Die Reihe hat mit "Die Macht und die Liebe" sehr stark begonnen und mich immer wieder in ihren Bann gezogen. Doch spätestens ab "Rubicon" ließ die Faszination nach. Erzählerisches Geschick wich einer Aneinanderreihung von Quellenzitaten, die oft unreflektiert (und daher teils widersprüchlich) aneinandergereiht wurden, ohne Spannung aufkommen zu lassen.
Während sich "Rubicon" bereits wie eine (langatmige)Nacherzählung des "Bellum Gallicum" las, verstärkt sich diese Tendenz in "Die Erben Caesars" in einem Maße, dass ich diesen Band als ersten nicht zu Ende gelesen habe.
Jedem Kenner der historischen Zusammenhänge fällt auf, dass lediglich verschiedene Quellen kompliliert wurden, ohne die Intention zu hinterfragen und somit die historischen Figuren losgelöst von späterer Geschichtskittung darzustellen oder wenigstens mehr aus ihnen zu machen als nackte "Typen" (Servilia - die ewige Intriantin; Brutus - der pickelige Versager; Caesar - der große Mann, Antonius - der Wüstling etc.). Die Menschlichkeit, die noch Sulla und Marius interessant werden ließ und die Romane so faszinierend machte, fehlt den Protagonisten ebenso wie die historische Glaubwürdigkeit, wenn sich die Autorin der römischen Praxis, historische Persönlickeiten als exempla virtutis - Beispiele einer festen Charaktereigenschaft oder eines bestimmten Handelns - zu überliefern anschließt.
Daneben treten vereinzelt Fehler auf, die darauf schließen lassen, dass die Autorin einen bestimmten Namen mit bestimmten Dingen in Verbindung stellen wollte und dies ungeachtet der historischen Intention der Person zu einem unlogischen Zeitpunkt tut. Diese Fehler sind um so ärgerlicher, da die Bände sehr gut recherchiert (wenn auch v.a. am Ende nicht mehr gründlich durchdacht) sind und man solche Patzer mit etwas Aufmerksamkeit und Sorgfalt hätte vermeiden können.
Ein historischer Roman muss für mich zwei Funktionen erfüllen:
1. er muss unterhalten
2. er muss ein nachvollziehbares Bild der geschilderten Zeit vermitteln
"Die Erben Caesars" erfüllt die erste Funktion nur ungenügend (die erzählerische Dynamik verliert aufgrund der Aneinanderreihung unreflektierter Quellenausschnitte), die zweite Funktion krankt an einigen Stellen, ist aber deutlich befriedigender als die "Imperator"-Reihe.