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Das Ende des Geldes: Hyperinflation und ihre Folgen für die Menschen am Beispiel der Weimarer Republik
 
 
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Das Ende des Geldes: Hyperinflation und ihre Folgen für die Menschen am Beispiel der Weimarer Republik [Gebundene Ausgabe]

Adam Fergusson , Max Otte
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 383 Seiten
  • Verlag: FinanzBuch Verlag (14. April 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3898796272
  • ISBN-13: 978-3898796279
  • Größe und/oder Gewicht: 23 x 15,4 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 111.775 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Der Autor verbrachte hunderte Stunden in Archiven verschiedener Länder, um diese außergewöhnliche Dokumentation aus der Zeit der Weimarer Republik zu Papier zu bringen.

In den Zwanzigerjahren des vorherigen Jahrhunderts war Deutschland nicht in der Lage, die Reparationszahlungen für den Ersten Weltkrieg zu leisten. Die Folge waren eine galoppierende In?ation, Hunger, sich rapide verschlechternde Lebensumstände der Bevölkerung und ein fast handlungsunfähiger Staat.

Was damals passiert ist, könnte uns wieder drohen, denn es gibt viele Parallelen zu der heutigen Zeit.

Spannend und kenntnisreich geschrieben nimmt Adam Fergusson den Leser mit auf eine Zeitreise - von der Vergangenheit über die Gegenwart bis zur Zukunft unserer gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Gesamtordnung.

Über den Autor

Adam Fergusson studierte Geschichte in Cambridge und wurde später Journalist. Er arbeitete unter anderem für den Glasgow Herald und die Times. Seine weitere berufliche Laufbahn führte ihn in die Politik, wo er Berater des britischen Ministers Lord Howe im Außenministerium wurde. Adam Fergusson hat fünf Bücher veröffentlicht, inklusive dreier Novellen. Fergusson ist ein gern gesehener Gast bei renommierten Fernsehsendern, wie die BBC und CNN, zu den Themen Ökonomie und Wirtschaftsgeschichte.


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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der deutsche Albtraum 6. Mai 2011
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Wohl kein anderes Volk auf diesem Planeten hat eine solche Angst vor Inflation wie das deutsche. Adam Fergusson berichtet in diesem Buch über die Hyperinflation der 1920er Jahre in den Verliererstaaten des 1. Weltkrieges. Da kaum noch jemand lebt, der diese Zeit bewusst durchlitten hat, müssen wir auf Bücher zurückgreifen, um wenigstens ansatzweise zu verstehen, was damals geschah. Der Text besitzt neben einigen Schwächen den interessanten Vorteil, dass er im Wesentlichen auf den Aufzeichnungen und Depeschen englischer Diplomaten aufbaut, also eine zwar nicht neutrale, aber eben auch nicht von Betroffenheit geprägte Sichtweise zum Ausdruck bringt.

Gerade die Erfahrungen dieser Hyperinflation und der später dem 2. Weltkrieg folgenden Geldentwertung führten dazu, dass die Deutsche Bundesbank nur eine einzige Aufgabe zugeordnet bekam: Sie hatte unter allen Umständen die Stabilität der Deutschen Mark zu sichern. Doch was bereits die Konstruktion der europäischen Einheitswährung vermuten ließ, trat am 9. Mai 2010 ein: Gegen den Willen des Bundesbankchefs Weber wurde die Europäische Zentralbank von der Politik gezwungen, Schrottanleihen südeuropäischer EU-Länder aufzukaufen. Damit, so schreibt der Herausgeber dieses Buches, Max Otte, ist der Selbstbedienungsladen der Notenbank eröffnet worden. Und dieser Weg führe, so Otte, mit großer Wahrscheinlichkeit in den Abgrund.

Wie es dort aussieht, kann sich jeder Leser dieses Buches schildern lassen. Die damalige Hyperinflation begann zwar erst 1921, aber ihre Ursachen lagen in der Kriegsfinanzierung, mit deren Lasten allerdings alle europäischen Staaten nach Kriegsende zu kämpfen hatten. Doch Deutschland wurden dazu noch auch für heutige Vorstellungen unerfüllbare Reparationslasten aufgebürdet. Um der Geldknappheit entgegenzuwirken, begann die Reichsbank mit zunehmender Beschleunigung Geld zu drucken. Damit wurde eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, die fürchterliche Folgen hatte, die bis heute im gesellschaftlichen Bewusstsein Deutschlands tief eingebrannt blieben.

Wenn man den Text von Fergusson liest, dann kann man es durchaus mit der Angst zu tun bekommen, denn es sind nicht nur die Beschreibungen der damaligen Not, die vor allem die Mittelschicht, Rentner, Intellektuelle und Freiberufler traf, die erschrecken, sondern es sind auf der einen Seite die unvorstellbare Dummheit und Kurzsichtigkeit der politischen Verantwortlichen, die einem das Fürchten lehren und auf der anderen Seite die brutalen und die Gesellschaft von innen zerstörenden Konsequenzen dieses unverantwortlichen Handelns.

In einem Bericht aus jener Zeit, der auf Seite 343 zitiert wird, steht: "Ich kann jedoch verstehen, dass der Selbsterhaltungstrieb existenzbedrohter Menschen stärker ist als alle moralischen Gesetze. ... Es ist inzwischen üblich, dass besser und wärmer angezogene Menschen auf der Straße ihrer Kleidung beraubt werden und gezwungen sind, barfuß nach Hause zu gehen."

Fergusson beschreibt die Ereignisse entlang der Zeitlinie und benutzt dazu sehr oft die Aufzeichnungen des damaligen britischen Botschafters. Seine Schilderungen widmen sich vorrangig der ökonomischen Lage des leidenden deutschen Volkes und der Dummheit seiner politischen Klasse, die nach Ansicht des Autors unfähig war, einfachste Zusammenhänge, wie den zwischen Geldmenge und Geldentwertung, zu begreifen. Die Leitung des Irrenhauses, so zitiert Fergusson seine diplomatischen Quellen, wurde den Geisteskranken überlassen.

Mit dem Text wird übrigens auch begreiflich, wie aus dieser Situation der Wunsch vieler Menschen nach einer starken Führungspersönlichkeit einfach entspringen musste. Der Autor macht darüber hinaus den Anteil der deutschen Industrie an der Hyperinflation deutlich, denn sie profitierte von Krediten, die anschließend durch die Geldentwertung mühelos zurückzahlbar waren. Folglich feuerte sie die Reichsbank nur noch mehr an, Geld zu drucken.

Der Staat und das wirtschaftliche Leben brachen mit der Hyperinflation völlig zusammen. Bauern und Ladenbesitzer weigerten sich, Produkte gegen wertloses Papier zu tauschen. Steuern waren nicht mehr festsetzbar und konnten nicht eingetrieben werden, was das Staatsdefizit ins Unermessliche trieb und zu weiteren Gelddruckorgien führte. In vielen Teilen des Reichs wurden Zentrifugalkräfte immer bedeutender.

Und als fast niemand mehr wusste, wie dieser Irrsinn jemals aufhören sollte, brachte Hjalmar Schacht die Spirale mit einem Trick zum Stehen. Denn die von ihm eingeführte Rentenmark war nichts anderes. Da Papiergeld nur auf Vertrauen beruht, musste das Vertrauen wieder hergestellt werden. Und das gelang Schacht, weil er sowohl über einen scharfen Intellekt, als auch über die den politischen Willen und die Stärke verfügte, konsequent zu bleiben.

Das Buch beschreibt die Abläufe der Hyperinflation sicher nicht vollständig, doch aus einer anderen Sicht als das ein deutscher Autor mit deutschen Quellen tun würde. Darin besteht seine Stärke. Zu seinen Schwächen zählen die wenig tiefgreifende Ursachenforschung für die fürchterliche Entwicklung. Erst im Nachwort stellt der Autor dann wenigstens die wirklichen Zusammenhänge deutlicher dar.

Wer sich über die Folgen einer Hyperinflation informieren möchte, der findet in diesem gut lesbaren Text viel Material. Dass der Autor auf die jüngere Entwicklung in Europa nirgends eingeht, kann man ihm nicht vorwerfen, weil der Text ursprünglich in den 1970er Jahren geschrieben wurde. Die Zusammenhänge zu unserer Situation macht dafür der Herausgeber deutlich.

Fazit.
Ein wirklich interessanter, gut lesbarer, aber freudloser Text, der uns die Abgründe schildert, vor denen wir wieder stehen, wenn wir über die riesigen Schuldenberge sehen würden, die unverantwortliche Politiker wieder einmal angehäuft haben. Die Schilderungen verdienen die volle Punktzahl, wenn man sich bewusst ist, dass dies kein umfassendes Werk über die deutsche Hyperinflation, sondern mehr ein Bericht ist, der aus den Quellen der britischen Diplomatie gespeist wurde.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ronmoscow
Im neuesten Werk der von Max Otte herausgegebenen Reihe der Finanzklassiker werden wir mit dem Phänomen der Hyperinflation in Deutschland anhand von Tatsachenberichten konfrontiert. Der schottische Autor Adam Ferguson versteht es sehr gut, den Leser auf eine bedrückende Reise in die Weimarer Republik mitzunehmen und in den schwierigen Inflations-Alltag der Menschen einzutauchen. Es ist teilweise erschreckend, wie massiv die Entwertung des Geldes auf das Leben und die Befindlichkeit der deutschen Bevölkerung einwirkte. Nach dem verlorenen Krieg und dem Diktat von Versailles, welches vor allem von den Franzosen auf brutale Weise durchgedrückt wurde, lag das Selbstwertgefühl des deutschen Volkes am Boden. Die Reparationszahlungen lähmten die Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft und die Handlungsfähigkeit des Staates. Die Reichsbank reagierte mit dem Anwerfen der Notenpresse und druckte Geld als ob es kein Morgen gäbe. Vor dem Krieg war ein Dollar vier Mark wert, auf dem Höhepunkt der Hyperinflation Ende 1923 waren es 4,2 Billionen Mark. Das Wort von der 'Schubkarreninflation' wurde geprägt. Die Anekdoten haben etwas Tragisch-Komisches: In Bayern gab es einen Gesetzentwurf, der Völlerei zu einer Straftat machte. Ernest Hemingway berichtete, wie französische Jugendliche im deutschen Grenzgebiet einfielen und für sie billige Sahnetorten aßen, bis ihnen schlecht wurde: 'Die Mark fiel schneller, als die Bäcker backen konnten.' Es gab Menschen, die sich über Wasser hielten, indem sie jeden Tag ein Glied aus einer goldenen Kruzifixkette verkauften.

Dieses Buch kommt zur richtigen Zeit: Auf den Titelseiten von Wirtschaftsmagazinen stehen groß Wörter wie 'Inflationsangst'. Anleger flüchten in reale Werte wie Gold und Wald, manche legen sich im Keller Essensvorräte für Jahre an, weil sie fürchten, dass das Geld verreckt. Die Notenbanken haben die Welt mit billigem Geld überschwemmt, um nach der Finanzkrise einen Totalabsturz der Wirtschaft zu verhindern. Die Konsequenz ist für viele logisch: Mehr Geld muss auf Dauer dazu führen, dass das Geld weniger wert wird.

Die Finanzpolitiker und Notenbanker haben aber offensichtlich nichts aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Anstatt die Ursachen der Krankheit zu bekämpfen, wird an den Symptomen herum gedoktert. Anstatt das marode, insolvente und gierige Bankensystem schärfer zu überwachen und zu regulieren, werfen die Notenbanken die Notenpressen an oder kaufen wertlose Staatsanleihen und blähen damit ihre Bilanzen weiter auf. Die Politik sieht nur ohnmächtig zu und ist der mächtigen Finanzlobby hilflos ausgeliefert. Alles in allem ist dies eine wenig ernüchternde Bestandsaufnahmen des gegenwärtigen Zustandes des internationalen Finanzsystems. Wird jetzt keine mutige Wende eingeleitet, so werden wir entweder einen weiteren Finanztsunami in Form eines Staatsanleihencrashs ,hohe Inflationsraten oder Währungsreformen erleben.

Fergusons Buch ruft die schlimmen Erfahrungen des deutschen Volkes mit einer erdrückenden Inflation in Erinnerung und kann einen Beitrag dazu leisten, dass die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholt werden. Man wünscht ihm viele neue Leser, besonders solche, die für die Stabilität von Währungen verantwortlich sind...

Es ist noch nicht zu spät zu handeln!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bloron TOP 100 REZENSENT
Bei diesem Buch handelt es sich um die Neuauflage eines erstmalig 1975 veröffentlichten Buches. Gerade auch weil die Europäische Zentralbank (EZB) derzeit genau das macht, was damals zur Hyperinflation führte - Staatsanleihen kaufen mit selbst geschaffenen Geld welches somit die Geldmenge erhöht - ist das Thema an sich sicherlich auch heute noch aktueller denn je.

Auch wenn die Geldschöpfung der damalige "Zentralbank" natürlich in einer ganz anderem Dimension erfolgte, so ist die Analyse der deutschen Hyperinflation auf das Gesellschaftsleben bzw. den Überlebenskampf der Bevölkerung durchaus grundsätzlich einer näheren Betrachtung wert.

Allerdings gelingt es dem Autor leider nicht, die Geschehnisse didaktisch sinnvoll wiederzugeben. Im Wesentlichen beschreibt der Autor etwa hundert Einzelereignisse bzw. Situationen und diese sind auch durchaus interessant, ein roter Faden der einen durchs Buch begleitet fehlt aber leider weitestgehend.

Fazit:
Wer sich für die deutsche (Wirtschafts-) Geschichte und/oder die Auswirkungen von Hyperinflation interessiert, kann durch dieses Buch sicherlich einige neue Erkenntnisse gewinnen. Wirkliche Spannung wird beim Lesen durch den zusammenhanglosen Schreibstil aber eher nicht aufkommen.
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