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Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung
 
 
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Das Ende der Schublade: Die Macht der neuen digitalen Unordnung [Gebundene Ausgabe]

David Weinberger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & CO. KG; Auflage: 1 (6. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446412212
  • ISBN-13: 978-3446412217
  • Originaltitel: Everything is Miscellaneous: The Power of the new Digital Disorder
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 308.648 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
  • Komplettes Inhaltsverzeichnis ansehen

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"David Weinberger beschreibt, wie sich das Bild von Wissen und damit auch das Bild von der Welt derzeit verschiebt." Süddeutsche Zeitung, 16./17. August 2008 "Was auf den ersten Blick banal klingt, hat gewaltige Konsequenzen für die Art und Weise, wie wir in Zukunft Geschäfte machen, Wissen erwerben, vermitteln und organisieren und die Beschränkungen des physischen Raums überwinden werden. Ein Buch, das tiefschürfende Fragen aufwirft und manch überraschende Einsicht bereithält. Eine gründliche Lektüre lohnt sich." business bestseller, 4. April 2008

Kurzbeschreibung

Ob wir spazieren gehen, einkaufen oder uns unterhalten - ständig teilen wir die Lebewesen und Dinge, die uns umgeben, ein in verschiedene Kategorien: Bäume und Blumen, Milchprodukte und Gemüse, sympathische Menschen und unsympathische. So schaffen wir Ordnung und finden uns in der Welt zurecht wie in einer Bibliothek - alles hat seinen Platz. Diese Ordnung kommt ins Wanken, sagt David Weinberger. Unser Denken in festen Kategorien führt uns auf Dauer nicht weiter, wir müssen lernen, mit Chaos, Unordnung und Unschärfe umzugehen. Nur so lässt sich verstehen, warum Projekte wie Wikipedia funktionieren, warum YouTube, Flickr und iTunes so populär und erfolgreich sind. Das ist nicht weniger als eine Revolution: Denn auf einmal verlieren Experten ihre Macht, soziale Netzwerke werden immer einflussreicher, Kunden und Bürger entscheiden selbst, weil sie am besten wissen, was sie wollen. Jeder besorgt sich genau die Informationen, die er braucht, und bringt sie in die Ordnung, die ihm am besten nützt. Ein faszinierendes Panorama der digitalen Welt von einem der profiliertesten Internet-Vordenker.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Vom Hölzchen aufs Stöckchen 1. September 2010
Von Dirk Engel TOP 1000 REZENSENT
Von mir wurden in den vergangenen Jahren über 60 Bücher für den Newsletter IMPACT der IP-Deutschland rezensiert. Auf der IP-Website kann man alle VorGelesen"-Beiträge finden, allerdings nur im Rahmen der chronologisch archivierten Ausgaben des IMPACT-Newsletters. Das ist eine klassische Sortierung, wie wir sie aus Bibliotheken oder Ladengeschäften kennen: Es gibt ein - in sich logisches - Klassifikationskriterium und einen quasi-physischen Ort, an dem die Texte abgelegt werden (nämlich der jeweiligen IMPACT-Ausgabe). Dank des Internets gibt es aber noch andere Möglichkeiten (die auch in diesem Blog genutzt werden), Texte wie diese Buchkritiken zu klassifizieren.

Eine Sortierung nach Themenbereichen (etwa Neuromarketing" oder TV-Planung"), nach Verlagen, Autoren, verwendeten Wörtern oder der Bewertung ist möglich. Man könnte auch alle Artikel in Verrisse" versus Lobhudeleien" einteilen, oder in nützliche Bücher" versus verschwendete Zeit". Oder auch in gut geschriebene Kritiken" und schlecht geschriebene". Und jeder kann seine persönliche Sortierung finden und sie - z.B. in den bei Amazon beliebten Listen - auch anderen zur Verfügung stellen.
Noch nutzen wir diese Möglichkeiten aber nicht konsequent genug. Wir denken noch viel zu oft in den traditionellen Schubladen, die uns eine Ordnung der Dinge vorgaukeln, nur weil der begrenzt vorhandene Regalplatz in den Bibliotheken und die hierarchische Baumstruktur von Bibliotheks-Katalogen eine eindeutige Zuordnung erfordern. David Weinberger, Philosophie-Professor und Internetguru, hat ein amüsantes Buch geschrieben, in dem er uns die Logik, aber auch die Begrenztheit der traditionellen Klassifikations- und Archivierungs-Systeme vor Augen führt - nur um uns zu zeigen, wie das Internet diese über den - im wahrsten Wortsinne - Haufen geworfen hat.

Denn im Internet gibt es nur einen großen Haufen von ungeordneten Informationen, die von keiner zentralen Instanz (etwa einem Bibliothekar oder einem Herausgeber-Gremiums wie den großen Enzyklopädien) ausgewählt, beschriftet und eingeordnet werden. Die digitale Unordnung" führt stattdessen zu neuen, flexibleren, besseren Ordnungen - die werden nämlich von den Nutzern selbst erstellt, mit Hilfe von Querverweisen und Markierungen (so genannte Tags"), die wiederum durch Software und Suchmaschinen für jeden Nutzer individuell und sinnvoll geordnet werden.
Wer den Roman High Fidelity" von Nick Hornby gelesen hat, der ahnt, dass es die unterschiedlichsten Methoden gibt, seine Schallplatten-Sammlung zu sortieren. Im Internet können alle erdenklichen Ordnungssysteme gleichzeitig nebeneinander existieren. Das hat einen Einfluss darauf, wie unser Wissen entsteht, aber auch, wie wir Produkte einkaufen. Der Autor hat in dem anekdotenreichen Buch eine Vielzahl von Beispielen für alte und neue Ordnungen zusammengetragen: Von den verstaubten Warenregalen im Gemischt-Waren-Laden, über das Periodensystem der chemischen Elemente und die verschiedensten Bibliothekskataloge des 19. Jahrhunderts bis zum Online-Lexikon Wikipedia.

Dies ist zwar alles nicht uninteressant, doch ist nicht immer klar, wohin diese Lesereise gehen soll. Um die Grundideen des Buches zu begreifen, benötigt es nicht unbedingt einer auf 300 Seiten ausgebreiteten Revue der Ordnungen und Unordnungen aus 4.000 Jahren Kulturgeschichte. Wer aber gerne neue Entwicklungen in einem größeren geistesgeschichtlichen Zusammenhang sehen will, hat mit Das Ende der Schubladen" einen guten Zeitvertreib.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Das Buch ist, ironisch (?), den Bibliothekaren gewidmet, und in der amerikanischen Bibliothekswelt hat es auch große Beachtung gefunden. Sehr anschaulich beginnt es mit der Beschreibung eines Büromarktes, in dem die Waren naturgemäß in einer bestimmten Ordnung dargeboten werden. Dort ist jeder Artikel nur einmal, an seiner bestimmten Stelle, zu finden: "Im physischen Raum kann es immer nur eine Anordnung geben" (S. 6).
Die "digitale Welt" ist für Weinberger dagegen von grundsätzlicher Unordnung bestimmt. "Die digitale Welt ermöglicht es uns also, die fundamentalste Ordnungsregel der realen Welt außer Kraft zu setzen: Jetzt hat nicht mehr alles seinen festen Platz, sondern wir können allen Dingen mehrere Plätze zugleich zuweisen" (S. 16f). Dies ist die Grundthese des Buchs, daß der Bereich des Digitalen völlig von dem des Physischen verschieden sei, insofern als in ersterem keine Ordnung bestehe. Seine Behauptung versucht der Autor an der Organisation einer elektronischen Fotosammlung zu belegen: die Bilder lassen sich verschlagworten und so in beliebig vielen Alben beliebig verschieden anordnen.
Spätestens hier wird man stutzig und erinnert sich daran, daß die Bibliotheken genau dies schon seit langem mit Katalogen leisten. Die Bücher (Informationen) sind im Magazin kursorisch aufgestellt, also nach dem Zeitpunkt des Zugangs, genauso wie die Fotos auf einem digitalen Träger. Kataloge (Meta-Informationen) erlauben es aber, den Bestand virtuell nach verschiede-nen Gesichtspunkten zu organisieren, formal und sachlich.
Entscheidend für die Möglichkeit der mehrfachen Anordnung ist eben nicht die materielle Form des Objekts, sondern die Vergabe sinnvoller Metadaten. Auch die digitalen Bilder ordnen sich nicht von alleine zu Alben, sondern erst durch Erschließung. Zwischen einem Numerus-currens-Magazin und dem Bild-Ordner eines Rechners besteht kein wesentlicher Unterschied. In beiden Bereichen werden rein numerisch geordnete Informationen (Bücher, Bilder) durch intellektuell vergebene Metadaten in eine sinnvolle Ordnung bzw. in mehrere sinnvolle Ordnungen gebracht. Und außerdem: auch digitale Daten haben ein physisches Substrat, sonst gäbe es sie nicht!
Daß das Digitale sich sehr viel einfacher kopieren läßt, so daß ein Foto in vielen Alben präsent sein kann, das Buch aber (meist) nur einmal vorhanden ist - dieser Unterschied ist kein grundsätzlicher, denn er ändert nichts an der Möglichkeit der mehrfachen Ordnung: jedes Buch hat virtuell mehrere Plätze. Später scheint Weinberger dann doch noch begriffen zu haben, was Kataloge leisten, und damit widerlegt er seine Grundthese selber (S. 68).
Das Digitale bedeutet im Bereich der Organisation von Information keinen wesentlichen Einschnitt, keinen Paradigmenwechsel. Im Bibliotheksbereich war die entscheidende Wende vielmehr die von der systematischen zur kursorischen Aufstellung. Diese trennt die physische Ordnung von der intellektuellen; mit ihr mag somit, wenn man unbedingt will, das Zeitalter der "Unordnung", des "Durcheinander" (S. 208), begonnen haben.
Man kann sogar noch weiter gehen und sagen, daß die Welt der Bücher grundsätzlich genau so ungeordnet ist wie die der Dateien im World Wide Web. Ordnung schaffen erst die Metadaten der Buchhändler und Bibliothekare; und (fast) jede Bibliothek, jede Buchhandlung hat ihre eigene Ordnung - es gibt also eine Vielzahl von Ordnungen, genau wie im digitalen Bereich. Nur erscheint die Ordnung im Bereich des Gedruckten gleichsam als natürlich, weil es sie "schon immer" gegeben hat, so daß "Buch" ohne "Bibliothek" kaum denkbar scheint.
Leider geht Weinberger noch weiter und scheut nicht vor dem Versuch zurück, Platon und Aristoteles "aus dem Sattel" zu heben (S. 219). Damit begibt sich der Internet-Experte auf das für ihn gefährliche Terrain der Philosophie. Auch hier geht er von falschen Voraussetzungen aus und übersieht, daß die Welt grundsätzlich ungeordnet ist, daß aber jede Sprache den Versuch darstellt, dieses Chaos zu ordnen. Sprache ist immer schon "meta", sie spricht über Nicht-Sprachliches (außer da, wo sie über sich selber spricht, also metasprachlich gebraucht wird).
Auf einer anderen Ebene hingegen mag Weinberger recht haben. Wer sich durch die 300 Seiten seines Buchs gequält hat, kann in der Tat zu dem Eindruck kommen, das Zeitalter der Unordnung sei nun angebrochen: everything is miscellaneous. Disorder stellt das Organisationsprinzip dar. So liest sich das Ganze letztlich als der Versuch, eine persönliche Unfähigkeit dadurch zu rechtfertigen, daß sie zur bestimmenden Eigenschaft eines Zeitalters erklärt wird.
http://tobias-lib.ub.uni-tuebingen.de/volltexte/2008/3587/
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Großes Panorama 3. Juli 2008
Was David Weinberger hier aufbaut ist ein großes Panorama: er entwirft ein überaus interessantes Bild des Internets und der Möglichkeiten, die es für uns bereitstellt, wenn es um die Organisation von Informationen geht.

Laut Weinberger sind wir heute mit dem Internet bei der Ordnung 3. Ordnung angekommen. Er erläutert diese Entwicklung am Beispiel einer Bibliothek: die Ordnung 1. Ordnung bedeutet, dass jedes Buch in einer Bibliothek nur an einem physischen Ort stehen kann. Die Erfindung der Zettelkästen, mit denen man ein bestimmtes Buch findet, ist die Ordnung 2. Ordnung. Jetzt werden Bücher mit bestimmten Schlagworten versehen, und können dementsprechend auch in mehrere Kategorien eingeteilt werden. Die Ordnung 3. Ordnung entsteht erst mit dem Computer und dem Internet. Nun ist es möglich, dass die Bibliothek ihre Bestände im Web veröffentlicht, und jeder Nutzer kann für ihn interessante Bücher mit Tags, also Schlagworten ausstaten, kann die Bücher zu individuellen Listen zusammenstellen, und gibt damit den Büchern eine ganz eigene Bedeutung. Kurz gesagt: er versieht sie mit Metadaten.

Und genau dies ist das entscheidende an Weinbergers Buch: er stellt klar die Bedeutung von Metadaten heraus: Nutzer stellen bei iTunes ihre eigenen Playlists zusammen, die wiederum andere Nutzer inspirieren, ihre Lieblingstitel ebenfalls zu ganz anderen Listen zusammenzustellen, die wiederum andere Menschen inspirieren. Das Internet wird somit zu einem gigantischen Speicher an Informationen, die jeder Nutzer nach seinen eigenen Interessen sortiert und ordnet, und damit aber andere Nutzer wieder beeinflusst. Damit entstehen völlig neue Bedeutungen von Informationen, und das ist gerade das Faszinierende an Weinbergers Panorama, dass er uns zeigt, wie unheimlich inspirierend und befruchtend die Informationsflut im Internet für uns sein kann, indem jeder nach seinen Interessen die Informationen sinnvoll kombiniert und daraus völlig Neues entsteht.
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