"Das Echo aller Furcht" (engl. OT: "The Sum of all Fears") ist der vielleicht beste aller bisherigen Romane von US-Technothriller-Autor Tom Clancy. Sicherlich ist er der ambitionierteste, ausgefeilteste und detailverliebteste von allen.
Abgesehen von der vielfach angesprochenen, bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Darstellung der Funktionsweise einer terroristischen Atombombe hat dieser verdammt dicke (!) Thriller auch noch eine Menge mehr zu bieten: Eine akribische Exposition aller Handlungsstränge, die Clancy-typisch lange parallel nebeneinander laufen, ohne vor dem letzten Drittel des Buches groß in Verbindung zu stehen; glaubhaft agierende Figuren, die glücklicherweise größtenteils ohne das Superheldentum und den sabbernden Patriotismus manch anderer Clancy-Werke auskommen; und natürlich einen packenden Showdown, der neben der spannenden Passage mit Hauptfigur Ryan und dem russischen Präsidenten am virtuellen heißen Draht auch die Military-Fans mit einigen Flugzeugträger-Sequenzen, einem U-Boot-Gefecht und einer Panzerschlacht mitten in Berlin bedient.
Alles in allem ist "Das Echo aller Furcht" eine gelungene, runde, ausgereifte Sache, interessant für alle, die etwas für Politthriller, Militärliteratur und Spionageschinken übrig haben. Zugegeben, durch die ersten zwei Drittel des Buches muss man sich ab und an schon etwas durchkämpfen, einige vertretbare Kürzungen hätten der stellenweisen Zähigkeit schon entgegengewirkt - gänzlich langweilig wird der Text aber nie.
Bleibt noch zu sagen, dass mit diesem Roman leider auch der Höhepunkt der Jack-Ryan-Reihe erreicht ist. Auch wenn "Ehrenschuld" und "Befehl von Oben" sicher noch halbwegs lesbar und unterhaltsam sind, geht es nach "Das Echo aller Furcht" mit der Reihe leider spürbar bergab, die hier und in den vorherigen Roman etablierte Qualität wird bedauerlicherweise nicht mehr erreicht.