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Produktinformation
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Die letzten Minuten dieses echten Rundfunkklassikers kennt nahezu jeder: Zimmermann, der Reporter, hat sich nicht mehr im Griff. Er räumt ein Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt. Er beschwört das Tor durch Helmut Rahn, bekommt es und kann sich im wahrsten Sinne des Wortes kaum noch halten Aus, aus, aus, aus, das Spiel ist aus! als der erlösende Schlusspfiff ertönt.
Herbert Zimmermann, der Allround-Reporter, riss mit dieser Reportage zu Hause, in Deutschland, Massen mit. Fernsehgeräte gab es damals ja kaum. Sein außergewöhnlich lebhafter Stil, gepaart mit der Fußball-Sensation, machten aus dieser Übertragung ein unvergessenes Highlight der Sportgeschichte und der Geschichte Deutschlands im Allgemeinen. Denn das Wunder von Bern erlöste eine ganze Nation und ließ die Deutschen wieder aufatmen im Gefühl, auch jemand zu sein.
In der vollen Länge wird die Dramaturgie der Reportage deutlich. Verhaltene Anspannung ist genauso zu hören wie die Ekstase gegen Ende oder als der Ausgleich bereits in der 18. Spielminute erfolgt. Der Reporter hält die Zuhörer zum Daumen drücken an oder erzählt, wie er gebannt auf den Sekundenzeiger der Uhr starrt. Herbert Zimmermanns Tonfall ist markant, teilweise natürlich auch altertümlich, so spricht er z.B. häufig von den Jungens, fast immer vom Leder, er nennt die Fußballer beim Vornamen und gibt häufig ihre Heimatstadt an, er verspricht sich mehrmals. Manchmal kann er nicht an sich halten, das sind die Momente, in denen ihm die Vokabel Fußballgott für Toni Turek, den Tormann, entspringt, oder er von den herrlichen Namen der Pusztasöhne schwärmt. Von Zeit zu Zeit wird seine Reportage komisch, fast schon slapstickartig. Wenn es in seinen Beschreibungen nur so von Köpfen, Füßen und segelnden Körpern wimmelt, dann muss man schon lachen. Der Spannung und dem Spaß tut das keinen Abbruch.
Fazit: Damals als Fußballer noch Sportler waren und nicht Postars, die Unmengen an Geld verdienen. Damals als ein Reporter noch echte Leidenschaft vermitteln konnte und die Zuhörer bat, die Daumen zu drücken... Hören Sie sich einfach die NDR-Aufnahme von 1954 mit den Originaltönen von Herbert Zimmermann an und holen Sie sich alle Infos aus dem gut gemachten Booklet!
Originalaufnahme, Spieldauer: ca. 106 Minuten, 2 CD, mit ausführlichem Booklet. -- culture.text
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Bern hat sich -wie keine andere Stadt zuvor und danach- den Mythos gesichert als Olymp des DFB-Fußballs zu gelten. Dieser Status erscheint unangreifbar und für alle Zeit festgemauert. Das mittlerweile abgerissene Wankdorfstadion war seit dem WM-Titel 1954 weit mehr als bedeutende Sportkulisse, sondern bestach durch seine geschichtliche Schwere bei der Entwicklung einer noch jungen Bundesrepublik. Als mitentscheidende Grundlage hierfür muss die Endspielreportage Herbert Zimmermanns gewertet werden.
Der Rundfunk hat zuletzt exakt 50 Jahre nach dem "Wunder von Bern" die Originalreportage des Endspiels der Fußball-WM 1954 zwischen Deutschland und Ungarn (3:2) gesendet. Wie damals am 4. Juli wurde die Sendung um die legendäre Begegnung im Berner Wankdorf-Stadion um 16.53 Uhr begonnen. Begeisterte Hörerreaktionen waren die Folge. Oft wurde die Frage gestellt, wann man dieses Radiohighlight im Handel würde erwerben können. Dank der Zusammenarbeit von Hoffmann & Campe mit NDR Audio ist dies nun möglich und zwar in voller Spiellänge plus Siegerehrung. Wegen ihrer einzigartigen Dramatik gehört die Schilderung der Ereignisse zu den meistzitierten Tondokumenten der Nachkriegszeit.
Der Reportage gelingt der Brückenschlag von sportlicher Dokumentation zur emotionalen Einordnung der schweizerischen Geschehnisse für die bundesdeutsche Nachkriegsgeschichte. Zimmermann verharrt nicht allein in Glanz und Gloria der Fußball-Kunst. Natürlich wird auch hier die Eleganz eines Fritz Walter gewürdigt und erstrahlen die Weltmeister nach dem Abpfiff in bis dato kaum gehörten, beeindruckenden Sprachbildern. Zimmermann schafft es weiterhin dem Hörer die Illusion der ganzheitlichen Wahrnehmung eines Stadion zu erlauben. Besonders beeindrucken dabei die Randerscheinungen außerhalb des Platzes. Begeisterte und niedergeschlagene Herren mit Anzug und Hut, Zusatztribünen in Form von Zugabteilen und der unaufhörlich gegen die ungarischen Hoffnungen fortschreitende Minutenzeiger der Stadionuhr erlauben einen ganz neuen und frischen Blick auf die dramatischen Ereignisse.
Zimmermann arbeitet die individuelle Seite der Spieler und Zuschauer heraus, ihre Hoffnungen und Nöte; innerhalb und abseits des Rasenrechtecks. Er nähert sich der Seele des Spiels. Er zeigt nachdrücklich, dass man den Begriff "Wunder von Bern" nicht überstrapazieren darf. Der DFB-Triumpf wahr schlichtweg der Lohn für Fleiß, festen Glauben und bedingungslose Einsatzbereitschaft, aber sicher kein Geschenk göttlicher Fügung. Es gelingt hier den Mythos '54 nachhaltig weiter zu fassen, um "Bern" in Gänze zu erkennen.
Hoffmann & Campe und der NDR präsentieren ein sehr aufrichtiges und ehrliches Tondokument in hervorragender Qualität mit Booklet und bestätigen ihre besondere Stellung in Bezug auf Hörbuch- und Audioproduktionen.
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