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Das Evangelium nach Jesus Christus
 
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Das Evangelium nach Jesus Christus [Taschenbuch]

José Saramago , Andreas Klotsch
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 512 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 8 (1. Oktober 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499223066
  • ISBN-13: 978-3499223068
  • Größe und/oder Gewicht: 19,1 x 11,6 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (15 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 125.212 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

José Saramago
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Jesus als "Mensch unter Menschen" - lebenshungrig und voller Neugierde, sinnenfroh und genießerisch, manchmal aber auch ängstlich und unsicher. José Saramago gibt in seiner bisweilen skandalösen, stets aber glaubwürdigen "Heilandsgeschichte" den bekannten Ereignissen immer wieder überraschende, phantasievolle neue Wendungen. Er rüttelt an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender Radikalität Geschichte, Religion und Legende in Frage.

Über den Autor

José Saramago wurde am am 16.11.1922 in dem Dorf Azinhaga im portugiesischen Ribatejo als Sohn einer Landarbeiterfamilie geboren. Mit zwei Jahren Umzug nach Lissabon. Aus finanziellen Gründen Wechsel vom Gymnasium auf eine berufliche Schule, die er 1939 als Maschinenschlosser verließ. Zwei Jahre Tätigkeit in diesem Beruf in einem Krankenhaus, anschließend Übergang in die Verwaltung. Ab 1955 häufige Aufenthalte im Literatencafé «Café Chiado». Durch Vermittlung Arbeit im Verlag «Estúdios Cor». In dieser Zeit erste Veröffentlichungen. 1969 Eintritt in die (verbotene) kommunistische Partei, erste Auslandsreise (Paris). Ab 1968 literarische bzw. politische Mitarbeit bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften; März bis November 1975 beigeordneter Direktor der ältesten portugiesischen Tageszeitung «Diáro de Notícias». Nach der "Nelkenrevolution" 1974 Arbeit im Ministerium für Kommunikation. 1975-1980 verdiente er seinen Lebensunterhalt hauptsächlich als Übersetzer. Seit 1980 war er als freier Schriftsteller tätig. 1986 sprach Saramago sich gegen den Beitritt Spaniens und Portugals in die Europäische Union und für eine Unabhängigkeit der Iberischen Halbinsel aus. Er ist Mitglied des Ordens Militar de Santiago de Espada (Portugal) und des Ordre des Arts et Lettres (Frankreich) sowie Ehrendoktor der Universitäten Turin, Sevilla und Manchester. Seine Werke sind in 26 Sprachen übersetzt. José Saramago lebte zuletzt auf Lanzarote, wo er am 18. Juni 2010 verstarb. Auszeichnungen: Prémio da Associação de Crítícos Portugueses (1979); Prémio Cicade de Lisboa für «Hoffnung im Alentejo» (1980); Prémio Literário Município de Lisboa für «Das Memorial» (1982); Prémio da Crítica da Associação Portuguesa de Crítícos (Prémio D. Dinis) für «Das Todesjahr des Ricardo Reis» (1986); Premio Internazoniale Ennio Flaiano (Italien) (1992); Nobelpreis für Literatur (1998).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Wann, Herr, kommt der Tag, daß du dich uns zuwendest und vor den Menschen deine Irren, eingestehst" (164). Es verwundert nicht, dass die katholische Kirche in all ihrer Borniertheit gegen Jose Saramagos Roman "Das Evangelium nach Jesus Christus" Sturm lief und ihn aus den Buchläden verbannt sehen wollte. Diese satanischen Verse wollte man den eigenen Schäfchen nicht zumuten. Humorlose Fundamentalisten gibt es halt nicht nur im Morgen- sondern auch im Abendland. Alle anderen erwartet hier ein Roman der Extraklasse des kürzlich verstorbenen portugiesischen Literaturnobelpreisträgers.

Dabei ist der Titel durchaus wörtlich zu nehmen, denn der Plot des Romans dreht sich rund um die Lebensgeschichte des Jesus von Nazareth beginnend mit seiner Zeugung bis zur Kreuzigung. Berichtet wird die Geschichte aus Sicht des für Saramagos typischen allwissenden Erzählers, der sich mit ironisch-süffisanten Bemerkungen nicht zurückhält. Und die arme gerade in den vergangenen Monaten so geplagte katholische Seele wird gleich zu Beginn des Romans zutiefst erschüttert, da hier äußerst anschaulich der Jungfrauenmythos, ein Zeichen der neurotisch-verlogenen Sexualmoral der katholischen Kirche, dekonstruiert wird: "Gott, der allenorts ist, war auch hier zugegen, doch da er ist, was er ist, rein ein Geist, konnte er nicht sehen, wie die Haut des einen die Haut des anderen berührte, wie sein Fleisch in ihr Fleisch drang [...] und sicherlich war er schon nicht mehr zugegen, als Josefs geheiligter Samen sich in das geheiligte Innere Marias ergoß" (27).

So und so ähnlich interpretiert der Roman die bekannten Geschichten aus dem Neuen Testament: Der Kindsmord des Herodes, die Jugendzeit Jesu, die so in keinem der bekannten Evangelien nachzulesen ist, seine sehr körperlich vonstatten gehende Liebesbeziehung zu Maria Magdalena und schließlich seine Zeit als Menschenfischer mit bekanntem Ausgang. Dabei gehört das Vorspiele zur Kreuzigung zu den absoluten Highlights des Romans. In einem Gespräch mit dem Teufel (!!), der mit Gott eine Einheit bildet, offenbart der Allwissende seinem Sohn die Pläne, die er für ihn vorgesehen hat: "Die des Märtyrers, mein Sohn, des Opfers, so lässt sich der Glaube noch am ehesten verbreiten und entfachen" (423). Der ziemlich perplexe Jesus, in dessen Lebensplanung ein qualvoller Tod eigentlich nicht vorgesehen war, fragt nach, wie der Herr denn auf so eine Idee gekommen sei. Diese entpuppt sich als genialer Marketingstratege und antwortet: "Die Zeiten, da man denen Gehör schenkte, sind vorbei, heute wirken nur noch radikale Mittel, etwas, das schockiert, das die Gefühle mitreißt, Ein Gottessohn am Kreuz, zum Beispiel" (430). Was denn aus diesem neuen Glauben, dem Christentum, in der Zukunft werden wird, verlangt Jesus zu wissen. Als Antwort gibt Gott etwas missmutig einen kurzen Abriss des Blutzolls, den dieser Glaube verlangen wird. Erschüttert und angewidert schleudert Jesus Gott sein persönliches Non Serviam entgegen: "Du kannst Gottes Willen nicht zuwider handeln, Nein, aber meine Pflicht ist es, dies zu versuchen" (501). Doch schon bald muss Jesus feststellen, dass er die Perfidität Gottes noch unterschätzt hat.

Fazit: Witzig, provozierend und höchstaktuell. Ein Gott, der die Vorteile eines öffentlich zur Schau getragenen Opfertodes erörtert, erinnert doch sehr an die Planer der zahlreichen Selbstmordattentate rund um den Globus. Nach Saramagos Tod am 18. Juni 2010 beschimpfte das Kampfblatt des Vatikans L'Osservatore Romano Saramago als "populistischen Extremisten". Wie so oft sagt dieses Nachtreten mehr über den Urteilenden als über den Geurteilten aus. Es bleibt zu hoffen, dass die Romane dieses großen Schriftstellers noch lange gelesen werden.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das Evangelium nach Jesus Christus ist nichts Geringeres als das Werk eines Weisen und noch dazu ein sprachliches Kleinod. Wenn es im portugiesischen Original ebenso wunderbare Eigenheiten besitzt wie im Deutschen, wovon auszugehen ist, dann gebührt dem Übersetzer höchstes Lob. Wie in anderen Büchern Saramagos ist die gedankliche Keimzelle des Geschehens ein Was wäre, wenn... Was wäre, wenn es diesen Gott tatsächlich gäbe, der in den Kirchen verehrt und besungen wird, wenn er seinen Sohn mit Namen Jesus Christus in die Welt gesandt hätte, um die Menschen von ihren Sünden zu befreien, und wenn sich das mehr oder weniger so zugetragen hätte, wie in den biblischen Evangelien beschrieben? Und nicht nur das, sondern wenn die katholische Kirche nun wirklich die wahre und einzige Kirche dieses Gottes wäre? Was würde das bedeuten? Ob der Leser oder gar der Autor des Buches dies alles nun glaubt oder nicht, ist nicht von Belang.

Saramago nimmt sich dichterische Freiheiten, die stets plausibel sind, selbst wenn man von den biblischen Evangelien ausgeht, und er räumt den ebenda nur am Rande Erwähnung findenden Menschen, Tieren und sonstigen Wesen besondere Aufmerksamkeit ein. Dabei erzählt Saramago eine Geschichte von derart berührender Menschlichkeit, dass wir nicht umhinkönnen, mit den Figuren mitzufühlen und mitzuleiden. Das gilt besonders für die Hauptfigur, jenen Jesus, der erst nach und nach die ganze Ungeheuerlichkeit begreift, wahrhaftig Gottes Sohn zu sein. Wundervoll etwa, wie Jesus als Knabe ein Lamm erwirbt, um es Gott zu opfern, dann aber Mitleid mit der Kreatur empfindet und diese Gott vorenthält. Doch Gott verlangt unnachgiebig, was sein ist. Wie heißt es doch in Des Knaben Wunderhorn: Wir führen ein geduldig's, Unschuldig's , geduldig's, Ein liebliches Lämmlein zu Tod. So wirft Saramago immer wieder entscheidende Fragen auf, welche besonders die aus den Evangelien hinlänglich bekannten Begebenheiten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Anders als das Licht, mit dem die Prediger uns von ihren Kanzeln und kirchlichen Podesten herab bis zum heutigen Tage zu blenden versuchen. Bestimmt mit dem Tode bestraft worden wäre, wer in früheren Zeiten (und in vielen Weltgegenden heute noch) solche Fragen gestellt, solche Gedanken gedacht hätte. So aber will es der liebe Gott, denn, wie wir gegen Ende des Buches erfahren, er und seine Kirche als Vollstrecker des göttlichen Willens verfolgen nur einen einzigen großen Zweck. Und naturgemäß heiligt dieser Zweck alle Mittel.

Selig sind, die nicht sehen und doch glauben, heißt es in der Bibel. Saramago hingegen öffnet uns schonungslos die Augen und lässt unseren Blick den christlichen (und besonders den katholischen) Glauben durchdringen. Wer sehen will, der sehe!
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Heike Geilen HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
"Das Evangelium nach Jesus Christus" ist das wohl umstrittenste Buch des Portugiesen Samarago, das ihm den Unmut vieler Landsleute und der Kirche einbrachte. Das Buch war für den europäischen Literaturpreis nominiert, wurde dann aber vom Kulturministerium zurückgezogen:

WARUM???

Es ist ein Buch, das den Himmel auf die Erde holt.

Jesus erscheint als Suchender und sündiger Mensch - als "Mensch unter Menschen" - lebenshungrig und voller Neugierde, sinnenfroh und genießerisch, manchmal aber auch ängstlich und unsicher. Er trägt die Schuld seines Vaters Josef mit sich, der, um seinen Sohn zu retten, die Einwohner Bethlehems nicht vor der bevorstehenden Ermordung ihrer Kinder gewarnt hat. Der Menschensohn ist nur eine Figur in Gottes großem Spiel. Saramago stellte in seinem 1991 erschienenen Roman das Evangelium in einen religions-kritischen Zusammenhang, der aktueller denn je ist

José Saramago gibt in seiner bisweilen skandalösen, stets aber glaubwürdigen "Heilandsgeschichte" den bekannten Ereignissen immer wieder überraschende, phantasievolle neue Wendungen. Er rüttelt an den Fundamenten unserer Kultur und stellt mit beeindruckender Radikalität Geschichte, Religion und Legende in Frage.

Es ist jedoch keine leichte Lektüre, liest sich mal nicht ebenso leicht weg. Lange Sätze ohne Punkt und Komma sowie die fehlenden Anführungszeichen innerhalb gesprochener Sequenzen tun ein Übriges und erfordern ein höchstes Maß an Konzentration, die sich jedoch lohnt.

Die Zeitschrift Latras schrieb: "Das Evangelium nach Jesus Christus" hat alles, was man von einem großen Roman erwartet: eine in höchstem Maße spannende Handlung, packende Dialoge, Ironie, Tiefe, Subtilität. Saramago wagt sich auf heikles Terrain, und dabei ist sein Jesus Christus menschlicher und christlicher, als er jemals zuvor dargestellt wurde.".

Ich kann dem nur zustimmen - dieses Buch hat mich berührt!

Einziger Kritikpunkt: das Ende (der Anfang) von Jesus ist meines Erachtens etwas schnell "weg geschrieben". Aber vielleicht wollte Samarago gerade darauf nicht eingehen...
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Religionskritik vom Feinsten
Was für eine Idee! Gott benutzt seinen Sohn als Opfer, um seine eigene Macht zu vergrößern. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von nordlicht-kiel veröffentlicht
Teuflisch gut
An "Ein Kunde", "surbene" & Co.

Immer dann, wenn Ihresgleichen über "Das Evangelium nach Jesus Christus" schreiben, taucht garantiert irgendwann das Wort "skurril"... Lesen Sie weiter...
Vor 10 Monaten von Kritikrax veröffentlicht
Zuviel beschreibung.
Ich habe mich etwas gelangweilt, als ich mit dem Buch angefangen habe. Es sind die Detais, die im Buch lange beschrieben werden, und das nervt beim lesen. Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von nisa veröffentlicht
enttäuschend
verspricht mehr, als es hält...lässt sich schwieriger lesen, als die bibel an sich, da die sätze so lang und verschachtelt sind und die wörtliche rede nicht... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 2. Juli 2009 von surbene
Jesus von einer neuen Seite
Neben zahlreichen anderen Autoren, die das mehr oder weniger erfolgreich versucht haben, hat auch José Saramago seine Interpretation der Lebensgeschichte von Jesus Christus... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. Januar 2009 von Valentine
Bewegend und anspruchsvoll
Ein ganz besonderes Buch. Die ersten Seiten musste ich auch als Vielleser durchaus anspruchsvoller Literatur bestimmt vier Mal lesen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. Februar 2008 von Iris
Ein echtes Kunstwerk
1998 erhielt José Saramago den Nobelpreis für Literatur "'für sein Werk, dessen Parabeln die Menschen die trügerische Wirklichkeit fassen lassen'". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Dezember 2006 von R.S.
Ein Mensch unter Menschen
Die Geschichte beginnt bei Jesus’ vermeintlichen Eltern und endet, wie nicht anders zu erwarten, bei seinem eigenen Tode. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 26. Januar 2006 von Noel
Es lebe die Menschlichkeit!
José Saramago blickt hier, wie schon in "Die Stadt der Blinden" geradewegs durch den hauchdünnen Lack von Zivilisation, der uns alle umgibt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 4. August 2000 von Iris Bachmeier
Enttäuschend
Wer andere Bücher von Saramago gelesen hat, wird von diesem Buch sicherlich enttäuscht sein. War z. B. Lesen Sie weiter...
Am 15. April 2000 veröffentlicht
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