Ich habe mich sehr gefreut, als ich sah, dass es eine "Fortsetzung" des
Globalisierungs-Readers gibt. Trotz des plakativen Titels, mit dem die
Herausgeber auf den Schnellzug phrasenhafter Kapitalismuskritik der
vergangenen Monate aufspringen, bietet die aktuelle Zusammenstellung der
besten Blätter-Aufsätze wieder prägnante Analysen der politischen und
wirtschaftlichen Gegenwart. Dabei begnügen sich die namhaften
AutorInnen, darunter Mike Davis, Harald Welzer und Saskia Sassen, nicht
mit dem Versuch, das Ausmaß der Wirtschaftskrise zu beschreiben und in
einem allgegenwärtigen Vergeltungsidealismus die "Schuldigen" zu
identifizieren.
Stattdessen werden die Multikausalität und Vielfältigkeit der aktuellen Krise(n)
herausgearbeitet und - endlich - auch einmal Prognosen gewagt,
Lösungsansätze präsentiert, die eine ernsthafte Diskussion verdienen.
Der Reader ist deshalb der ideale Lesestoff für alle, die sich im
sozialwissenschaftlichen Studium, in der Wirtschaftsredaktion oder in
der Politik tiefgründig mit dem breiten Feld der Globalisierung im
Allgemeinen und mit der jüngsten Weltwirtschaftskrise im Besonderen
auseinandersetzen wollen (oder müssen).