Eine geniale Geschichte, ein Konstrukt, so phantastisch wie erheiternd. Ein Plot, so ungewöhnlich, wie aus dem Hut gezaubert. Aber harte Arbeit und viele Recherchen stecken dahinter, um so etwas zu ersinnen und zu konstruieren. Goethe, inzwischen 56jährig und sechs seiner Zeitgenossen, Bettine von Brentano, Achim von Arnim, Heinrich von Kleist, Alexander von Humboldt und kein geringerer als Friedrich von Schiller, alle im Alter von 20 bis 46 Jahren reisen sechs Wochen durch deutsche Fürstentümer im Jahr 1805 und durch Teile Deutschlands, die Napoleon sich einverleibt hat. Und um Napoleon geht es, er soll gestürzt werden und der Sohn Ludwigs des XVI. auf den Thron gesetzt. Viele Dialoge sind gespickt mit Zitaten aus den Schriften der Dichter und wirken lebendig und erheiternd. Deutschland am Beginn des 19. Jahrhunderts wird uns so vor Augen geführt, wie es besser nicht sein könnte, um sich ein Bild zu machen von dem Gewirr der kleinen Fürstentümer und eines Lebens auf Pferden und in Kutschen, ohne Telefon, ganz zu schweigen vom Handy'Und ganz klar, bei so einer Ansammlung von großen Geistern der Literatur und des Denkens entwickeln sich außergewöhnliche Beziehungen untereinander. Ob diese authentisch sind, kann ich nicht beurteilen, eher gehören sie zu dieser unglaublich spannenden und unterhaltsamen Geschichte, in die diese einstmals lebendigen Persönlichkeiten eingebettet sind. Interessant ist auch die Beurteilung von Lebensalter zu dieser Zeit, in Goethe sehen seine Gefährten einen alten Mann, ja, sogar bei allem Respekt, den sie ihm zugestehen, nennen sie ihn einen Greis.
Für alle literarisch und geschichtlich interessierten ist diese Geschichte ein Muss, der Unterhaltungswert ist hoch und es bleibt nicht aus, daß man Teile einer Nacht dranhängt, um weiterzulesen.