"Bitte, ihr dürft mich nicht fortschicken!" - Meginhard hat Glück, er darf als Küchenjunge auf dem Hof bleiben. Als ein 'elternloser Bastard' ist er auf der untersten sozialen Stufe und erringt erst ein wenig Anerkennung, als er beim Regenzauber mitwirken kann. Wir schreiben das Jahr 775, das Leben ist hart und der Umgang ist rauh. Ein Puppenspieler kauft ihn als Diener, Meginhard lernt seine Kunst und Tricks, er wird erwachsen und selbstständig. Als er dann vor hochgestellten Personen spielen kann, gerät er unversehens in die Zahnräder der großen Politik, mit allen Chancen und Gefahren...
Der Roman ist so spannend, daß ich am liebsten die ganze Nacht durchgelesen hätte. Dabei ist es Verschwendung, den Text einfach "zu verschlingen", denn die Sprache der Autorin ist bezaubernd und anschaulich. Wir erleben die Menschen ganz nah, ihre Gedanken und Sorgen gehen unter die Haut. Darüberhinaus beschreibt die Autorin Land und Leute, als wäre sie selber dabei gewesen : "Die Straße war so aufgeweicht, daß der Schlamm uns in die Schuhe drang, ehe wir drei Schritte gegangen waren."
Diesen Roman las ich zweimal. Beim zweiten Mal, ohne die Spannung, konnte ich ihn richtig genießen.