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Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft
 
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Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft [Gebundene Ausgabe]

Sam Harris , Oliver Fehn
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 342 Seiten
  • Verlag: Edition Spuren; Auflage: 1., Aufl. (September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3905752069
  • ISBN-13: 978-3905752069
  • Originaltitel: The End of Faith - Religion, Terror and the Future of Reason
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 219.054 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Seit Krieg wieder heilig ist und betende Politiker zu Kreuzzügen aufrufen, wird allenorten von einem Wiedererstarken der Religion gesprochen. Sam Harris betrachtet den Zusammenhang zwischen Religion und Gewalt mit nüchternen Augen. Frei von der weit verbreiteten theistischen Betriebsblindheit untersucht er die Hintergründe des islamistischen Terrors und fordert ein Ende des Glaubens. Hier spricht einer aus, was viele kaum mehr zu denken wagen, endlich ein Autor, der zu unterscheiden weiss zwischen Religion und Spiritualität. Ein Weckruf in glaubensverdunkelter Zeit.

Auszug aus Das Ende des Glaubens: Religion, Terror und das Licht der Vernunft von Sam Harris, Oliver Fehn. Copyright © 2007. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

«Der junge Mann steigt in den Bus, kurz bevor dieser den Terminal verlässt. Er trägt einen Mantel. Unter diesem Mantel trägt er eine Bombe. Die Taschen seines Mantels sind gefüllt mit Nägeln, Kugellagern und Rattengift.
Der Bus ist voll besetzt und fährt Richtung Stadtmitte. Der junge Mann setzt sich neben ein Paar mittleren Alters. Er wird warten, bis der Bus die nächste Haltestelle erreicht. Das Paar neben ihm hat offensichtlich vor, sich einen neuen Kühlschrank zu kaufen. Die Frau hat sich bereits für ein Modell entschieden, ihr Mann jedoch befürchtet, es könne zu teuer sein. Er deutet auf ein anderes Gerät in der Broschüre, die geöffnet auf ihrem Schoß liegt. Dann kommt die nächste Haltestelle. Die Bustüren schwingen auf. Die Frau stellt fest, dass das von ihrem Mann gewählte Modell nicht in den Hohlraum unterhalb ihres Wandschranks passt. Neue Passagiere haben die letzten freien Plätze besetzt und sich im Gang zusammengeschart. Der Bus ist jetzt voll. Der junge Mann lächelt. Mit einem Knopfdruck vernichtet er sich, das Ehepaar neben ihm sowie zwanzig weitere Leute im Bus. Die Nägel, die Kugellager und das Rattengift sorgen für weitere Opfer auf der Straße und in den Autos ringsum. Es ist alles nach Plan gelaufen.
Die Eltern des jungen Mannes erfahren schon bald von seinem Schicksal. Obwohl sie betrübt darüber sind, einen Sohn verloren zu haben, verspüren sie auch gewaltigen Stolz über den gelungenen Coup. Sie wissen, dass ihr Sohn jetzt im Himmel ist und auch ihnen den Weg dorthin bereiten wird. Außerdem hat er seine Opfer für alle Zeit zur Hölle geschickt. Die Nachbarn sehen in dem Ereignis einen hervorragenden Grund zum Feiern, und sie erweisen den Eltern des jungen Mannes ihre Ehre, indem sie ihnen Geschenke in Form von Speisen und Geld bringen.
Soweit die Fakten. Dies ist alles, was wir mit Bestimmtheit über den jungen Mann wissen. Gibt es noch etwas, das wir auf der Grundlage seines Verhaltens über ihn folgern können? War er beliebt in der Schule? War er reich oder war er arm? War er von niedriger oder von hoher Intelligenz? Seine Taten liefern dazu keinerlei Aufschluss. Hatte er einen College-Abschluss? Lag eine vielversprechende Zukunft als Maschinenbau-Ingenieur vor ihm? Sein Verhalten beschert uns hinsichtlich solcher und Hunderte ähnlicher Fragen nur ein großes Schweigen. Warum ist es dann so leicht, auf so banale Weise leicht, so Ich-könnte-meinen-Kopf-darauf-verwetten-leicht, die Religion dieses jungen Mannes zu erraten?
Ein Glaube ist ein Hebel, der, hat man ihn einmal betätigt, nahezu alles andere im Leben eines Menschen auch in Bewegung versetzt. Sind Sie ein Wissenschaftler? Ein Liberaler? Ein Rassist? All das sind nur bestimmte Ausformungen von Glauben in Aktion. Ihre Glaubenssätze bestimmen Ihre Vorstellung von dieser Welt; sie diktieren Ihr Verhalten; sie legen fest, wie Sie auf andere Menschen emotional reagieren. Falls Sie dies bezweifeln, so denken Sie darüber nach, wie völlig anders Ihre Erfahrungen plötzlich wären, würden Sie einer der folgenden Behauptungen Glauben schenken:
1. Du hast nur noch zwei Wochen zu leben.
2. Du hast soeben hundert Millionen Dollar im Lotto gewonnen.
3. Außerirdische haben dir einen Empfänger in den Schädel gepflanzt und manipulieren deine Gedanken.
Dies sind nur Worte - bis man an sie glaubt. Schenkt man ihnen Glauben, werden sie Teil der Maschinerie unseres Geistes, bestimmen unsere Wünsche, Ängste und Erwartungen sowie unser daraus resultierendes Verhalten.
Mit einigen der am meisten hochgehaltenen Glaubensinhalte hinsichtlich dieser Welt scheint es jedoch ein Problem zu geben: Sie bringen uns auf unerbittliche Weise dazu, einander umzubringen. Ein Blick ins Geschichtsbuch oder auf die Seiten einer beliebigen Tageszeitung verrät, dass Vorstellungen, die eine bestimmte Menschengruppe von einer anderen trennen, nur um sie in Blutbädern wieder zusammenzuführen, ihre Wurzeln üblicherweise in der Religion haben. Sollte unsere Spezies sich jemals in einem Krieg selbst ausrotten, so vermutlich nicht, weil es in den Sternen stand, sondern weil es so in unseren Büchern stand; die Art und Weise, wie wir gegenwärtig mit Begriffen wie «Gott», «Paradies» und «Sünde» umgehen, ist es, die unsere Zukunft bestimmen wird. »

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
127 von 145 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Antiserum gegen die Dummheit 29. September 2007
Von Fleetwood
Das ist die Antwort, die die Eiferer verdient haben. In einer Welt, wo sogenannte Kreationisten allen Ernstes fordern, im Biologieunterricht an Schulen die biblische Schöpfungsgeschichte (!) zu lehren, kann die Reaktion der Vernunft nicht hart genug ausfallen. In einer Welt, wo Grünen-Politiker islamische Feiertage in Deutschland und einen türkischen Text der Nationalhymne vorschlagen, bedarf es eines starken Antiserums. Das versprüht Sam Harris auf jeder Seite dieses faszinierenden Buches.

Ob Christentum, Islam oder Judentum, Harris analysiert und entlarvt sie alle. Er verdeutlicht, dass ein Schwinden der Toleranz gegenüber anachronistischen religiösen Bräuchen ein unschätzbarer Beitrag zum Weltfrieden wäre. Das Interessante dabei ist, dass er im Gegensatz zu Richard Dawkins dem Menschen spirituelle Praktiken durchaus zugesteht. Über den Buddhismus etwa spricht er sich lobend aus, er sieht darin die fortgeschrittenste der großen Religionen, während er völlig richtig erkennt, dass die Anhänger von Jesus und Mohammed über Jahrhunderte hinweg keine nennenswerte geistige Entwicklung verzeichnen konnten.

Manche Abschnitte des Buches sind philosophisch höchst anspruchsvoll, andere verdeutlichen das Gesagte im Plauderton, mit Humor, und keineswegs eifernd, wie es den "neuen Atheisten" gelegentlich vorgeworfen wird. Dem Schweizer Verlag Edition Spuren ist mit diesem Werk ein Volltreffer gelungen. Das Sachbuch liest sich spannend wie ein Krimi, und alle, die den Aberglauben, mit dem sie aufgezogen wurden, hinter sich gelassen haben, um ihn durch Verstand zu ersetzen, werden es lieben.

Besonders gelungen die kleinen Denkspiele und Experimente, mit denen Harris seine Leser fortwährend bei der Stange hält und sie gewissermaßen "interaktiv" am Thema beteiligt. Der Lesende wird zum Nachdenken gezwungen - womöglich auch einer der Gründe, weshalb die Gegenseite diese Art von Literatur nicht allzu sehr schätzt.

"Es wäre ein wahres Wunder gewesen, wenn die Hölle sich nicht gerührt hätte", so der Kommentar von Monsignore Walter Braumüller, dem Präsidenten des päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, zu diesem Buch. Wenn wir diesen Satz, ausgesprochen im 21. Jahrhundert, einmal kurz goutieren, dürfte es keine Zweifel mehr geben, auf welcher Seite der Wahnsinn kursiert.
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31 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
KRITISCH LESEN !!!! 14. Januar 2008
Von Stephan Urban TOP 500 REZENSENT
Von Amazon bestätigter Kauf
zu diesem buch habe ich ein sehr gespaltenes verhältnis während des lesens entwickelt, ich schwankte ständig zwischen zustimmung und ablehnung.

die religionskritische argumentation ist - wenn auch nicht neu - auf beinharter logik aufgebaut. der fluss der argumentationen ist breiter und die fliessgeschwindigkeit ist höher als bei dawkins "der gotteswahn". die gebrachten überlegungen und beispiele sollten auch theisten überzeugen, aber darum sollte es nicht gehen und als agnostiker weiß ich, dass dies auch mit topargumenten unmöglich ist. jemandem, der unbeweisbare dinge wie gott oder jenseits mit unbeweisbaren dingen argumentiert, ist eben nicht beizukommen...

der autor outet sich eigentlich bereits am beginn als gegner des islams. etwa im mittelteil des buches zitiert mr.harris seitenlang die seiner ansicht nach explosiven koranstellen um - und das halte ich auch für berechtigt - auf die gefährlichkeit dieser glaubensinhalte für den weltfrieden hinzuweisen.

wenn er dann aber mehr oder weniger präventivschläge und folter rechtfertigen will, z.t. mit plausiblen beispielen, die aber in realiter wohl kaum so vorkommen werden und pazifismus als feige haltung und ungeeignet für eine begegnung mit fundamentalisten hinstellt, bleibt einem als europäer ein wenig die luft weg. auch die hinweise, dass zb bush ein völlig anderes demokratie- und moralverständnis habe als ein muslimischer warlord oder saddam sind zwar sicher nicht unrichtig, in dieser plakativen form aber indiskutabel. die angeprangerte amoralische form des terrors oder der kriegsführung (menschliche schutzschilder ect.) entspringen wohl der technischen unterlegenheit und der verzweiflung, der amerikanischen maschinerie sonst nichts entgegensetzen zu können.

nun soll aber keineswegs der eindruck entstehen, dass hier die bush regierung verteidigt wird! aber es wird ein nicht uninteressanter, wenn auch z.t. erschreckender einblick in amerikanische sicht- und denkweisen geboten.

ein wenig scheint mr.harris hier im mittelteil des buches den boden für eine weltweite kriegerische auseinandersetzung zwischen islam und der "freien welt" bereiten zu wollen.

aber klar - auch wir europäer wollen nicht volle kraft zurück, und dem christentum muss man zugute halten, dass es eine positive religion ist, die ungläubige nicht (mehr) töten will oder kann, und die sich - zwar nur durch sozialen druck und sehr wiederwillig - nach modernen erkenntnissen und bedürfnissen neu orientiert.

ob man den islam nun bekämpfen sollte oder andere wege einer entradikalisierung einschlagen sollte - dieses buch liefert sicher eine grundlage, mit der man sich dazu eine meinung bilden kann. vorraussetzung ist aber unbedingt ein kritischer zugang zu mr.harris' ansichten. eine 1:1 übernahme seiner "amerikanischen" ansichten wäre m.e. für den "europäischen" zugang zu diesen themen nicht förderlich.

die bewertung ist mir hier sehr schwer gefallen - 5 sterne für die kontroversielle haltung und viele kluge überlegungen und argumentationen.

durchaus auch eine gute bewertung für die themen und die klarheit mit der sie angesprochen werden.

abzüge für die in manchen abschnitten verursachte vereinnahmung des lesers durch absurde gedankenexperimente, was bei unkritischen lesern zu einer aus meiner sicht unzulässigen beeinflussung führen könnte.

also - kritisches lesen vorausgesetzt - 4 sterne - und eine empfehlung!
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63 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
"It is time we recognized that all reasonable men and women have a common enemy. It is an enemy so near to us, and so deceptive, that we keep its counsel even as it threatens to destroy the very possibility of human happiness. Our enemy is nothing else than faith itself" (131).

Sich in den USA als Atheist zu bekennen ist lebensgefährlich! Genau das muss Sam Harris, der ohne Leibwächter nicht mehr vor die Tür gehen kann, gerade erfahren. In seinem ersten Buch "The End of Faith" fährt der Autor schwere Attacken gegen die drei monotheistischen Religionen, vor allem gegen den Islam.

In den ersten drei Kapiteln "Reason in Exil", "The Nature of Belief" und "The Shadow of God" analysiert der Autor die Dogmen von Judentum, Christentum sowie dem Islam und betont deren Unvereinbarkeit mit den Werten der Aufklärung, den Errungenschaften der Moderne und nicht zuletzt mit dem gesunden Menschenverstand.

Die größte Gefahr für Frieden und Sicherheit auf der Welt sieht Harris jedoch ganz eindeutig im Islam. Ein moderater Islam sei nur eine Illusion des harmoniesüchtigen Westens. Das Problem sei nicht nur die größtenteils menschenverachtende Ideologie des Korans (auch die Bibel sei da nicht viel besser), sondern vielmehr die Überzeugung aller Moslems, dass die Suren und Verse des Korans direkt und unmittelbar von Gott stammen und daher niemals in Zweifel gezogen werden dürfen. So könne man mit dem richtigen Vers nahezu alles auch noch so Grausame begründen. Bin Ladens Interpretation sei genauso aus dem Koran nachvollziehbar wie weniger gewaltsame Interpretationen. So lange der Koran mit all seinen internen Widersprüchen nicht ohne Gefahr für Leib und Leben kritisiert werden darf, sei der Westen in einer ideologischen Auseinandersetzung mit dem Islam.

So weit so gut. Bis hierher ist Harris Argumentation schlüssig und gut nachvollziehbar. Doch stockt wohl den meisten (europäischen) Lesern der Atem, wenn Harris im Kapitel "A Science of Good and Evil" zu dem Schluss kommt, dass "if we are willing to drop bombs [...] we should be willing to torture a certain clan of criminal suspects and military prisoners" (197). Die Selbstverständlichkeit mit der selbst Intellektuellen in den USA Folter im "war on terror" befürworten ist erschreckend und für uns Europäer nicht nachvollziehbar.

Fazit: Ein Buch mit zwei Gesichtern. Gute Analyse des Phänomens Religion und haarsträubender Versuch, Ethik und Moral im Zeitalter des globalisierten Terrors zu begründen. Daher nur drei Sterne.
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