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Produktinformation
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Wer ist der Autor von Echolot? Ist es Kempowski, der dank seiner literarischen Fertigkeiten die Erinnerungsschnipsel zu einem überaus imposanten Zeit-Panorama und zum Gedächtnis-Chor Hunderter von Stimmen zusammengefügt hat? Oder sind es diese Hunderte von Stimmen, die sich aus Kempowskis Collage in ihrer Individualität eindringlich heraushören lassen? Vielleicht ist es aber auch die Zeitgeschichte selbst, die spricht, und die sich in den O-Tönen nicht tot reden oder schweigen lassen will. Wie dem auch sei: Echolot ist eines der herausragendsten und eigenwilligsten Projekte der deutschen Literatur zur Jahrtausendwende. Und Abgesang `45 ist sein umwerfender Epilog. -- Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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Fazit: der Abschlussband eines Lebenswerkes. Ein Autor, der trotz mehrerer Schlaganfälle und gravierenden Augenleidens sich nicht davon hat abhalten lassen, tausende von Briefen, Tagebucheintragungen und Protokollen zu durchforsten, studieren, katalogisieren und schließlich zu einem einmaligen Kanon und historischen Vermächtnis zusammenzufügen.
Das Tagebuch hat mich sehr an den Film: "Der Untergang" erinnert. Dieser wertet ähnliche Quellen aus (u.a. die Erinnerungen der Hitler-Sekretärin Traudl Junge). Wie ein szenischer Film laufen die sich überschlagenden Ereignisse ab. Dabei konzentriert sich diese 450-seitige Dokumentation lediglich auf vier Kriegstage: den 20. April (Hitlers Geburtstag, der zu widersprüchlichen Betrachtungen anregt: Durchhalteparolen in der Bevölkerung sowie in der nationalsozialistischen Führung finden sich in den fragmentarischen Darstellungen ebenso neben Eintragungen, etwa von Christian Graf von Krockow, die den Hass auf den "Verführer" Hitler deutlich anzeigen), den 25. April und den 30. April sowie die beiden Tage des Kriegsendes, 8./9. Mai.
Ein beeindruckendes Buch, sicherlich - wie zahlreiche Rezensionen schreiben - das "literarische Ereignis" dieses Jahres. Ähnlich wie die Tagebücher von Victor Klemperer, Mikhail Sebastian und zahlreichen weiteren Publikationen dieser Art machen sie Geschichte "lebendig". Das Buch wird mich nicht mehr loslassen. Es ist ein beeindruckendes Zeitdokument.
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