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Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken
 
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Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken [Taschenbuch]

Gerd Gigerenzer
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Mit welcher Wahrscheinlichkeit hat eine Frau mit positivem Mammogramm Brustkrebs? Eine richtige Diagnose ist in diesem Fall sogar unwahrscheinlich, behauptet Gerd Gigerenzer und beweist diese Aussage mit einer Berechnung von unschlagbarer Klarheit. Und mit welcher Sicherheit können wir einen Menschen als Mörder verurteilen, wenn seine Fingerabdrücke mit denen auf der Tatwaffe übereinstimmen?

"In dieser Welt ist nichts gewiss, außer dem Tod und den Steuern", sagte Benjamin Franklin einmal. Doch wir sehnen uns alle nach Sicherheit, besonders wenn es um das eigene Leben oder um die Gerechtigkeit geht. So stützen sich Ärzte und Patienten, Regierungsgremien und Richter bei ihren Entscheidungen auf Statistiken und Wahrscheinlichkeiten und vergessen dabei leicht, wie trügerisch solche Zahlen sein können.

Dass sich mit Statistiken alles beweisen lässt -- diese Erkenntnis ist nicht neu. Doch Gigerenzer, Psychologe und Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, durchleuchtet hier konkret typische Fehler anhand von Beispielen und gibt Denkhilfen, mit denen man künftig die Zahlenspielereien richtig deuten kann.

Ganz nebenbei ist Das Einmaleins der Skepsis auch eine durchweg unterhaltsame Lektüre. Etwa, wenn Gigerenzer die Argumentation von O. J. Simpsons Verteidigung auseinander nimmt: Kann man aus der Tatsache, dass ein Mann seine Ehefrau schlägt, auf eine höhere Wahrscheinlichkeit schließen, dass er sie auch umbringen wird? Gigerenzers Argumentation ist stets anschaulich und gut verständlich. Wer Statistiken, das Orakel der Moderne, kritisch hinterfragen möchte, der bekommt hier wertvolle Hilfestellungen. --Birgit Will -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Medizinische Testergebnisse enthalten für die meisten Patienten unumstößliche Wahrheiten. Ob beim HIV-Test, bei der Mammographie oder bei der Früherkennung von Prostata-Krebs: Wer käme auf die Idee, das Urteil des Arztes anzuzweifeln? Dabei gibt es erwiesenermaßen Fehlurteile und trügerische Sicherheiten - mit oft gravierenden Folgen für die Betroffenen, Folgen, die sich nach Aussage des renommierten Psychologen Gerd Gigerenzer vermeiden ließen. In seinem provokativen und durchaus politischen Buch Das Einmaleins der Skepsis zeigt Gigerenzer, wie und warum es dennoch immer wieder - und keineswegs nur in der Medizin - zu solch eklatanten Fehlurteilen kommt. Er konstatiert für die westlichen Kulturkreise ein elementares Bedürfnis nach absoluten Wahrheiten. Als Glaube an eindeutige Gewissheiten bestimmt dieses Bedürfnis die Praxis von Experten - und mehr noch die Erwartung der Laien an die moderne Technologie. Gigerenzer entlarvt diesen Glauben als eine oftmals verhängn isvolle Illusion. Hundertprozentige Gewissheit ist eine empirische Unmöglichkeit, wie die vielen Fallbeispiele von falsch-positiven Befunden aus der medizinischen und juristischen Praxis eindringlich belegen. Wie Gigerenzer feststellt, geht die Illusion vollkommener Gewissheit zudem häufig mit der nicht minder gefährlichen Unfähigkeit einher, statistisch zu denken, also mit Angaben zu Wahrscheinlichkeiten und Risiken umzugehen. Nicht nur aus den ärztlichen Untersuchungszimmern, sondern auch aus Gerichtssälen und Regierungsgremien berichtet er von schwerwiegenden Fehleinschätzungen, die alle in einem Mangel an statistischem Verständnis gründen. So aufrüttelnd und ernüchternd Gigerenzers Beispiele sind, geht es ihm doch nicht darum, Berufsgruppen zu geißeln oder den Leser zu verunsichern. Er zeigt vielmehr konkrete und frappierend einfache Möglichkeiten auf, wie sich das statistische Analphabetentum in unserer so genannten Wissensgesellschaft überwinden lässt. Verständlich und kurzweil ig unterbreitet G igerenzer Vorschläge, wie der Einzelne sein Verständnis von Risiken und Wahrscheinlichkeiten verbessern kann, um letztlich den unvermeidlichen Ungewissheiten im Leben souveräner und gelassener zu begegnen.

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42 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Lass Dich von Statistiken nicht auf's Kreuz legen!, 26. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken (Taschenbuch)
Es geht hier um die Entlarvung von Denkfehlern (unserer Denkfehler!) bei der Beurteilung statistischer Daten. Gerd Gigerenzer gehört zu den renommiertesten deutschen Psychologen. Vielleicht konnte ihm deshalb das gelingen, was unseren Mathematiklehrern oft nicht gelang: Mathematisches verständlich darzustellen.

Gigerenzer's Ziel war es, leicht verständliche Regeln zu vermitteln, mit deren Hilfe Patienten, Ärzte und Juristen die Aussagen statistischer Studien besser abschätzen können. An Beispielen, die uns alle angehen zeigt er, was die Zahlen wirklich bedeuten und wie wir vermeiden können einem Trugschluss aufzusitzen, oder uns aufs Kreuz legen zu lassen.

Warum tun wir uns mit Statistik so schwer?

Gerd Gigerenzer verweist auf zwei Hauptgründe. Zum einen erliegen wir allzu leicht der Illusion von "Gewissheit". Wir wollen Gewissheit. Zum anderen sind Statistiken eine eher neuere Errungenschaft; in der Öffentlichkeit spielen sie erst seit etwa hundert Jahren eine Rolle. Wir sind im Umgang damit nicht geübt. Und in der Schule lernen wir ihn auch kaum.

Kein trockener Zahlensalat.

Wer hier trockenen Zahlensalat erwartet, wird enttäuscht werden. Die Beispiele sind es, die das Buch spannend machen: Beispiele aus dem richtigen Leben. Es geht um euphorische Darstellungen der Pharmaindustrie, um Brustkrebs-Screening, HIV-Tests und um Rechtssprechung (Zahlen, die bei Indizienprozessen herangezogen werden). Gerd Gigerenzer bespricht die Ausgangszahlen und zeigt, wie leicht (und häufig!) diese falsch interpretiert werden; zum Teil mit verheerenden Folgen. Und er zeigt uns, wie wir die Zahlen RICHTIG interpretieren. Ohne höhere Mathematik.

Das Denken nicht den Pferden überlassen.

Ein ausgesprochen "erhellendes" Buch. Nicht ganz schnell zu lesen, da man mitdenken muss. Wer es nur überfliegt, merkt es spätestens bei den "Aufgaben", wie die Illusionsfalle wieder zuschnappt. Das Buch hat einen besonderen Wert vor allem für diejenigen, die keine gründliche Statistik-Ausbildung genossen haben (das dürften ziemlich viele sein), aber im Alltag den angebotenen Zahlen nicht hilflos gegenüberstehen wollen. Oder, anders gesagt: Das Buch gehört in das Bücherregal (und in den Kopf) eines Menschen, der das Denken nicht den Pferden überlassen möchte.
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44 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Spannende Geduldsprobe, 22. März 2008
Von 
Doris Müller (Radolfzell, Baden-Württemberg Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Einmaleins der Skepsis: Über den richtigen Umgang mit Zahlen und Risiken (Taschenbuch)
Spannend lesen sich die ersten Seiten und auch das erste Beispiel, danach ermüdet das Wiederholen der gleichen Phänomene zunehmend. Knapp die erste Hälfte der immerhin 330 Seiten widmet Gerd Gigerenzer sich dem Mammographiescreening, weswegen man geneigt ist, den Buchtitel zu überprüfen, ob man nicht ein falsches Buch gewählt hat. Es liest sich streckenweise wie eine Abhandlung über Mammographiescreening, wird dann mit Prostatakrebsscreening und HIV-Tests etwas abgewechselt und man fasst neuen Mut, dass es nun wieder spannend wird.

An Gedanken zu O.J.Simpsons Gerichtsprozess und den Wahrscheinlichkeitsberechnungen dieses Indizienprozesses schließt sich ein lamoriantes Beklagen von statistischem Unwissen bei Ärzten, Juristen und Beratern an. Außerdem wird ausführlich behandelt, dass Patienten vom Arzt Sicherheit in der Diagnose erwarten und ob diese Beruhigung vom Arzt geliefert oder eher über Risiken aufgeklärt werden sollte.

Die Menge der Erwähnung von 'falsch-positiv', 'Zahlenblindheit' und 'Relative Wahrscheinlichkeit' sollte gesetzlich limitiert werden. Spätestens nach der fünften Erklärung begreift es auch der langsamste Denker.

Die Beispiele werden mit vielen Bezügen rosenkranzähnlich wiederkehrend geleiert. Trotz Einteilung in thematische Kapitel, wirkt der Inhalt ziemlich unstrukturiert und schwer nachzuschlagen, wenn man doch noch einmal etwas nachlesen möchte. Nicht nur von den Beispielen her wirkt das Buch sehr amerikanisch.

Hat man sich tapfer bis Kapitel 13 vorgekämpft, erfährt man wie man andere hinters Licht führt und wird mit ein paar amüsanten Aufgaben belohnt.

Gerd Gigerenzer hätte dieses Buch auch in 50-80 Seiten zusammenfassen können und dann wäre es wirklich spannend gewesen. So ist es einfach enttäuschend angesichts des spannenden Titels.
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60 von 65 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Wer die Häufigkeit nicht ehrt, ist der Prozente nicht wert, 11. Mai 2002
Von 
Stefan S. (Vorchdorf, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Ich habe als Informatiker eine durchaus solide mathematische Grundausbildung und auch einen guten Zugang zur Alltagsstatistik. Dennoch hat mir dieses Buch von Gerd Gigerenzer den "Lügenfaktor" und "Verschleierungscharakter" vieler statischer Aussagen nochmals klar vor Augen geführt.

Ein wichtiges Buch, das zu lesen ich auch jenem Arzt rate, der sich über meine Bedenken zur 6-fach-Impfung meiner kleinen Tochter mokierte, weil ich den aus seiner Sicht wohl überflüssigen und untauglichen Versuch unternommen hatte, das Risiko solcher Impfungen aus medizinischen Studien und den darin enthaltenen Prozenttabellen zu destillieren.

Trotz des oft leichtfertigen und unverantwortlichen Umgang mit Zahlen verteufelt Gigerenzer keineswegs den Wert statistischer Daten. Er zeigt aber deutlich, wie man mathematisch und psychologisch damit richtig umgeht.

Als Zeitungsleser, Nachrichtenseher und selbstbestimmter Mensch sollte man sich für dieses Buch Zeit nehmen. Nach der Lektüre kann man statistische Aussagen und darauf basierende Empfehlungen besser interpretieren und blickt von einer höheren Warte aus auf die Niederungen der Zahlenspielereien.

Als Ergänzungsliteratur kann ich folgendes Buch empfehlen: "The Visual Display of Quantitative Information" von Edward R. Tufte
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