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42 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Schockierend, 12. Februar 2002
Ich habe vor etwa zwei Stunden einen großen Fehler begangen. Ich dachte, dass ich nach einem schönen Filmchen wieder entspannt und bereit für die Arbeit bin. Ein großer Irrtum, denn im Moment bin ich eher verstört, als entspannt. Der Grund dafür ist, dass der Film nicht nur ein fiktives Experiment durchführt, sondern einen sehr schockierenden Überblick gibt, über die Entwicklung menschlicher Aggressionen, bis hin zur Eskalation. Das gleiche Schema ist immer wieder in der realen Welt zu beobachten. Alles beginnt mit geistigen Diskrepanzen, welche zu psychologischer Streitsucht führen. Da es offenbar ein Instinkt des Menschen ist, sich dagegen mit noch mehr Aggression zu wehren, steigert es sich immer weiter, bis die Grenze zur körperlichen Offensive durchbrochen wird. Dann gibt es meist kein Halten mehr, bis alles in einer Katastrophe endet. Wenn Außenstehende in diesen Konflikt eingreifen, auch wenn es nur der Schlichtung dient, müssen sie Farbe bekennen. Das Motto: "Entweder du bist für mich oder gegen mich" kennt wohl jeder, und wenn man ehrlich ist, muss man zugeben, dass es schon bei kleinen Meinungsverschiedenheiten zum Einsatz kommt. Mag sein dass ich hier etwas vom Thema abschweife, doch das sind nun einmal die Gedanken, die der Film in mir hervorbrachte. Im Film beginnt alles damit, dass einer der Häftlinge die Sache anfangs mehr als Spass ansieht, und ein Wärter dies zu persönlich nimmt. Damit ist der Grundstein gelegt. Die Bilder des Films sind dabei so real, dass es ziemlich beängstigend wirkt. Unterbrochen nur durch einige sehr ansprechend gestaltete Zwischenszenen, welchen noch eine Nebenhandlung erzählen. Besonders gut werden auch die Bilder einer kleinen Schwarz-Weiß-Kamera eingesetzt. Diese kleine Minikamera wurde offensichtlich nur ins Drehbuch geschrieben, um diese Bilder zu liefern, und nicht um die Handlung weiter zu entwickeln, wie der Zuschauer am Anfang vermuten mag. Meinen Respekt auch an alle Darsteller. Es gibt keinen einzigen, den man seine Rolle nicht abnimmt. Auch hier haben die Autoren des Films exzellente Arbeit geleistet, denn alle Charaktere sind gut gezeichnet, selbst die Nebenrollen. Über die DVD noch etwas zu schreiben macht wenig Sinn, da der Film allein das Geld wert ist. Das Bild ist durchweg gut. Der Ton ist (filmbedingt) nicht spektakulär, aber die Stimmen kommen klar, und die Musik füllt den Raum schön aus, wie man das von Dolby Digital erwartet. Ein Problem gibt es jetzt aber noch: Wo kann man hier denn den 6ten Stern auswählen???
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was sind deine Grenzen?, 11. Juli 2003
Gibt es Grenzen? Wohl jeder würde diese Frage bejahen. Und was ist, wenn diese Grenzen überschritten werden? Gerade dieser Frage nimmt sich "Das Experiment" an. Was geschieht, wenn eine Situation eskaliert, wenn die Dinge aus dem Ruder laufen. Wenn alles sich ändert, von einer Sekunde auf die andere Diese hochinteressanten Fragen geben diesem Film eine exclusive Besonderheit, die ich mit offenen Augen aufgesaugt habe. Ein Film soll meines Erachtens mehr tun, als zu unterhalten. Er soll anregen, sich der Dinge auf eine andere Art und Weise zu nähern. Sich selber neu zu definieren und mit diesen Gedanken zu wachsen. Mit diesem Film kann man wachsen, sich und seine Blickwinkel ändern. Wenn man dies denn auch will ...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Grandios!, 11. Februar 2002
Von Ein Kunde
Ich bin durchaus ein Fan des deutschen Films, der meiner Meinung nach besser ist als sein Ruf (und oft viel besser als der Hollywood-Mainstream). Noch nie zuvor allerdings hatte ich einen deutschen Streifen gesehen, den ich nach dem Ende am liebsten gleich nochmal angeschaut hätte. Natürlich ist nicht alles authentisch und manches vielleicht ein klein wenig dick aufgetragen (aber dieses Stilmittels darf sich ein Film jederzeit bedienen). Insgesamt ist die Handlung absolut überzeugend. Wie sich hier langweilige, komplexbehaftete Spießer in wahre Monster verwandeln, sobald sie einmal in ihrem traurigen Leben ein wenig Macht bekommen, ist realistisch und bedrückend zugleich. Der Film ist nach meiner Meinung ein Lehrstück über den Faschismus. Prädikat: Besonders empfehlenswert, aber FSK 16 beachten, es ist kein leichtverdaulicher Stoff! Und jetzt bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Hollywood nicht wieder einmal einen perfekten Film nach eigener Manier neu verfilmt (entsprechend geglättet und geschönt bzw. mit Happy End ausgestattet - wie schon allzu oft erlebt - Beispiel: der glänzende niederländische Film "Spurlos"). Nachtrag 10 Jahre später (16.01.2012): Habe eben das dann leider doch unvermeidliche bzw. unvermiedene US-Remake gesehen. Leider, leider völlig überflüssig. In jeder Beziehung ist das Original besser - die Figuren sind stimmiger, die Entwicklung der Story ist überzeugender, die Besetzung glaubwürdiger. Ein Justus von Donanyi mutiert geradezu zwangsläufig vom verklemmten Spießbürger zum sadistischen Nazi, während man nicht wirklich nachvollziehen kann, weshalb Forest Whitaker das Potential zum Menschenschinder hat - es bleibt in psychologischer Hinsicht unbefriedigend. Oder noch ein Beispiel: Der Hauptakteur (im Original von Moritz Bleibtreu, im Remake von Adrien Brody gespielt) ist im deutschen Film einfach ein gescheiterter Journalist, der eine gute Story wittert. Er ist im Grunde am Anfang derselbe Kerl wie am Ende, nur durch die Umstände gezwungen, seine anfangs lockere Haltung grundlegend zu ändern. Im amerikanischen ist er ein Pazifist (was man an den langen Haaren erkennen soll...). Es wird schon am Anfang herausgestellt, dass er nie Gewalt ausübt, nicht einmal zur Verteidigung. Später wird er dann der Anführer des "Widerstands" im Experiment und scheut dabei auch nicht mehr vor Gewalt zurück - jetzt mit nacktem Oberkörper, auf dem zahlreiche Tattoos sichtbar sind (so ist sein jeweiliger Entwicklungsstand für den Betrachter einfacher zu erkennen - schon alleine das ist ziemlich lächerlich). Das soll offenbar im US-Film das Hauptresultat des Experiments sein - ein Pazifist mutiert zum Schläger. Sowas versteht der durch den Hollywood-Pentagon-Komplex gestählte Zuschauer - im Zweifel darf man immer militant sein und auch zur Waffe greifen. Der viel subtilere Ansatz des deutschen Films, in dem es um die Wandlung vom Biedermann zum - nicht Brandstifter, sondern machtbesessenen Möchtegern-Herrscher geht, gefällt mir viel besser. Das "deutsche" Experiment verändert eher die Wärter, das "amerikanische" eher die Häftlinge. Das Ende im Remake finde ich sehr unbefriedigend und unlogisch. Und wie weiter oben prophezeiht, ist es letztlich sogar ein Happyend. Schwach! Zum Schluss: Warum "Das Experiment" FSK 16 und "The Experiment" FSK 18 ist, erschließt sich mir auch nicht wirklich. Nein, es ist mir unerklärlich!
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