Rainer Hanks Buch legt in aller Deutlichkeit die Prinzipien den "neuen", in Wahrheit uralten Turbokapitalismus dar. In erfrischend ehrlicher Weise macht er kein Hehl aus seiner Vorliebe für das US-Modell, das die kapitalistischen Ideale am geradlinigsten zum Ausdruck bringt. Wettbewerb, Wettbewerb, Wettbewerb, das ist sein Credo, nur Wettbewerb macht innovativ, nur Wettbewerb schafft Prosperität, nur Wettbewerb hält den Menschen auf Trab. Der ist nämlich, alter Adam, der er ist, eigentlich träge, und braucht die ständige Peitsche der Konkurrenz. Und wer dem Wettbewerb nicht gewachsen ist, der hat eben Pech gehabt. So weit, so gut. Hank verdient ein dickes Lob dafür, daß er die Ideologie des Kapitalismus nicht hinter Floskeln verschleiert, nein, er sagt knallhart, was Sache ist. Dafür 5 Sterne! Die Kehrseite der Medaille ist, daß Hank keine Spur einer Begründung dafür liefert, warum die Profitmaximierung höchstes Ziel des Menschen sein soll, warum Wirtschaftswachstum als abstrakte Größe ein Wert an sich sein soll, warum immaterielle Werte überhaupt nicht zählen. Wozu der Autor Philosophie und Theologie studiert hat, die sich ja eben mit solchen Fragen beschäftigen, ist mir schleierhaft. Aber der Mensch neigt ja nun einmal zum Vergessen...Für Sozialdarwinismus pur, Sklaventreibermentalität und konsequente Verleugnung so ziemlich sämtlicher moralphilosophischer und-theologischer Traditionen: 1 Stern. Macht summa summarum 3 Sterne. Fazit: Für Jungdynamiker ohne soziales Empfinden ein Kultbuch. Für Andersgesinnte ein -allerdings notwendiges- Ärgernis, Abteilung Feindaufklärung.