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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
122 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Antiserum gegen die Dummheit,
Von Fleetwood (Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft (Gebundene Ausgabe)
Das ist die Antwort, die die Eiferer verdient haben. In einer Welt, wo sogenannte Kreationisten allen Ernstes fordern, im Biologieunterricht an Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte (!) zu lehren, kann die Reaktion der Vernunft nicht hart genug ausfallen. In einer Welt, wo Grünen-Politiker islamische Feiertage in Deutschland und einen türkischen Text der Nationalhymne vorschlagen, bedarf es eines starken Antiserums. Das versprüht Sam Harris auf jeder Seite dieses faszinierenden Buches.Ob Christentum, Islam oder Judentum, Harris analysiert und entlarvt sie alle. Er verdeutlicht, dass ein Schwinden der Toleranz gegenüber anachronistischen religiösen Bräuchen ein unschätzbarer Beitrag zum Weltfrieden wäre. Das Interessante dabei ist, dass er im Gegensatz zu Richard Dawkins dem Menschen spirituelle Praktiken durchaus zugesteht. Über den Buddhismus etwa spricht er sich lobend aus, er sieht darin die fortgeschrittenste der großen Religionen, während er völlig richtig erkennt, dass die Anhänger von Jesus und Mohammed über Jahrhunderte hinweg keine nennenswerte geistige Entwicklung verzeichnen konnten. Manche Abschnitte des Buches sind philosophisch höchst anspruchsvoll, andere verdeutlichen das Gesagte im Plauderton, mit Humor, und keineswegs eifernd, wie es den "neuen Atheisten" gelegentlich vorgeworfen wird. Dem Schweizer Verlag Edition Spuren ist mit diesem Werk ein Volltreffer gelungen. Das Sachbuch liest sich spannend wie ein Krimi, und alle, die den Aberglauben, mit dem sie aufgezogen wurden, hinter sich gelassen haben, um ihn durch Verstand zu ersetzen, werden es lieben. Besonders gelungen die kleinen Denkspiele und Experimente, mit denen Harris seine Leser fortwährend bei der Stange hält und sie gewissermaßen "interaktiv" am Thema beteiligt. Der Lesende wird zum Nachdenken gezwungen - womöglich auch einer der Gründe, weshalb die Gegenseite diese Art von Literatur nicht allzu sehr schätzt. "Es wäre ein wahres Wunder gewesen, wenn die Hölle sich nicht gerührt hätte", so der Kommentar von Monsignore Walter Braumüller, dem Präsidenten des päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, zu diesem Buch. Wenn wir diesen Satz, ausgesprochen im 21. Jahrhundert, einmal kurz goutieren, dürfte es keine Zweifel mehr geben, auf welcher Seite der Wahnsinn kursiert. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
KRITISCH LESEN !!!!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft (Gebundene Ausgabe)
zu diesem buch habe ich ein sehr gespaltenes verhältnis während des lesens entwickelt, ich schwankte ständig zwischen zustimmung und ablehnung.die religionskritische argumentation ist - wenn auch nicht neu - auf beinharter logik aufgebaut. der fluss der argumentationen ist breiter und die fliessgeschwindigkeit ist höher als bei dawkins "der gotteswahn". die gebrachten überlegungen und beispiele sollten auch theisten überzeugen, aber darum sollte es nicht gehen und als agnostiker weiß ich, dass dies auch mit topargumenten unmöglich ist. jemandem, der unbeweisbare dinge wie gott oder jenseits mit unbeweisbaren dingen argumentiert, ist eben nicht beizukommen... der autor outet sich eigentlich bereits am beginn als gegner des islams. etwa im mittelteil des buches zitiert mr.harris seitenlang die seiner ansicht nach explosiven koranstellen um - und das halte ich auch für berechtigt - auf die gefährlichkeit dieser glaubensinhalte für den weltfrieden hinzuweisen. wenn er dann aber mehr oder weniger präventivschläge und folter rechtfertigen will, z.t. mit plausiblen beispielen, die aber in realiter wohl kaum so vorkommen werden und pazifismus als feige haltung und ungeeignet für eine begegnung mit fundamentalisten hinstellt, bleibt einem als europäer ein wenig die luft weg. auch die hinweise, dass zb bush ein völlig anderes demokratie- und moralverständnis habe als ein muslimischer warlord oder saddam sind zwar sicher nicht unrichtig, in dieser plakativen form aber indiskutabel. die angeprangerte amoralische form des terrors oder der kriegsführung (menschliche schutzschilder ect.) entspringen wohl der technischen unterlegenheit und der verzweiflung, der amerikanischen maschinerie sonst nichts entgegensetzen zu können. nun soll aber keineswegs der eindruck entstehen, dass hier die bush regierung verteidigt wird! aber es wird ein nicht uninteressanter, wenn auch z.t. erschreckender einblick in amerikanische sicht- und denkweisen geboten. ein wenig scheint mr.harris hier im mittelteil des buches den boden für eine weltweite kriegerische auseinandersetzung zwischen islam und der "freien welt" bereiten zu wollen. aber klar - auch wir europäer wollen nicht volle kraft zurück, und dem christentum muss man zugute halten, dass es eine positive religion ist, die ungläubige nicht (mehr) töten will oder kann, und die sich - zwar nur durch sozialen druck und sehr wiederwillig - nach modernen erkenntnissen und bedürfnissen neu orientiert. ob man den islam nun bekämpfen sollte oder andere wege einer entradikalisierung einschlagen sollte - dieses buch liefert sicher eine grundlage, mit der man sich dazu eine meinung bilden kann. vorraussetzung ist aber unbedingt ein kritischer zugang zu mr.harris' ansichten. eine 1:1 übernahme seiner "amerikanischen" ansichten wäre m.e. für den "europäischen" zugang zu diesen themen nicht förderlich. die bewertung ist mir hier sehr schwer gefallen - 5 sterne für die kontroversielle haltung und viele kluge überlegungen und argumentationen. durchaus auch eine gute bewertung für die themen und die klarheit mit der sie angesprochen werden. abzüge für die in manchen abschnitten verursachte vereinnahmung des lesers durch absurde gedankenexperimente, was bei unkritischen lesern zu einer aus meiner sicht unzulässigen beeinflussung führen könnte. also - kritisches lesen vorausgesetzt - 4 sterne - und eine empfehlung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
62 von 76 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Überzeugende Religionskritik, aber erschreckend naive Verherrlichung der Folter im Namen der Freiheit,
Von Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft (Gebundene Ausgabe)
"It is time we recognized that all reasonable men and women have a common enemy. It is an enemy so near to us, and so deceptive, that we keep its counsel even as it threatens to destroy the very possibility of human happiness. Our enemy is nothing else than faith itself" (131).Sich in den USA als Atheist zu bekennen ist lebensgefährlich! Genau das muss Sam Harris, der ohne Leibwächter nicht mehr vor die Tür gehen kann, gerade erfahren. In seinem ersten Buch "The End of Faith" fährt der Autor schwere Attacken gegen die drei monotheistischen Religionen, vor allem gegen den Islam. In den ersten drei Kapiteln "Reason in Exil", "The Nature of Belief" und "The Shadow of God" analysiert der Autor die Dogmen von Judentum, Christentum sowie dem Islam und betont deren Unvereinbarkeit mit den Werten der Aufklärung, den Errungenschaften der Moderne und nicht zuletzt mit dem gesunden Menschenverstand. Die größte Gefahr für Frieden und Sicherheit auf der Welt sieht Harris jedoch ganz eindeutig im Islam. Ein moderater Islam sei nur eine Illusion des harmoniesüchtigen Westens. Das Problem sei nicht nur die größtenteils menschenverachtende Ideologie des Korans (auch die Bibel sei da nicht viel besser), sondern vielmehr die Überzeugung aller Moslems, dass die Suren und Verse des Korans direkt und unmittelbar von Gott stammen und daher niemals in Zweifel gezogen werden dürfen. So könne man mit dem richtigen Vers nahezu alles auch noch so Grausame begründen. Bin Ladens Interpretation sei genauso aus dem Koran nachvollziehbar wie weniger gewaltsame Interpretationen. So lange der Koran mit all seinen internen Widersprüchen nicht ohne Gefahr für Leib und Leben kritisiert werden darf, sei der Westen in einer ideologischen Auseinandersetzung mit dem Islam. So weit so gut. Bis hierher ist Harris Argumentation schlüssig und gut nachvollziehbar. Doch stockt wohl den meisten (europäischen) Lesern der Atem, wenn Harris im Kapitel "A Science of Good and Evil" zu dem Schluss kommt, dass "if we are willing to drop bombs [...] we should be willing to torture a certain clan of criminal suspects and military prisoners" (197). Die Selbstverständlichkeit mit der selbst Intellektuellen in den USA Folter im "war on terror" befürworten ist erschreckend und für uns Europäer nicht nachvollziehbar. Fazit: Ein Buch mit zwei Gesichtern. Gute Analyse des Phänomens Religion und haarsträubender Versuch, Ethik und Moral im Zeitalter des globalisierten Terrors zu begründen. Daher nur drei Sterne. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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