Seit Jahren wird in Deutschland immer wieder "von Oben" eine Dikussion über die Erforderlichkeit einer "Neugliederung der Bundesländer" gestartet. Angesichts einer Größe der Bundesländer von weniger als einer Mio.(Bremen) bis zu über 12 Mio. ("Bayern")und 17 Mio. (NRW) sollte man sich hierüber sicher Gedanken machen. Leider wird in Deutschland "von Oben" hierbei aber nur pauschal eine Vergrößerung der Kleinen durch Zusammenlegung gefordert. Die Frage, was denn nun die optimale Größe ist, kommt zu kurz und wird überhaupt nicht diskutiert.
Mit der Frage der optimalen Größe von Staaten hat sich Leopold Kohr u.a. in diesem Buch beschäftigt. Kohr beschreibt anschaulich die Vorteile kleiner Einheiten. Er geht davon aus, dass der Staat nicht Selbstzweck sein, sondern dass er alleine dem Gemeinwohl dienen soll. In einer bestimmten Größe erreicht der Staat dieses Ziel optimal. Übersteigt er aber diese Größe, wird der Staat zum Selbstzweck und dient nicht mehr optimal dem Gemeinwohl.
Im Rahmen der zukünftgen Neugliederungsforderungen sollten auch Kohrs Argumente berücksichtigt werden. Wahrscheinlich gibt es zu kleine Bundesländer, mit Sicherheit aber zwei zu große. Deren Medienpolitik wird leider auch zukünftig dazu führen, dass die Frage der optimalen Größe in Deutschland nicht gestellt wird. Kohr wird wohl in Deutschland weiter unbekannt bleiben. Schade.