen Artikel über die Hinrichtung von Earl Williams (Austin Pendelton - genial als verhuschter Möchtegern Revolutionär) schreibt. Im Folgenden versucht Burns mit allen Tricks, Johnson zum Schreiben des Artikels zu bewegen. Das Chaos bricht aus, als Williams ausbricht und Johnson buchstäblich vor die Füße fällt...
Lemmon und Matthau geben eine gewohnt brilliante Vorstellung als Reporter, die ständig streiten, gleichzeitig aber auch nicht voneinander loskommen. Susan Sarandon ist in einer frühen Rolle als Johnsons Verlobte Peggy zu sehen und Carol Burnett spielt die tragi-komische Figur der Molly, einer Prostituierten, die Williams vor seiner Verhaftung bei sich aufgenommen hat. Die anderen Nebenrollen sind ebenfalls sehr gut besetzt (allen voran der paranoide Sheriff [Kommunisten!] und die ewig Poker spielenden Reporter).
Das Tempo des Films ist rasant, die Dialoge sind komisch und zynisch und die Austattung ist sehr schön. Sehr zu empfehlen!