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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Vom Puppenspieler, der zur Marionette wird, 14. März 2004
Durch allerlei Unbill wird Meginhard zum Lehrling eines wandernden Puppenspielers, der von Hof zu Hof, von Fest zu Fest zieht, um mit seinen Tokken, den Handpuppen, seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Mehr und mehr gerät Meginhard in die Welt dieser Höfe, erst recht nachdem er seinen Lehrherrn tötet und dessen Identität annimmt. Ein Schritt, der schreckliche Konsequenzen hat. Immer tiefer verstrickt sich der Puppenspieler, der an den Höfen und auf den Burgen Dinge erfährt, die nicht für seine Ohren bestimmt sind, in die Intrigen des Adels, der Unterstützer und Widersacher Karls des Großen und wird schließlich sogar Teil eines Komplotts, dass den Herrscher stürzen soll. Der Roman wirkt gelegentlich wie ein Roadmovie, da der Held ständig unterwegs ist. Alle Ereignisse sieht der Leser durch Meginhard und damit fast hautnah den Kampf ums tägliche Dasein, das Buhlen um Lohn und Anerkennung. Ein Manko stellt die stellenweise atheistische Haltung des Helden dar, die für die damalige Zeit in dieser Form nicht bestanden haben kann. Insgesamt ist Maren Winter ein ansprechender und unterhaltsamer Roman gelungen, das in weiten Teilen auch den Geist dieser Zeit widerspiegelt. Bei aller Kritik lassen sich soviel erzählerisches Talent und historische Detailtreue erkennen, dass ich gespannt bin auf einen Nachfolger.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gelungenes Mittelalter, 14. Juni 2005
Der Roman von Maren Winter bietet eine Fülle von Handlung und interessant verwickelten Handlungssträngen. Drei Sterne, weil interessante Mittelalterbeschreibungen ein interessantes Bild dieser Zeit und ihrer Menschen entstehen lassen. Vielleicht ist Maren Winters nächster Roman ja etwas länger, denn hier hätten ein paar Seiten mit mehr Tiefe und Breite der Geschichte gut getan! Die Hauptfigur ist als Ich-Erzähler angelegt aber bleibt trotz sprachlicher Nähe und gut gelungener und zeitgemäßer Beschreibungen der handfesten Art an einigen Stellen seltsam fremd. Ich konnte mich nicht wirklich mit ihm identifizieren. Vielleicht lag es daran, dass die Erzählung so rasant übers Papier fegt, dass für Einzelheiten und wirklich ausgefeilte Szenen nicht viel Raum bleibt. Mir wären mehr Beschreibungen der Personen und breiter angelegte Entwicklungen in den Personen hier lieber gewesen. Außerdem fand ich es zum Ende des Romans schwierig, dass die Dinge für armen Helden immer wieder auf die selbe Art schief gingen und er immer wieder gleich darauf reagierte, das wurde irgendwann etwas eintönig. Die Auflösung zum Schluss war denn auch etwas unbefriedigend. Alles in allem trotzdem lesenswert für alle, die eine gute Geschichte und mittelalterlichen Hintergrund suchen. Wer auf der Suche nach Personen zum Mitleiden ist, kommt etwas zu kurz.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dies Buch muß man zweimal lesen, 20. August 2003
"Bitte, ihr dürft mich nicht fortschicken!" - Meginhard hat Glück, er darf als Küchenjunge auf dem Hof bleiben. Als ein 'elternloser Bastard' ist er auf der untersten sozialen Stufe und erringt erst ein wenig Anerkennung, als er beim Regenzauber mitwirken kann. Wir schreiben das Jahr 775, das Leben ist hart und der Umgang ist rauh. Ein Puppenspieler kauft ihn als Diener, Meginhard lernt seine Kunst und Tricks, er wird erwachsen und selbstständig. Als er dann vor hochgestellten Personen spielen kann, gerät er unversehens in die Zahnräder der großen Politik, mit allen Chancen und Gefahren... Der Roman ist so spannend, daß ich am liebsten die ganze Nacht durchgelesen hätte. Dabei ist es Verschwendung, den Text einfach "zu verschlingen", denn die Sprache der Autorin ist bezaubernd und anschaulich. Wir erleben die Menschen ganz nah, ihre Gedanken und Sorgen gehen unter die Haut. Darüberhinaus beschreibt die Autorin Land und Leute, als wäre sie selber dabei gewesen : "Die Straße war so aufgeweicht, daß der Schlamm uns in die Schuhe drang, ehe wir drei Schritte gegangen waren." Diesen Roman las ich zweimal. Beim zweiten Mal, ohne die Spannung, konnte ich ihn richtig genießen.
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