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Das Ende der Unschuld - 12 And Holding
 
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Das Ende der Unschuld - 12 And Holding

Conor Donovan , Jesse Camacho , Michael Cuesta    Freigegeben ab 16 Jahren   DVD
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Darsteller: Conor Donovan, Jesse Camacho, Zoe Weizenbaum
  • Regisseur(e): Michael Cuesta
  • Komponist: Pierre Földes
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: SchröderMedia HandelsgmbH & Co KG
  • Erscheinungstermin: 19. November 2009
  • Produktionsjahr: 2004
  • Spieldauer: 91 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B002LM3IG8
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.093 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Die Zwillingsbrüder Jacob und Rudy, der dicke Leonard und die Psychiatertochter Malee sind zwölf Jahre alt und die besten Freunde. Als eines Tages Rudy bei einem von älteren Rowdies verursachten Baumhausbrand das Zeitliche segnet, greifen Verwerfungen in der Clique um sich. Während Jacob sinniert, wie er seinen Bruder gewaltsam rächen kann, möchte Leonard schlanker werden und dafür seine fette Familie umerziehen. Malee unterdessen fühlt sich anlässlich der ersten Regel reif genug, ein Verhältnis mit dem Sexfreak aus Mamas Praxis zu beginnen.

Video.de

Zwölfjährige Kinder müssen mit Situationen klar kommen, die Erwachsene überfordern würden, finden wenig Hilfe bei letzteren, und treffen tragikomische Fehlentscheidung in diesem sensibel beobachteten Gesellschaftsdrama, das nicht von ungefähr Erinnerungen an die Teenieschocker von Larry Clark oder die bösen Bürgerabgründe des Todd Solondz weckt. Wie der Unfall mit Ankündigung, von dem man die Augen nicht abwenden mag, entwickelt sich die Geschichte episodisch auf ein schmerzvolles Finale zu, um dennoch Raum zu lassen für Hoffnung. Perle für Dramenfreunde.

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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Schwab TOP 1000 REZENSENT
Lange habe ich mich davor gedrückt, diesem Film eine Chance zu geben, habe ich mich doch vorab über das bedrückende Ende des Filmes informiert. Das ein Kind aus Rache einen kaltblütigen Mord begeht, ist starker Tobak und so überwog zunächst die Skepsis.

Nach dem Anschauen des Filmes aber komme ich nicht umher, trotz des problematischen Endes, von einem guten, wenn nicht sehr guten Film zu sprechen, der sich auf sehr eindringliche und einfühlsame Art mit wichtigen Problemen des Erwachsen werdens und darüber hinaus mit den Erzübeln der amerikanischen Kultur beschäftigt.

Man kann diesen Film und das Ende nicht verstehen, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, welchen Stellenwert Waffenbesitz und Selbstjustiz noch immer in der amerikanischen Volksseele besitzt. Der Film glorifiziert diese Dinge auch nicht, er stellt sie lediglich ungeschönt und dennoch sehr einfühlsam dar und das macht auch das zunächst erschreckende Ende durchaus verständlich und wichtig.

Von Anfang an beschäftigt sich der Film mit typisch amerikanischen Fehlentwicklungen, die eben auch an Kindern nicht spurlos vorübergehen. Da ist die übergewichtige Familie, die sich einredet, dass kalorienarmes Essen ungesund ist, da ist die frühreife Göre, die sich nach einer Vaterfigur sehnt und dabei, wohl als ausdruck fehlender sexueller Aufklärung und Prüderie in den Staaten, ein Verhältnis zu einem älteren Mann eingehen möchte, und ja, da sind jene Probleme, die unbeschränkter Waffenbesitz in Verbindung mit einer den Lynchmord rechtfertigenden Doppelmoral auslösen können.
Von Anfang an zeigt der Film amerikanische "Heiligtümer" wie den 4. Juli, Halloween oder Weihnachten in einem kritischen Licht und auch die vielen Fahnen an den Häusern verdeutlichen den Eindruck, dass der Film bewusst machen möchte: seht her: das passiert hinter den Fassaden dieses Landes! Das kommt dabei raus, wenn man Gesundheitsvorsorge, Aufklärung und Waffenkontrolle vernachlässigt.

Der Film ist auch am so drastischen Ende weit entfernt von einem reißerischen Streifen wie "Kick-Ass" oder einem nihilistisch-morbiden Finale wie "The Mist", beides Filme, deren Intentionen ich nicht gerade schätze. "Twelve and Holding" aber bleibt auch Angesichts des entsetzlichen Finales ein zutiefst menschlicher Film, der Gewalt nicht voyeuristisch auskostet oder den Zuschauer der Hoffnungslosigkeit preisgibt.
Er legt den Finger in die Wunde einer Gesellschaft, die es zulässt, dass auch Kinder an Waffen gelangen können und die es zulässt, dass religiöser Glaube Lynchjustiz nicht verhindert sondern sogar noch befördert.
Diese Dinge müssen angesprochen werden und daher ist auch die Drastik der Auflösung durchaus nachvollziehbar, obwohl sich ein Teil von mir wünscht, dass der Junge am Ende doch nicht abgedrückt hätte. Hätte es nicht gereicht, das Thema nur anzusprechen und den letzten finalen Schritt nicht zu gehen?

Denn an anderer Stelle hatte der Film den Mut, nicht zu weit zu gehen. Zum großen Glück wird das Thema frühreifer Sexualität nur angedeutet, der erwachsene Gus nutzt aber das "Angebot" der verwirrten Teenagerin nicht aus und ruft stattdessen die Mutter des Mädchens an. Dies empfinde ich als die bessere Lösung und Ähnliches hätte ich mir für das Finale gewünscht. Hier aber waren die Macher zu keinen Kompromissen bereit, wohl auch deshalb, weil auch Amerika hier keine Gnade kennt. Während Sexualität unterdrückt wird, sind Waffen und Gewalt allgegenwärtig und somit ist das Ende konsequent und schockierend zugleich.

"Twelve and Holding" ist ein Film, den man gesehen haben sollte, ein mutiger Film, der entsetzen und schockiern soll...Keine verantwortungslose Gewaltverherrlichung à la "Kick-Ass"...
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Joroka TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Die Zwillingsbrüder Jacob und Rudy sind sehr unterschiedlich. Während Rudy ein offenes und mutiges Kind ist, versteckt sich Jacob für gewöhnlich hinter einer Maske, da ein riesiges Feuermal fast sein gesamtes Gesicht bedeckt. Mit dem beleibten Leonard und der asiatischstämmigen Malee verbindet sie eine enge Freundschaft. Als eines Tages Rudy beim Brand des Baumhauses ums Leben kommt, den zwei rivalisierende Jungen verursacht haben, müssen die drei von der Clique übrig gebliebenen mit dem harten Verlust erst einmal zurechtkommen. Während Jacob von Rachegedanken überflutet wird und einen der Brandverursacher regelmäßig in der Haft besucht, möchte Leonard, der nur selber knapp dem Flammeninferno entkommen ist, abspecken, dadurch seinem jungen Leben eine Wendung geben und gleichzeitig seine nicht weniger schlanke Familie umerziehen. Malee sucht die Nähe eines Patienten ihrer Mutter, der mindestens doppelt so alt ist wie sie und Probleme mit seiner Sexualität hat. Sicherlich auch eine Suche nach dem Ersatz für den fehlenden Vater in ihrem Leben.

Dieser Film hat es in sich. Geniale junge Darsteller im Zentrum der Handlung. Die Erwachsenen darum herum spielen eher eine untergeordnete Rolle; die Mutter von Malee in ihrem Berufs als Psychotherapeutin und die Eltern von Rudy in ihrem Umgang mit dem Verlust des eigenen Kindes.
Der Film überzeugt durch ein vielschichtiges und raffiniertes Drehbuch, welches in emotionsgeladene Bilder umgesetzt wurde. Sicherlich keine leichte Kost, aber ein sehr sehenswerter Film.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Hugo Humpelbein TOP 1000 REZENSENT
Am Beispiel dreier Kinder, die an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehen, illustriert Regisseur Michael Cuesta die verwirrend-brutale Zeit der frühesten Jugendjahre. Der fette Leonard will seine Mutter von ihrer Fresssucht kurieren, die hübsche Malee versucht sich zwecks erotischem Begehr an einen erwachsenen Mann ranzumachen - aber am tiefsten trifft mich die Episode mit Jacob, dem Jungen mit dem Muttermal auf dem Gesicht:
Bei einem Schabernack, den eine verfeindete Clique ausgebrütet hat, kommt der 12-jährige Rudy beim Brand einer Baumhütte zu Tode. Seinen Zwillingsbruder Jacob wirft der tragische Unfall aus der Bahn und er sinnt auf Rache an den Verantwortlichen. Er besucht die blutjungen Täter im Gefängnis und verspricht, sie zu töten, wenn sie in einem Jahr hier rauskommen. Nachdem einer der beiden sich schon selbst hingerichtet hat, scheint Jacob Mitleid mit dem anderen zu bekommen, scheint verzeihen zu wollen und freundet sich mit ihm an. Er verhilft ihm zur Flucht, aber nur um ihn an einem unbeobachteten Ort zu erschießen und zu verscharren.

Dieses schwer zu schluckende Ende bietet reichlich Stoff für Diskussionen zum Thema "Wie geht man mit seiner Trauer um - verzeihen oder rächen und Genugtuung empfinden?", und rückt die Dramatik eines nicht gelebten Lebens in den Mittelpunkt.
Insgesamt eine eindringliche, episodenfilmartige Coming-of-Age-Studie mit Begabung vor und hinter der Kamera.
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