Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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126 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Vater, ein Sohn und die große Reise des Lebens, 19. April 2007
Tiziano Terzani - bereits vom Tod gezeichnet, aber trotzdem unglaublich "lebendig" - spricht in diesem Buch mit seinem Sohn Folco über den Tod und warum er keine Angst vor ihm hat. Er vermittelt ihm, dass er sich trotz des bevorstehenden Endes glücklich fühlt und unbeschwert vom irdischen Leben loslassen kann. Er philosophiert über die Fesseln des Geistes:
Zitat aus dem Buch: "Die wahre Entscheidung ist die, du selbst zu sein. Wenn du dich an den Gedanken gewöhnst oder bestimmte Übungen in der Richtung machst, wenn du darüber nachdenkst - nachdenkst! - dann wirst du erkennen, dass jedes Verlangen eine Form von Sklaverei ist. Denn je heftiger du verlangst, desto mehr begrenzt du dich."
Wen interessiert das schon? Wen interessiert Freiheit?
Diejenigen - so denke ich - die unzufrieden sind mit der oberflächlichen Art zu leben, mit den überall angebotenen Sicherheiten, die unzufrieden sind, von anderen fertig gebackenen Antworten zu erhalten. Diejenigen, die auf der Suche nach sich selber sind.
Tiziano Terzani hat einen langen Umweg gebraucht, um loslassen zu können. Der jahrelange Kampf gegen seine Krebserkrankung bescherte ihm offensichtlich spannende Erkenntnisse. Und ein gelöstes Lebensende.
Seine immer leichte und heitere, poetische und geistreiche Sprache schafft es, uns im Innersten unserer Seele zu treffen und uns anzuregen, über die einfachsten und grundlegendsten Fragen nachzudenken: "Wer bin ich?", "Was ist Sinn und Zweck meines Daseins?"
Er ermutigt uns, unsere Umgebung mit einem anderen Blick zu betrachten, unser eigenes Leben mehr zu genießen und es vielleicht in einem größeren Zusammenhang zu sehen.
Fazit:
Die innere Gelöstheit und heitere Neugier, mit der Tiziano Terzani seinen Krebstod erwartet, vermittelt sich so überzeugend und so natürlich, dass dieser mitreißende Erfahrungsbericht eines Lebensabenteuers zugleich dem Sterben seinen Schrecken nimmt.
Was Terzani hier in den letzten 3 Monaten seines Lebens seinem Sohn Folco in Dialogform weiter gibt, hat mich persönlich nicht mehr losgelassen. Es ist ein lesenswertes, authentisches, sehr tiefsinniges, menschliches und philosophisches Gespräch.
Absoluter Tiefgang...
Ohne Zweifel für mich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.
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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine faszinierende Lebensbilanz, 23. April 2007
Tiziano Terzani Das Ende ist mein Anfang DVA
Dieses Buch ist das Manifest und auch Vermächtnis eines großartigen Journalisten. Er wurde Journalist mit einer Leidenschaft und Beharrlichkeit, die einer Berufung gleichkam.
Am Ende seines Lebens stehend, wohl wissen, dass seine Tage gezählt sind, tritt er in ein langes Gespräch mit seinem Sohn ein, in dem er diesem von seinem Leben und seiner journalistischen Leidenschaft erzählt. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist offen und vertraut.
Tiziano Terzani stammte aus ärmlichen Verhältnissen aus der Nähe von Florenz und hat zielstrebig und intelligent seinen Weg zum Beruf des Journalisten gesucht.
Nach Studium und Berufserfahrung gelangte er als Korrespondent zum Spiegel, für den er Jahre lang aus Asien berichtet hat.
Neben dem Beruf hatte er in sehr jungen Jahren seine Frau gefunden, mit der er in inniger Gemeinschaft verbunden war.
Was er seinem Sohn zu erzählen hat, das zeugt von tiefer Lebenserfahrung, Menschenkenntnis und einem Reichtum an praktischer Erfahrung im Umgang mit politischen Systemen, für die man ihn wahrlich beneiden kann. Er hat Vietnam während des Krieges bereist, er war in China, Indien und Kambodscha und hat von allen Schauplätzen und Kriegsschauplätzen aus dieser Region berichtet. China hatte es ihm besonders angetan.
Angefangen von den Lügen, mit denen politische Systeme ihre Untaten in Kriegen und bei der Unterdrückung ihrer Bevölkerungen kaschieren, über die Korruption einzelner Staaten und der Arbeit ihrer Geheimdienste bis hin zur Konkurrenz unter den Kollegen: es bleibt nichts ungesagt, womit Journalisten in ihrem Berufsalltag konfrontiert werden.
Das Geschichtswissen um eine Region, in der man arbeitet, ist für ihn ein maßgebliches Instrument, um hinter verborgene Wahrheiten zu kommen.
Seine Berufsleben gipfelt in dem Satz: > Auf der Suche nach der Wahrheit durch die Welt zu reisen---- das ist Journalismus>.
Terzani ist unbestechlich und teilweise unter Lebensgefahr seiner Profession als freier Journalist nachgekommen. Je älter er wurde, desto weniger ließ er sich von seinem Weg abbringen. Zuletzt hat er dem Journalismus ganz entsagt.
Er wendet sich indischen Gurus zu und sucht sein Heil in der irdischen Entsagung. Mit dieser Einstellung gelingt ihm ein langsamer und schmerzloser Abschied von der Welt und von seiner Familie, denn er ist zuletzt schwer an Krebs erkrankt.
Am Ende seines Lebens ist er ein weiser Mann geworden, der aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfend ehrlich und aufrichtig das sagt, was er für die Wahrheit hält.
Das ist kein Buch, das einen literarischen Anspruch erhebt, sondern die Aufzeichnung eines sehr anrührenden Gesprächs zwischen Vater und Sohn.
Man liest den Bericht mit Faszination und ist ganz einfach beeindruckt von einem so vitalen, intensiven und abwechslungsreichen Leben und von dem persönlichen Charisma eines ungewöhnlichen Journalisten.
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35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ermutigung zum Gespräch , 5. August 2007
Obwohl ich das Buch erst zur Hälfte gelesen habe, möchte ich ihm schon 5 Sterne geben. Es hat viele Ebenen. Zum einen erläutert es geschichtliche Zusammenhänge, zum Beispiel in Bezug auf Vietnam und Kambodscha, aus der Sicht eines Augenzeugen. Dann handelt es von großem Journalismus. Und zugleich ist es das intime - und gleichzeitig öffentliche - Gespräch eines Vaters am Ende seines Lebens mit seinem erwachsenen Sohn. Für den Vater ist es Rückblick und Mitteilen seiner Erfahrungen. Für den Sohn ist es die Chance, das Leben seines Vaters besser zu verstehen, die eigenen Wurzeln besser zu verstehen. Nur wenige Menschen haben bzw. nutzen die Gelegenheit, vor dem Tod der Eltern derartige Gespräche zu führen. Neben dem inhaltlichen Wert des Buches sehe ich seinen Wert darin, Anstoß zu geben, sich mit den eigenen Eltern tiefer auseinanderzusetzen, solange es noch möglich ist.
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