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Das Ende vom Anfang der Naturgeschichte Gebundene Ausgabe – 15. Februar 2005


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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 1 (15. Februar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100278143
  • ISBN-13: 978-3100278142
  • Originaltitel: I have landed
  • Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 4,3 x 22,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 596.996 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Stephen Jay Gould, geb. 1941, war Professor für Zoologie und Geologie an der Harvard University und zugleich Kurator des Universitätsmuseums für vergleichende Zoologie. In Deutschland wurde er durch zahlreiche Bücher bekannt, darunter Die Lügensteine von Marrakesch, Wie das Zebra zu seinen Streifen kommt und Zufall Mensch. Stephen Jay Gould starb 2002 in New York.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

2. Keine Wissenschaft ohne Fantasie, keine Kunst ohne
Fakten: Vladimir Nabokov und die Schmetterlinge

Das Paradox der intellektuellen Promiskuität

Wohl niemand hat Francis Bacon jemals der Bescheidenheit geziehen, aber als der englische Lordkanzler seine "Große Wiederherstellung" des menschlichen Wissens schrieb und alle Kenntnisse zu seiner Domäne erklärte, schien dieses Ziel für einen großen Denker der Shakespeare-Zeit noch nicht lächerlich weit außerhalb aller Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten zu liegen. Als aber dann das Wissen explosionsartig wuchs und in Fachgebiete mit immer starreren, selbst auferlegten Grenzen zerfiel, wurde der unermüdliche Gelehrte, der in mehreren Bereichen wirken wollte, zum Gegenstand des Misstrauens - er galt entweder als Hochstapler ("von jedem ein bisschen und nichts richtig", so das alte Klischee) oder als lästiger Dilettant in einem fremden Fachgebiet, der ungeeigneten Objekten aus einer anderen Welt die Methoden seiner eigentlichen Disziplin überstülpen will.
Wenn große Denker und Künstler etwas völlig anderes als harmloses Hobby betreiben, das ihrer eigentlichen Tätigkeit kaum Zeit raubt, neigen wir zu gutmütiger Nachsicht. Goethe (aber auch Churchill und viele andere) waren vielleicht schlechte Sonntagsmaler, aber deshalb litten Faust und Werther nicht unter Missachtung. Einstein (das haben mir jedenfalls Personen aus eigener Erfahrung erzählt) war ein mittelmäßiger Geiger, aber diese Beschäftigung führte kaum zu Abstrichen bei der Physik.
Bekümmert sind wir aber, wenn wir den Eindruck haben, dass ein untergeordnetes Interesse einem vorrangigen Vorhaben von großem Wert wichtige Elemente stiehlt. Begeisterte Religionsanhänger mögen sich über die späten theologischen Schriften von Dorothy Sayers freuen, aber die Mehrzahl ihrer treuen Fans hätte sich lieber noch ein paar weitere Kriminalromane mit dem wahrhaft unnachahmlichen Lord Peter Wimsey gewünscht. Charles Ives war vielen Menschen mit dem Verkauf von Versicherungen nützlich, und Isaac Newton gewann durch die Untersuchung der prophetischen Texte von Daniel, Hesekiel und der Offenbarung sicher die eine oder andere neue Erkenntnis - alles in allem hätte aber ein wenig mehr Musik oder Mathematik der Menschheit einen größeren Dienst erwiesen.
Wenn wir also erkennen, dass eine zweitrangige Leidenschaft von der eigentlichen Ursache des Ruhmes immer mehr Zeit abzweigt, versuchen wir unseren Kummer über entgangene Romane, Symphonien oder Entdeckungen zu lindern, indem wir uns einreden, die untergeordnete Liebhaberei eines Helden müsse seine vorrangige Tätigkeit beseelt oder bereichert haben - oder mit anderen Worten: Der quantitative Verlust werde doch sicher durch einen Gewinn an Qualität wettgemacht. Aber solche Argumente zu formulieren oder zu begründen, ist häufig sehr schwierig. In welcher Hinsicht wurde Paderewski ein besserer Pianist, indem er als polnischer Premierminister tätig war (und in welcher Hinsicht wurde er ein besserer Politiker, weil er die Kompositionen seines Landsmannes Chopin spielte)? Wieso verbesserte eine frühere Karriere in der Baseballliga den Predigtstil des späteren Missionars Billy Sunday (falls wir darauf überhaupt etwas geben)? (Manchmal - und das habe ich mir nicht ausgedacht - kam er zu Beginn seiner Predigten wie ein Baseballspieler aufs Podium geschlittert.)
Kein Genie der neueren Zeit gab in dieser Hinsicht Anlass zu mehr Kommentaren als Vladimir Nabokov: Seine "andere" Laufbahn als Fachmann für die Systematik der Schmetterlinge regte ebenso viel sekundärkritische Texte an wie Ada, Lolita und alle seine anderen Gestalten zusammen. In diesem Fall - Nabokov war kein Dilettant, der sonntags ein paar vergnügte Stunden mit dem Schmetterlingsnetz in den Wald ging, sondern ein ernsthafter Wissenschaftler mit langer Publikationsliste und einer beachtlichen Insektenforscherlaufbahn - wünschen wir uns ganz besonders eine Verbindung zwischen seinen beiden Leben, einen Weg, wie wir zu uns selbst sagen können: "Vielleicht sind uns mehrere Romane entgangen, aber Nabokov hat seine Zeit mit der Insektenforschung sinnvoll ausgefüllt, eine Vision und Herangehensweise entwickelt, die seine literarische Tätigkeit erleuchtet oder sogar völlig verändert hat." (Bei engstirniger Betrachtung bedauern Berufssystematiker, darunter auch der Autor dieser Zeilen, vielleicht noch stärker den Verlust mehrerer Fachveröffentlichungen, der Nabokovs Romanen zu verdanken ist!)
Um den letzten verbliebenen Verdacht der Literaten zu zerstreuen, möchte ich alle Leser über einen Konsens in meinem beruflichen Umfeld in Kenntnis setzen: Nabokov war kein Amateur (im abwertenden Sinn des Wortes), sondern ein qualifizierter, ganz offensichtlich begabter biologischer Systematiker mit einer angemessenen Stellung und anerkannter "Weltklasse"-Fachkenntnis über Biologie und die Einteilung einer wichtigen Tiergruppe: der lateinamerikanischen Polyommatinae, bei Schmetterlingsfreunden allgemein als "Bläulinge" bekannt.
Keine Leidenschaft schwelte in Nabokovs Leben länger oder tiefer als seine Liebe für Naturgeschichte und die Systematik der Schmetterlinge. Sie setzte schon in früher Kindheit ein, angeregt durch das traditionelle Interesse der besser gestellten russischen Inteligenzija (ganz zu schweigen von den begleitenden wirtschaftlichen Vorteilen wie Zeit, Mitteln und Gelegenheit). Nabokov behauptete 1962 in einem Interview (Zimmer, S. 216): "Einer der ersten Texte, die ich auf Englisch schrieb, war ein Aufsatz über Lepidoptera, den ich mit zwölf verfasste. Er wurde nicht veröffentlicht, weil der Schmetterling, den er zum Gegenstand hatte, schon von jemand anderem beschrieben worden war." 1966 sprach Nabokov in einem Interview mit einer liebenswürdigen entomologischen Metapher von kindlicher Begeisterung, anhaltendem Enthusiasmus während des ganzen Lebens und seinem Bedauern, dass die politische Realität ihn an weiteren Arbeiten mit Schmetterlingen gehindert hatte (Zimmer, Seite 216):

Ich beabsichtige aber auch, Schmetterlinge in Peru oder im Iran zu sammeln, bevor ich mich verpuppe ... Wäre die Revolution nicht so verlaufen, wie sie verlaufen ist, hätte ich mich zweifellos der Muße eines Landadligen erfreut, aber ich glaube auch, meine Beschäftigung mit Insekten wäre dann noch umfassender und energischer geworden, und ich wäre auf lange Sammelreisen nach Asien gegangen. Ich hätte ein privates Museum gehabt.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Sacha Hanig am 21. Dezember 2005
Format: Gebundene Ausgabe
Nachdem ich mit dem "Dinosaurier im Heuhaufen" in Goulds Essays eingestiegen bin kann ich dieses letzte Buch aus der Feder des berühmten Evolutionsbiologen nur empfehlen!
Nicht nur für Biologen, Philosophen und Naturwissenschaftler im Allgemeinen ist das Buch ein Genuß. Die Fülle des Wissens dieses Mannes gepackt in gut lesbare Abhandlungen macht jedem, der über den Tellerrand hinausschauen möchte, sicher große Freude.
Wenn man in unserer Zeit noch von Universalgehlerten sprechen könnte, so würde Stephen Jay Gould ganz vorn auf dieser Liste stehen.
Die Leichtigkeit mit der er scheinbar unvereinbare Ereignisse der Geschichte und naturwissenschaftliche Begebenheiten sowie Literarisches miteinander verbindet lässt einen spühren wie viel es noch zu lesen und zu lernen gibt.
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