Nach dem rätselhaften Tod eines Mulitmilliadärs kommen dessen Kinder zusammen, um das Tafelsilber unter sich aufzuteilen. Alle drei sind nicht vereint in Trauer, sondern in Hass auf ihren Vater, den sie für den Selbstmordtod ihrer Mutter vor über 20 Jahren verantwortlich machten. Die Tochter eine Modedesignerin aus Paris, der eine Sohn ein homosexueller Anwalt aus Chicago, der andere Sohn ein drogensüchtiger Polo-Spieler. Diese verschiedenen Charakter sind sich untereinander spinnefeind und erst als eine vierte Erbin, eine uneheliche Tochter, in Erscheinung tritt, scheinen sie sich einig zu sein, dass dies eine Hochstaplerin ist. Aber sie kann die drei ehelichen Kinder davon überzeugen, dass ihre Mutter wohl wirklich das Kindermädchen der Familie war, das nach der skandalumwitterten Geburt der Tochter untergetaucht war. Aber dann taucht eine weitere junge Frau auf, die ebenfalls behauptet, jene uneheliche Tochter zu sein. Irgendjemand betreibt hier ein falsches Spiel.
Sidney Sheldons „Das Erbe" ist ein rasant und lebhaft erzählter Roman über ein Intrigenspiel unter den Erben des Multimilliardärs. Er lebt von sehr gut beschriebenen Charakteren und einer Handlung mit vielen Überraschungen und Wendungen. Jeder Erbe hat so seine Leiche im Keller und auch deren Lebenspartner sind an Hinterhältigkeit kaum zu überbieten. Kein Mitleid, sondern Verachtung empfindet man gegenüber fast jeder Figur, die in diesem Roman auftritt. Irgendwie macht es Spaß, immer wieder neue düstere Geheimnisse über diese abgrundtief schlechten Menschen zu erfahren. Besonderen Reiz erhält der Roman aber durch die Erzählkunst Sheldons, der wieder einmal in einfachen Sätzen die Sprache seiner Leserschaft spricht. Dadurch wird das ganze ein unkompliziertes Lesevergnügen, ein Buch, das man gar nicht mehr aus der Hand legen möchte.