Der amerikanische Wirtschaftsjournalist Jeremy Rifkin zeichnet das begonnene 21. Jahrhundert als ein Zeitalter fortschreitender Automatisierung - die er auch als Mensch-durch-Maschine-Ersetzung verstanden wissen will - und damit einhergehender permanenter Überproduktion durch die Maschinen und wachsender technologischer Arbeitslosigkeit der Menschen. Diese nach der Erfindung der Dampfmaschine und der Gewinnung und Nutzung der Elektrizität nun Dritte industrielle Revolution könnte die Gesellschaft neu spalten, den Graben zwischen Arm und Reich neu ziehen. Auf der Gewinnerseite stehen laut Rifkin die "Symbolanalytiker" oder Wissensarbeiter mit guter und sehr guter Ausbildung, die mit ihren intellektuellen Fähigkeiten höchste Wertschöpfung erzielen - die neue Aristokratie. Zu ihnen gehören zum Beispiel Wissenschaftler, Ingenieure, Softwareexperten, Biotechniker, Architekten, Marketingspezialisten, Filmproduzenten, Autoren und Journalisten. Für alle Anderen, aus dem Erwerbsprozeß Herausgedrängten hält die "schöne neue Welt" langandauernde (ewige?) Arbeitslosigkeit und Verelendung bereit. Dieser Graben kann von der Oberklasse durch einen Polizeistaat und durch private Sicherheitsdienste verteidigt werden.
Die Alternative zu dieser düsteren Zukunftsvision besteht in der gerechten Verteilung von Arbeit und der Erschließung und Stärkung des Dritten Sektors (neben Wirtschaft und Staat), also des Gemeinwesens oder sogenannten "Non-profit"-Bereiches, in der die Menschen sich sozial engagieren und Bürgerpflichten wahrnehmen, und somit der Entsolidarisierung der Gesellschaft entgegenwirken. Dies könnte die Grundlage eines neuen Gesellschaftsvertrages sein. Rifkin setzt hierbei auf die Bürger, deren Wille, sich in Freiwilligenorganisationen zusammenschließen, in den USA besonders ausgeprägt ist.
Rifkin stellt u.a. folgende Thesen im Gegensatz zu herkömmlichen Meinungen auf: Erstens, der Dienstleistungssektor kann die aus der Industrie und der Landwirtschaft freiwerdenden Arbeitsplätze nicht aufnehmen. Und zweitens, Wirtschaftswachstum schafft nicht unbedingt neue Arbeitsplätze (siehe Miegel).
Demographische Betrachtungen, wie sie zum Beispiel Miegel anstellt, kommen bei Rifkin nicht in Betracht; lediglich im Nachwort schreibt der deutsche Journalist Martin Kempe, daß das Problem der Unterbeschäftigung durch den Eintritt der geburtenschwachen Jahrgänge in das Erwerbsleben nicht gelöst werden kann.
Meinhard Miegel, der in seinem Buch "Die deformierte Gesellschaft" den Fokus auf Deutschland lenkt, denkt an vielen Stellen anders oder einfach auch kurzfristiger und gibt folgendes zu bedenken: Erstens, es gibt genug Arbeit, nur nicht genug Arbeitsplätze. Zweitens, diese Arbeitsplätze zu schaffen, also Arbeitgeberfunktionen wahrzunehmen, ist auch Sache der Arbeitnehmerhaushalte, die Dienste in Anspruch nehmen könnten, diese stattdessen aber in Eigenleistung selbst verrichten.