"Maria", so wie das Mädchen genannt werden möchte, wurde bewusstlos in einem Wald gefunden. Nachdem die Ärzte sich stümperhaft um sie gekümmert haben, verliert das Mädchen ihr Gedächtnis. Nur Martin Kirsch, der selber nicht unbedingt als stabil bezeichnet werden kann, ist bemüht, ihr zu helfen. Sein einziger Anhaltspunkt ist ein Stück Papier, mit dem Termin einer Vorlesung von Albert Einstein darauf.
Während die Nazis in Deutschland langsam aufkeimen, sucht Martin nach der Wahrheit und er muss ein sehr spezielles Geheimnis aufdecken...
Ich weiß nicht, warum dieses Buch als Thriller gehandelt wird. Ich selber würde es als einen spannenden Roman einteilen. Das Buch erzählt die Geschichte des Einstein-Mädchens und ist selber ein fiktives Manuskript eines anderen Mannes, der einer gewissen "Elisabeth" etwas erzählen möchte. Seine Briefe an diese Frau werden immer einmal wieder eingestreut und unterbrechen die Geschichte.
Es ist ein sehr interessantes Buch, gut geschrieben und flüssig zu lesen. Anfangs sind die Briefe scheinbar noch aus dem Zusammenhang gerissen worden und führen einen dann aber später zu der eigenen Wahrheit. So ganz wird nicht alles geklärt, hier bleibt dem Leser das eigene Denken nicht erspart. Auch der Titel, dessen Wahl eine besondere Rolle spielt, bekommt am Ende der Lektüre eine erhöhte Bedeutung.
In diesem Buch wird vieles angesprochen und Aufgeklärt. Es waren nicht unbedingt die Nazis, die mit einer perversen Forschung am Menschen begonnen haben. Schon vor der Machtergreifung, ab es zum Beispiel die so genannte "Insulin-Schock-Therapie", die Menschen ins Koma beförderte und angebliche gestörte Menschen heilen sollte. Das die Nazis dieser Perversität noch eines draufgesetzt haben, soll an dieser Stelle bitte aber auch erwähnt werden!
Neben dem normalen Handlungstrang wird unterschwellig auch von Berlin im Jahre 1932 erzählt. Hier hat der Autor anscheinend ausgesprochen gut recherchiert. Die Bücherverbrennung, als nur ein Beispiel von vielen, wird eben einmal so eingestreut und von den betreffenden Personen so reflektiert, wie sich womöglich wirklich darüber gesprochen haben.
Es ist ein Buch über die Psychologie, aber auch eine Demaskierung der Familie Einstein. Hier war nicht alles super und erst Recht nicht gesund. Wie so oft, verbirgt sich hinter einem Genie oft etwas sehr krankes. Wie dieser Mann mit seinen eigenen Verwandten umgeht und wer letztendlich der "wahre" Autor des Buches ist, das wird hier jetzt aber nicht erzählt. . .
Ein schönes Titel, ein handliches Buch, eine tolle Geschichte und ein für diese Qualität sehr guter Preis machen dieses Buch lesenswert!