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Das Dritte Reich und die Juden
 
 
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Das Dritte Reich und die Juden [Gebundene Ausgabe]

Saul Friedländer , Martin Pfeiffer
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Saul Friedländer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Saul Friedländers Buch über die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden ist einhellig als eines der bedeutendsten historischen und literarischen Werke unserer Zeit gerühmt worden. Nirgendwo sonst wird die Geschichte des Holocaust so eindringlich, kenntnisreich und reflektiert erzählt. Wer wissen will, was in Deutschland und dann in ganz Europa zwischen 1933 und 1945 geschehen ist, und wie es geschehen konnte, der kommt an dieser vielfach preisgekrönten Darstellung nicht vorbei.

Über den Autor

Saul Friedländer, 1932 geboren, überlebte das Dritte Reich unter falschem Namen in Frankreich. Er ist Professor für Geschichte an den Universitäten von Tel Aviv und von Kalifornien, Los Angeles und gehört zu den großen Kennern der Geschichte der NS-Zeit und der Judenverfolgung. Er erhielt 2007 den "Friedenspreis des deutschen Buchhandels" und 2008 den "Pulitzer-Preis".

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Format:Gebundene Ausgabe
Das Dritte Reich und die Juden' ist ein erschütterndes Standardwerk über die Vernichtung der europäischen Juden. Es müsste zur Pflichtlektüre der Menschen unserer Erde erhoben werden, denn nirgendwo sonst werden so deutlich die inneren Mechanismen erläutert, die es ermöglichen, vor den Augen der 'Normalbürger' ein ganzes Volk zu vernichten. Ethik und Moral der Menschen wurden pervertiert verdreht, so dass sich die meisten Mittäter in unheimlich überzeugender Weise zum mörderischen Tun berechtigt sahen. Selbst die im Nachhinein immer vorhandenen Gutmenschen aller ideologischer und religiöser Couleur waren zumeist durch einen jahrhundertealten tief sitzenden Antisemitismus im Grunde ethisch verdorben ' ohne dass sie es überhaupt bemerkten. Es gab im Grunde kein Volk, keine Partei, keine Religion und keine 'schweigende Mehrheit', die in jenen Jahren nicht Schuld auf die eigenen Schultern geladen hat. Nur so konnte das mörderische, von Deutschen entfachte und durchgesetzte Unternehmen 'Judenvernichtung' in dieser Dramatik gelingen.
Der Rat zur 'Pflichtlektüre' für alle Menschen ergeht deshalb, weil die Todesmechanismen jederzeit wieder zur Anwendung kommen können. Dies wird nicht nur durch die profunde Arbeit des Autors offensichtlich, sondern es weisen auch eine Menge Ereignisse der Nachkriegsjahre in aller Welt auf solche entsetzliche Möglichkeit hin.
Saul Friedländer, der seine eigene Familie komplett in Auschwitz verlor, schreibt in einem betrachtenden, vordergründig neutralen Stil. Die Wirkung auf den Leser vervielfacht sich dadurch und die Dramatik der Schilderung lässt ihn sehr schnell Friedländers Bewertungen in das eigene Urteil übernehmen.
Besonders hervorzuheben ist Friedländers Bemühen, die Geschehnisse im europäischen Ausland, in den besetzten Gebieten und im Bereich der alliierten Gegner Deutschlands nicht nur aufzuzählen, sondern auch in Bezug zu den Überzeugungen und Handlungen der jeweiligen Bevölkerungen zu setzen. Hier erfährt der Leser sehr viel Neues ' Zusammenhänge, die infolge deutscher politischer Korrektheiten in der heutigen Öffentlichkeit unseres Landes nicht mehr ohne weiteres benannt werden können und von Deutschen wegen der von ihnen ausgehenden Ursächlichkeit des verübten Mordens gegenüber den Juden auch wohl nicht benannt werden sollten.
Trotzdem erscheint es für künftiges gesellschaftliches Gestalten unverzichtbar, auch solche Tabu-Themen der Vergessenheit zu entziehen. Dazu gehören auch sehr genaue Analysen des tatsächlichen Vollzugs rassischer Unterdrückung und Vernichtung durch die in Europa mit Deutschland freundschaftlich verbundenen oder gar militärisch mitkämpfenden faschistischen Staaten (Spanien, Italien, Rumänien, Ungarn und andere). Hier stellt sich vieles differenzierter dar, als 'man so landläufig' annimmt ' gleiches gilt auch für die inneren Umstände in den besetzten, bis dato demokratischen Staaten Europas.
Kurz: Das Buch ist sehr zu empfehlen, besonders auch im Jahr 2010, indem die Antisemitismen wieder zunehmen, in weiten Teilen der Welt Standardwerke des Antisemitismus ('Protokolle der Weisen von Zion', 'Mein Kampf' und andere) zu den Bestsellern gehören und das Handeln der Juden im Staat Israel wenig verstanden wird. Im Werk vermitteltes Hintergrundwissen erklärt für die aktuelle Politik Vieles und hilft, neue Fehlentwicklungen zu vermeiden.
Christian Tschesch, Landespolizeipfarrer i. R.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Als 1933 alle Institutionen gleichgeschaltet wurden, wurde wahrscheinlich auch die Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft gleichgeschaltet. Sonst wäre es nie passiert, dass die Nazis das Wort Arier aus der Sprachwissenschaft geklaut hätten. Arier gibt es überhaupt gar nicht. Die Deutschen oder die Gemanen sind und waren nie Arier. Es gibt nur Indoarier, die verschiedene Sprachen aus der indoarischen Sprachfamilie sprechen. Dazu gehören zum Beispiel Hindi, Urdu, Bengali und Gujarati. Manche Menschen dieser Sprachfamilie sind hellhäutig, andere sehr dunkelhäutig, so dass man sie als schwarz bezeichnen könnte. Die oben erwähnten Sprachen und das Deutsche, eine germanische Sprache, waren vor 6.000 Jahren eine Sprache, die man als Proto-Indo-Europäisch bezeichnet (Benjamin Fortson, Indo-European Language und Culture). Das Deutsche und das Hebräische waren vor ca. 15.000 Jahren eine einzige Sprache, die man als Proto-Nostratisch bezeichnet (Colin Renfrew, Nostratic, Examining a linguistic Macrofamily, 1999). Deshalb gibt es gar keinen Grund, Juden oder heute Israelis zu hassen, denn beide Sprachen sind miteinander verwandt. Überhaupt sind alle Menschen genetisch miteinander verwandt. Wer also Juden oder Schwarze hasst, der hasst sich selbst, denn wir sind alle eine Spezies. Der Rassenwahn der Nazis entstand schon im 19. Jahrhundert, also noch vor Hitler. Der war nicht der Erfinder des Antisemitismus. Juden sind kein Volk und keine Rasse, sondern eine Religionsgemeinschaft. Hitler ließ sich von der antisemitischen Literatur beeinflussen. Es war völlig absurd, Juden anhand der Kopfform oder des Gesichts als solche erkennen zu wollen. Deshalb war es auch schwachsinnig, den Juden mit einer Hakennase darzustellen. Wenn man sich heute Israelis ansieht, gibt es die verschiedensten Menschen. Es ist ziemlich ungerecht, Menschen einer bestimmten religiösen Minderheit zu verfolgen. Genauso absurd wäre es, alle Linkshänder oder alle Radfahrer zu vergasen, da sie ja so unglaublich böse sind. Leider waren viele Länder während des Zweiten Weltkriegs antisemitisch, so dass fast nur noch Großbritannien Juden als Flüchtlinge akzeptierte. Heute wissen wir, dass die Juden keine Rasse sind. Etwas spät, wie ich finde. Schade. Hätte es dieses Bewusstsein schon 1933 gegeben, dann wären sechs Millionen Menschen verschont geblieben. Aber die Nazis ermordeten nicht nur Juden, sondern auch viele Polen, Russen, Sinti und Roma, psychisch Kranke und Behinderte. Ein manisch-depressiver Österreicher hat sich also angemaßt, zu bestimmen, wer leben darf und wer nicht. Das ist etwas arrogant. Er hätte in Österreich bleiben sollen nach dem Ersten Weltkrieg. Aber er hatte ja diese absurde Vorstellung einer homogenen Nation, die gar nicht existiert. In Österreich wollte er unter der multikulturellen Armee nicht dienen. Die vielen Kroaten und Ungarn waren ihm zuwider.
Schon in den ersten Jahren nach 1933 wurden die Rechte der Juden stark eingeschränkt. Die Nazis wollten die Juden nach Madagaskar und dann nach Sibirien deportieren. Als ihnen das zu teuer erschien, plante Heydrich 1941 sie alle zu vernichten, meist durch Vergasung. Manche Juden wurden sogar lebendig verbrannt, wie während des Mittelalters. Das Buch zieht einen ganz schön runter. Ich schäme mich für das, was die Nazis taten. Es wird noch Jahrhunderte dauern, bis die Menschen das vergessen oder uns verzeihen. Im Moment gibt es einen anderen Schlächter, der eine religiöse Minderheit ausrotten will, Präsident Bashir vom Sudan, der Christen vernichtet. In Irak werden Christen verfolgt. Ich finde es gut, dass Deutschland sie aufnimmt. Leider nur für drei Jahre wegen des restriktiven Zuwanderungsrechts.
Der erste Teil des Buches hat einige Längen, aber der zweite Teil ist sehr spannend. Solche Bücher müssen geschrieben werden und auch gelesen werden, damit es nie wieder zu Massenmord in Deutschland kommt.
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