Kurzbeschreibung
Die Industrialisierung war mit einem fundamentalen Wandel des gesellschaftlichen Stoffwechsels und damit dem physischen Austausch zwischen Gesellschaften und ihrer natürlichen Umwelt verbunden. Agrargesellschaften schalteten sich in gegebene Solarenergieströme ein, was ihre ökonomischen Handlungsspielräume definierte. Sie hingen in jeder Beziehung von der Fläche ab, von der sie ihre Energie gewannen und die sie unter den jeweiligen kleinräumigen ökologischen Bedingungen nutzten. Die Industrialisierung beruhte dagegen in sozialökologischer Hinsicht auf der Nutzung fossiler Energieträger, die sukzessive immer mehr Lebensbereiche erfasste. Hier wird nachvollzogen, wie sich der Übergang vom agrarischen System zu einer auf Wachstum beruhenden Ökonomie vollzogen hat. Es wird deutlich, dass sich bis ins 20. Jahrhundert ein Muster der »Industriegesellschaft« stabilisieren konnte, das in den letzten Jahrzehnten wieder in Auflösung geraten ist.
Über den Autor
Verena Winiwarter ist Dozentin für Umweltgeschichte am Institut für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung in Wien. Rolf Peter Sieferle ist Professor für Geschichte an der Universität St. Gallen, Schweiz. Fridolin Krausmann ist Lehrbeauftragter für Umweltgeschichte an den Universitäten Wien und Klagenfurt. Heinz Schandl ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziale Ökologie (IFF) der Universität Wien.