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Das Echo-Labyrinth 5: Einfache Zauberdinge
 
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Das Echo-Labyrinth 5: Einfache Zauberdinge [Taschenbuch]

Max Frei , Anna Serafin
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Die Alternativwelt von Max Frei zieht magisch an – man wartet voller Ungeduld auf das nächste Abenteuer von Sir Max und verbringt dann glückliche Stunden, versunken in seiner Wunderwelt!" (Russky Telegraph )

"Intelligent und augenzwinkernd." (Phantastic Review )

„Das Echo Labyrinth ist Unterhaltung feinster Sorte.“ (Frankfurter Stadtkurier am Sonntag )

Kurzbeschreibung

Voll hintersinnigem Humor und komisch-kluger Einfälle

Beinahe schlägt Max’ letztes Stündlein, als sein Kollege Sir Schurf ihn unvermittelt zu töten versucht. Was, wie sich herausstellt, auf einen Fall von Besessenheit zurückzuführen ist. Dagegen erscheint das Problem von Max’ altem Freund Ande Pu weit weniger dringlich – bis Max erfährt, dass der Koffer, der dem Dichter gestohlen wurde, einfache Zauberdinge enthält ...

Russische Fantasy ist einfach fantastisch!

Klappentext

"Die Alternativwelt von Max Frei zieht magisch an - man wartet voller Ungeduld auf das nächste Abenteuer von Sir Max und verbringt dann glückliche Stunden, versunken in seiner Wunderwelt!"
Russky Telegraph

"Intelligent und augenzwinkernd."
Phantastic Review

Über den Autor

Max Frei ist das Pseudonym des russischen Autoren-Paares Svetlana Martynchik und Igor Stepin. Martynchik, die den Helden Max Frei erfunden und entwickelt hat, wurde 1965 in Odessa geboren, studierte in Moskau und lebt derzeit in Vilnius/Litauen. Max Frei ist als Autor und Held der Fantastik-Abenteuer im Echo-Labyrinth äußerst populär bei russischen Lesern aller Altersklassen. Daneben ist Max Frei in Russland bekannt als Autor populärer Werke zur modernen Kunst und als Pionier der russischen Internet-Literatur.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zugegeben - das Wetter war nicht unbedingt geeignet, um mit einem Boot unterwegs zu sein. Ich meine ein Wasser-A-Mobil, das den anderen A-Mobilen von Echo recht ähnlich sieht.
Ein kalter Wind, der für den Herbst in Echo eisig war, tobte wütend über den Churon, und meine erste Fahrt auf dem hübschesten Fluss des Vereinigten Königreichs ähnelte eher dem Ritt auf einem Känguru. Ich wurde so durchgeschüttelt, dass Kinn und Knie sich immer wieder berührten, und der Sturm ließ mich die Augen zukneifen. Auf meinen Wangen mischten sich Tränen, Regen und die Gischt des aufgepeitschten Flusses. Kein vernünftiger Mensch hätte diese Folter freiwillig auf sich genommen - dazu war schon ein Idiot wie ich vonnöten. Und das auch noch am ersten meiner beiden Sorgenfreien Tage. Aber ehrlich gesagt: Ich war völlig begeistert! Längst hatte ich einmal mit einem Boot unterwegs sein wollen. Meine tollkühnen A-Mobil-Fahrten waren in Echo schon legendär. Das war mir immer unverdient erschienen, denn jeder, der wie ich von der Erde stammt und an eine alte Klapperkiste mit Viertaktmotor gewöhnt ist, hätte ebenso rasch zu Ruhm gelangen können.
Boote dagegen hatte ich in meinem früheren Leben eigentlich nie benutzt. Dennoch hatte ich mir ein Herz gefasst und einige Unterrichtsstunden bei dem alten Kimpa genommen, dem treuen Diener von Sir Juffin Halli. Ich wollte meine Autorität bei den jüngeren Mitarbeitern des Hauses an der Brücke nicht verlieren, und der Haushofmeister meines Chefs hatte mich schon zu einer Zeit kennen gelernt, als ich in Echo sogar noch Probleme mit dem Besteck hatte.
So jagte ich nun über den dunklen Churon - einsam und durchnässt, aber überglücklich und mit einem nagelneuen Boot. Dass ich für meine Abenteuer den einzigen kalten Tag dieses bisher so sonnigen Herbstes gewählt hatte, verstärkte meine Begeisterung nur, denn die Umstände machten aus dem üblichen Spaziergang auf dem Wasser ein fast apokalyptisches Abenteuer - und genau das brauchte ich.
In letzter Zeit hatte ich immer stärker das Bedürfnis, mehr Pep in mein Leben zu bringen. Die Vorbereitungen zu meiner Thronbesteigung als König von Fangachra liefen noch immer. Die ehemalige Universitätsbibliothek, die man mir als Residenz zur Verfügung gestellt hatte, wandelte sich langsam aus einem so heruntergekommenen wie geheimnisvollen Gebäude in ein prächtiges, luxuriös gestaltetes Anwesen. Sogar der kleine Turm auf dem Dach bekam seltsame Teppiche, was mir gar nicht recht war.
Ab und an musste ich meine neue Residenz besichtigen, denn meine treuen Untertanen setzten alles daran, dass mir die Zimmer gefielen, und gaben viel Geld dafür aus. Bei diesen Besuchen erschien mir die Realität, an die ich mich allmählich gewöhnt hatte, wieder wie ein seltsamer Traum - wie ein Alptraum allerdings sicher nicht. Nur die Worte von König Gurig VIII. trösteten mich. Er hatte mir mehrfach versichert, ich müsse meine neue Residenz nur bei Empfängen für meine Untertanen aufsuchen, also nur wenige Male im Jahr. Niemand könne mich zwingen, dort auch sonst zu wohnen. Und den Worten des Königs soll man vertrauen.
Aber solange ich mit den ungemütlichen Wellen des Churon kämpfte, existierten all diese Probleme für mich nicht. Ich machte auch keine Zukunftspläne. Es gab nur das Hier und Jetzt, das allerdings ziemlich kalt und nass war.
"Max, bist du sehr beschäftigt?", fragte Sir Schurf Lonely-Lokley höflich.
Seine Stumme Rede erreichte mich so unerwartet, dass ich abrupt bremste und mein Boot fast zum Kentern gebracht hätte.
"Eigentlich nicht. Was ist passiert?", gab ich zurück.
"Bis jetzt nichts. Ich würde gern etwas eher Privates mit dir besprechen."
"Prima, aber ich muss mich erst umziehen und mich etwas aufwärmen. Geh schon zu Techi, ich komme nach."
"Entschuldige, Max - zwar verbringe ich meine Zeit gern im Armstrong und Ella, doch meine persönlichen Probleme möchte ich nicht in Gegenwart von Lady Techi besprechen. So was behandelt man vertraulich. Würde es dir etwas ausmachen, dich an einem anderen Ort mit mir zu treffen?"
"Mein Freund, du weißt, wie sehr ich Geheimnisse liebe. Komm also in meine Wohnung in der Straße der gelben Steine. Solltest du früher da sein als ich, geh einfach rein - die Tür ist offen. Und bestell bitte im Gefräßigen Truthahn ein Tablett voll heißer Speisen und Getränke."
Ich vertäute mein neues Spielzeug rasch im Bootshafen Makuri, wo ich seit dem Vortag einen Liegeplatz gemietet hatte. Ein phlegmatischer alter Mann mit Bart, der finster und unzufrieden dreinblickte, kam aus seinem Verschlag, um mir beim Festmachen des Bootes zu helfen. Er sah mich entgeistert an - allerdings nicht, weil er in mir den respektheischenden Sir Max erkannte, denn ich hatte meinen Todesmantel nicht dabei. Offenbar gehörte für ihn jeder, der bei diesem Wetter eine Lustpartie auf dem Fluss machte, in die nächste Nervenheilanstalt.
Ich gab ihm eine Krone, was ihn in seinem Urteil über mich offenbar nur bestätigte, denn das war viel zu viel Geld für so eine Kleinigkeit. Trotzdem murmelte er ein paar kaum verständliche Dankesworte, die man schon als kleines Kind lernt, und verschwand rasch in seinem Schuppen, wo ihn sicher eine heiße Tasse Kamra erwartete.
Ich sah ihm neidisch nach. Mir stand noch eine kurze, aber unangenehme Fahrt in die Neustadt bevor, und mein eisiger Lochimantel klebte mir wie ein nasses Laken am Rücken.
Ich warf mich ins A-Mobil und fuhr so stürmisch los, als würde mich eine Schar blutdürstiger Vampire verfolgen. Zwei Minuten später betrat ich im Laufschritt meine Wohnung in der Straße der gelben Steine.
Lonely-Lokley war schon da. Reglos saß er mitten im Zimmer. Gut möglich, dass er den Mittelpunkt des Raums zuvor eigens errechnet hatte.
Begeistert musterte ich meinen Freund. Sein schneeweißer Lochimantel schimmerte im Halbdunkel der Wohnung, und seine tödlichen Hände, die wie üblich in Schutzhandschuhen steckten, lagen friedlich in seinem Schoß. Das war kein Mensch, sondern ein Todesengel.
"Du warst ja schneller als ich!", rief ich begeistert.
"Das ist kein Kunststück - schließlich habe ich mich von der Straße der vergessenen Träume bei dir gemeldet. Ich wollte dich im Armstrong und Ella erwischen und hatte nicht erwartet, dass du bei diesem Wetter draußen sein würdest."

Prolog. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Zugegeben - das Wetter war nicht unbedingt geeignet, um mit einem Boot unterwegs zu sein. Ich meine ein Wasser-A-Mobil, das den anderen A-Mobilen von Echo recht ähnlich sieht.
Ein kalter Wind, der für den Herbst in Echo eisig war, tobte wütend über den Churon, und meine erste Fahrt auf dem hübschesten Fluss des Vereinigten Königreichs ähnelte eher dem Ritt auf einem Känguru. Ich wurde so durchgeschüttelt, dass Kinn und Knie sich immer wieder berührten, und der Sturm ließ mich die Augen zukneifen. Auf meinen Wangen mischten sich Tränen, Regen und die Gischt des aufgepeitschten Flusses. Kein vernünftiger Mensch hätte diese Folter freiwillig auf sich genommen - dazu war schon ein Idiot wie ich vonnöten. Und das auch noch am ersten meiner beiden Sorgenfreien Tage. Aber ehrlich gesagt: Ich war völlig begeistert! Längst hatte ich einmal mit einem Boot unterwegs sein wollen. Meine tollkühnen A-Mobil-Fahrten waren in Echo schon legendär. Das war mir immer unverdient erschienen, denn jeder, der wie ich von der Erde stammt und an eine alte Klapperkiste mit Viertaktmotor gewöhnt ist, hätte ebenso rasch zu Ruhm gelangen können.
Boote dagegen hatte ich in meinem früheren Leben eigentlich nie benutzt. Dennoch hatte ich mir ein Herz gefasst und einige Unterrichtsstunden bei dem alten Kimpa genommen, dem treuen Diener von Sir Juffin Halli. Ich wollte meine Autorität bei den jüngeren Mitarbeitern des Hauses an der Brücke nicht verlieren, und der Haushofmeister meines Chefs hatte mich schon zu einer Zeit kennen gelernt, als ich in Echo sogar noch Probleme mit dem Besteck hatte.
So jagte ich nun über den dunklen Churon - einsam und durchnässt, aber überglücklich und mit einem nagelneuen Boot. Dass ich für meine Abenteuer den einzigen kalten Tag dieses bisher so sonnigen Herbstes gewählt hatte, verstärkte meine Begeisterung nur, denn die Umstände machten aus dem üblichen Spaziergang auf dem Wasser ein fast apokalyptisches Abenteuer - und genau das brauchte ich.
In letzter Zeit hatte ich immer stärker das Bedürfnis, mehr Pep in mein Leben zu bringen. Die Vorbereitungen zu meiner Thronbesteigung als König von Fangachra liefen noch immer. Die ehemalige Universitätsbibliothek, die man mir als Residenz zur Verfügung gestellt hatte, wandelte sich langsam aus einem so heruntergekommenen wie geheimnisvollen Gebäude in ein prächtiges, luxuriös gestaltetes Anwesen. Sogar der kleine Turm auf dem Dach bekam seltsame Teppiche, was mir gar nicht recht war.
Ab und an musste ich meine neue Residenz besichtigen, denn meine treuen Untertanen setzten alles daran, dass mir die Zimmer gefielen, und gaben viel Geld dafür aus. Bei diesen Besuchen erschien mir die Realität, an die ich mich allmählich gewöhnt hatte, wieder wie ein seltsamer Traum - wie ein Alptraum allerdings sicher nicht. Nur die Worte von König Gurig VIII. trösteten mich. Er hatte mir mehrfach versichert, ich müsse meine neue Residenz nur bei Empfängen für meine Untertanen aufsuchen, also nur wenige Male im Jahr. Niemand könne mich zwingen, dort auch sonst zu wohnen. Und den Worten des Königs soll man vertrauen.
Aber solange ich mit den ungemütlichen Wellen des Churon kämpfte, existierten all diese Probleme für mich nicht. Ich machte auch keine Zukunftspläne. Es gab nur das Hier und Jetzt, das allerdings ziemlich kalt und nass war.
"Max, bist du sehr beschäftigt?", fragte Sir Schurf Lonely-Lokley höflich.
Seine Stumme Rede erreichte mich so unerwartet, dass ich abrupt bremste und mein Boot fast zum Kentern gebracht hätte.
"Eigentlich nicht. Was ist passiert?", gab ich zurück.
"Bis jetzt nichts. Ich würde gern etwas eher Privates mit dir besprechen."
"Prima, aber ich muss mich erst umziehen und mich etwas aufwärmen. Geh schon zu Techi, ich komme nach."
"Entschuldige, Max - zwar verbringe ich meine Zeit gern im Armstrong und Ella, doch meine persönlichen Probleme möchte ich nicht in Gegenwart von Lady Techi besprechen. So was behandelt man vertraulich. Würde es dir etwas ausmachen, dich an einem anderen Ort mit mir zu treffen?"
"Mein Freund, du weißt, wie sehr ich Geheimnisse liebe. Komm also in meine Wohnung in der Straße der gelben Steine. Solltest du früher da sein als ich, geh einfach rein - die Tür ist offen. Und bestell bitte im Gefräßigen Truthahn ein Tablett voll heißer Speisen und Getränke."
Ich vertäute mein neues Spielzeug rasch im Bootshafen Makuri, wo ich seit dem Vortag einen Liegeplatz gemietet hatte. Ein phlegmatischer alter Mann mit Bart, der finster und unzufrieden dreinblickte, kam aus seinem Verschlag, um mir beim Festmachen des Bootes zu helfen. Er sah mich entgeistert an - allerdings nicht, weil er in mir den respektheischenden Sir Max erkannte, denn ich hatte meinen Todesmantel nicht dabei. Offenbar gehörte für ihn jeder, der bei diesem Wetter eine Lustpartie auf dem Fluss machte, in die nächste Nervenheilanstalt.
Ich gab ihm eine Krone, was ihn in seinem Urteil über mich offenbar nur bestätigte, denn das war viel zu viel Geld für so eine Kleinigkeit. Trotzdem murmelte er ein paar kaum verständliche Dankesworte, die man schon als kleines Kind lernt, und verschwand rasch in seinem Schuppen, wo ihn sicher eine heiße Tasse Kamra erwartete.
Ich sah ihm neidisch nach. Mir stand noch eine kurze, aber unangenehme Fahrt in die Neustadt bevor, und mein eisiger Lochimantel klebte mir wie ein nasses Laken am Rücken.
Ich warf mich ins A-Mobil und fuhr so stürmisch los, als würde mich eine Schar blutdürstiger Vampire verfolgen. Zwei Minuten später betrat ich im Laufschritt meine Wohnung in der Straße der gelben Steine.
Lonely-Lokley war schon da. Reglos saß er mitten im Zimmer. Gut möglich, dass er den Mittelpunkt des Raums zuvor eigens errechnet hatte.
Begeistert musterte ich meinen Freund. Sein schneeweißer Lochimantel schimmerte im Halbdunkel der Wohnung, und seine tödlichen Hände, die wie üblich in Schutzhandschuhen steckten, lagen friedlich in seinem Schoß. Das war kein Mensch, sondern ein Todesengel.
"Du warst ja schneller als ich!", rief ich begeistert.
"Das ist kein Kunststück - schließlich habe ich mich von der Straße der vergessenen Träume bei dir gemeldet. Ich wollte dich im Armstrong und Ella erwischen und hatte nicht erwartet, dass du bei diesem Wetter draußen sein würdest."
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