"Das Druidentor" war mein erster Hohlbein und wird gleichzeitig mein letzter bleiben. Die Geschichte ist vollkommen wirr, die Ereignisse folgen keiner klaren Linie, die Protagonisten und deren Motivationen sind überzeichnet bzw. nicht nachvollziehbar und es gibt bis zum Schluss nicht mal eine Erklärung für die stark esoterisch angehauchten Geschehnisse im Roman.
Der Plot - ein Tunnel wird durch einen Berg in der Schweiz gebohrt und plötzlich ereignen sich unerklärliche Dinge, die Zeit im Tunnel scheint verrückt zu spielen, das Wetter in der Umgebung ändert sich, böse und gute Geister scheinen in den Umliegenden Orten zu erscheinen und noch einiges mehr. Als wissenschaftlicher Ansatz wird als Erklärung kurzfristig ein minimales schwarzes Loch im inneren des Bergs angeboten - was wissenschaftlich vollkommen unhaltbar wäre, aber da der ganze Roman ohnehin total wirr ist und vor esoterischen Ansätzen nur so trieft ist es der Mühe ohnehin nicht wert, darauf näher einzugehen.
Die Welt droht nun also unterzugehen, ein Kampf zwischen Gut und Böse entbrennt - wenn auch keiner Weiss woher und warum. Die fünf Protagonisten namens Franke (der "Böse"), Rogler (bis kurz vor Schluss nur eine Randfigur, auf den letzten zehn Seiten von Hohlbein zu einem der drei Helden befördert), sowie den "Guten" Warstein, Berger (die einzige Frau im Roman) und Lohmann ringen nun mit- und gegeneinander um die Rettung der Welt.
Leider kann Hohlbein auch keine Charaktäre realitätsnah erschaffen. Warstein und Lohmann sind überzeichnet, ihre Motivation, sich auf eine lebensgefährliche Reise und den Kampf gegen Franke einzulassen ist irgendwann nicht mehr nachvollziehbar. Warum Angelika Berger aufbricht zu dieser Reise ist anfangs noch erklärt, der Grund verflüchtigt sich Seite für Seite aber mehr und mehr und eine für ca. eine Seite stark angedeutete Liebesgeschichte zwischen ihr und Warstein lässt der Autor schon mit der nächsten Seite für den Rest des Romans fast vollständig wieder fallen. Rogler wirkt wie ein Nebenprodukt des Romans und wird dann unmittelbar vor Schluss zu einem der "Helden". Und Franke - nun, der symbolisiert in aller Deutlichkeit alles Schlechte am Roman. So ist er anfangs der Leiter des Tunnelbauprojekts und ein totaler Menschenschinder. Man fragt sich schon, warum die Leute sich von ihm alles Mögliche und Unmögliche so gefallen lassen, aber er soll halt ganz offenbar böse und machtvoll sein. Später im Roman entpuppt er sich als Physiker und Leiter eines geheimen Wissenschaftsprojekts. Wie das zusammenpasst? Da hüllt Hohlbein sich in Schweigen. Vollkommen unerklärt bleibt vor allem aber auch die restlos unglaubwürdige Machtfülle Frankes, über die so mancher Staatspräsident wirklich neidisch wäre. So kann Franke Agenten auf seine Gegenspieler ansetzen und diese entführen lassen. Er kann Kreditkarten (ausländischer) Banken ohne Begründung sperren lassen, einzelne, hunderte, schließlich tausende Soldaten aufmarschieren lassen, Generälen Befehle erteilen und sogar die größte Wasserstoffbombe der Welt (!) ordern, um ggf. den Berg zu sprengen. Wer diesem mysteriösen Franke diese schier unglaubliche Machtfülle gibt - dazu schweigt Hohlbein sich aus. Am Ende erfährt man nicht mal, wie es mit ihm eigentlich endet. Ebenso gibt Hohlbein keinerlei Erklärung für all die offenbar aus diversen Schubladen zusammengeklaubten Ideen für all die wirren Ereignisse im Roman rund um den mysteriösen Berg. Wenn man die letzte Seite gelesen hat bleibt man mit tausend Fragezeichen zurück. Ach ja, ein paar Protagonisten habe ich noch vergessen, nämlich die diversen "Druiden", als solche Hohlbein auch Schamanen, Indianer oder Aborigines bezeichnet und die sich um die Weltrettung bemühen. Woher die nun kommen und warum gerade sie die Welt retten sollen - auch hierzu gibt Hohlbein dem Leser keine Antwort.
Fazit - ich habe selten so einen noch dazu schlecht geschriebenen Unfug gelesen und kann zumindest von diesem Buch Hohlbeins wirklich nur abraten. Ich persönlich werde auch garantiert kein zweites mehr von diesem Autor lesen.