Ich kann mich dem Tenor vieler Rezensenten nur anschließen. Über einige Auszüge des Buches, die im "Handelsblatt" erschienen waren, bekam ich Lust, das Werk zu lesen und wurde im Großen und Ganzen enttäuscht.
Auf gut 170 Seiten legt Gabor Steingart in knapp mehr als zwei dutzend Kapiteln von übersichtlicher Länge dar, warum die "Normalität", in der wir seit Jahrzehnten lebten, aus seiner Sicht zu Ende sei. Sei unser Leben in dieser Zeit mehr oder weniger Gesamtgesetzmäßigkeiten gefolgt und nun geringen Veränderungen unterworfen, stünde es in jüngster Zeit nun vor dem Umbruch. "Kaum etwas ist mehr 'normal'", so der Tenor.
Steingart schreibt in blumigen Worten und verwendet eine Vielzahl von Bildern. In seiner dicht gedrängten Reihung von Beispielen waren auch so manche "Aha!"-Momente dabei. Leider baut der Autor auf diesem Grundgerüst nicht auf und vergisst, daraus wesentliche Lehren zu ziehen. Die letzten Kapitel des Buches, in denen er dies versucht, blieben für mich unter dem Strich ohne substantiellen Erkenntnisgewinn.