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Das Dritte Reich. Band 1 - Aufstieg: BD 1
 
 
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Das Dritte Reich. Band 1 - Aufstieg: BD 1 [Gebundene Ausgabe]

Richard J. Evans , Holger Fliessbach , Udo Rennert
2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt (9. März 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3421056528
  • ISBN-13: 978-3421056528
  • Originaltitel: The Coming of the Third Reich.
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 15,6 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 459.820 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Richard J. Evans
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 30.03.2004
Richard J. Evans ist eine "in vielem überzeugende und gut lesbare" Darstellung der Entwicklung des Dritten Reiches gelungen, lobt der hier rezensierende Historiker Ulrich Herbert. Dieser erste Band der Gesamtdarstellung der NS-Diktatur schildere deren Vorgeschichte bis zum Wahlsieg der NSDAP 1933. Herberts Bewertung der verschiedenen Kapitel der Geschichte fällt sehr unterschiedlich aus: Während er Evans Darstellung des Kaiserreiches und der in ihm keimenden nationalistischen und zivilisationskritischen Haltungen attestiert, sie sei "durchweg plausibel und differenziert", mischt sich in das Lob zu den Kapiteln über die Weimarer Republik, in denen der britische Historiker auch gegen die "deutschenfeindlichen Ressentiments" seiner Landsleute anschreibt, Kritik: Zwar betone er die oft unterschätzte "relative Stärke der demokratischen Mitte in der Frühphase Weimars" und arbeite deutlicher als andere Autoren den Zusammenhang der "Radikalisierung der Mitte" mit den (Über-)Forderungen der deutschen Bevölkerung durch das Großstadtleben und die moderne Industriegesellschaft heraus, allerdings unterschätze Evans den Einfluss der Wirtschaft auf den Zusammenbruch der Republik und sei damit nicht auf dem Stand der "neueren Wirtschaftsgeschichte". Die Schilderung vom Aufstieg des Nationalsozialismus schließlich sei "etwas konventionell" geraten, so Herbert, der in diesem Teil vor allem eine Verortung der NSDAP im "breiten nationalistischen Milieu der 20er Jahre" vermisste. Das Fazit unseres Rezensenten: Eine sehr gute, detaillierte "Erzählung", bei der man sich jedoch frage, "welchen vorrangigen Zweck das Buch erfüllt".

© Perlentaucher Medien GmbH

literaturtest.de

Evans nimmt einen langen Anlauf -- und hat hoffentlich auch einen langen Atem. Der renommierte Historiker legt mit dem Aufstieg das erste Buch seiner auf drei Bände konzipierten Reihe über das Dritte Reich vor; erneut also eine Darstellung deutscher Geschichte aus englischer Sicht.

Der Band umfasst die Zeit von der Reichsgründung 1871 durch Reichskanzler Bismarck über den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik bis zur Übernahme der Macht durch die Nazis 1933, den dann sofort einsetzenden Terror (allein bis Jahresende gab es 100.000 Verhaftungen und 600 Tote) und die Zerstörung der Demokratie. Evans beschreibt auf der Grundlage zahlreicher Quellen und Belege eindringlich, wie es den Nationalsozialisten in kurzer Zeit gelang, eine Ein-Parteien-Diktatur in Deutschland zu errichten.

Nicht nur Historiker, Lehrer oder Politikwissenschaftler will dieses Werk erreichen, sondern auch Leser, die "nicht oder nur wenig über das Thema wissen und gerne mehr erfahren möchten". Wer aber nun ein schlichtes Buch erwartet, so Die Zeit in ihrer Rezension, "wird angenehm enttäuscht". Und Ian Kershaw, Autor der jüngsten Hitler-Biographie, bescheinigt dem Kollegen Evans und seinem Aufstieg eine scharfsinnige Analyse und stilistische Eleganz. Der von Evans betriebene Aufwand war immens: Das belegen allein 160 Seiten (von 752 Druckseiten) Literaturhinweise, Anmerkungen und Personenregister allein im ersten Teil der Trilogie. Der Leser registriert einen solchen "Service" mit Freude. -- Mathias Voigt


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
48 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nicht sonderlich gut 6. Mai 2004
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Richard J. Evans hat ein mit vielen Vorschusslorbeeren versehenes Buch über das Dritte Reich vorgelegt, welches den Anspruch erhebt, auf erzählende Weise eine Gesamtdarstellung des Nationalsozialismus zu liefern, wie sie Karl Dietrich Bracher mit seinem Standardwerk "Die deutsche Diktatur" (1969) oder William L. Shirer in seinem Werk "Aufstieg und Fall des Dritten Reiches" geliefert hat.
Ich habe das Buch gelesen und war äußerst enttäuscht. Der Autor, Professor für Moderne Geschichte an der Universität Cambridge ist Spezialist für die deutsche Mentalitätsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, etwa über die Frauenbewegung. Hauptziel des vorliegenden Buches und der geplanten zwei Folgebände sei, "möglichst viele wesentliche Aspekte der Geschichte des Dritten Reiches - nicht nur Politik, Diplomatie und Militärisches, sondern auch Gesellschaft, Wirtschaft, Bevölkerungspolitik, Antisemitismus, Polizei und Juytiz, Literatur, Kunst und Kultur - in einer Breite zu erfassen, die den früheren Ansätzen aus verschiedenen Gründen gefehlt hat, sie zu bündeln und zu zeigen, wie sie miteinander zusammenhängen."

Zielgruppe, so der Autor, sei der interessierte Laie, nicht der Wissenschaftler, dem er in der "erzählenden Darstellung" - die er in ausdrücklichen Gegensatz zur analytischen, von Sozialwissenschaftlern entlehnten Methode stellt - diese Aspekte vermitteln wolle.

Die Aufgabe, eine Mentalitätsgeschichte der Deutschen zwischen Bismarck und Hitler zu liefern und damit den Menschen in den Blickpunkt zu nehmen, ist dem Autor zwar gelungen. Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Aspekte kommen in dieser Darstellung jedenfalls zu kurz. Plessners Verdikt von der "verspäteten Nation", bereits aus dem Jahre 1959 (Erstfassung 1935), die die kultur- und geistesgeschichtlichen Ursachen der deutschen Katastrophe, nämlich die Ungleichzeitigkeit der demokratischen Entwicklung untersucht, bleibt ausgespart. Der Gegensatz zwischen Aufklärung und Nationalsozialismus, bei Plessner hervorragend herausgearbeitet, kommt als geistesgeschichtliche Ursache des Nationalsozialismus nicht vor. Deutschland hatte - wie Heinrich August Winkler zu recht bemerkt - auch unter der Ungleichzeitigkeit der Demokratisierung zu leiden, da ein konstitutioneller Verfassungsstaat in Preußen aufgrund von Bismarcks Weigerung, die Macht des Kaisers zu beschneiden, im Gegensatz zu England nicht beschritten wurde. Andererseits verfügte Deutschland bereits auf nationaler Ebene seit 1871 über das allgemeine gleiche Wahlrecht.

Zu kurz kommt mir auch das "antidemokratische Denken in der Weimarer Republik", welches Kurt Sontheimer so hervorragend herausgearbeitet hat.

Wirtschafts- und Gesellschaftsgeschichte, wie sie etwa bei Heinz Höhne: "Gebt mir vier Jahre Zeit" eindrucksvoll herausgearbeitet werden, fehlen völlig. Charakteristisch ist die kursorische Behandlung der deutschen Revolution 1918/19. Es war doch gerade die "Krux" der Republik von Weimar, dass sich auf wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene die alten Eliten in Weimar haben durchsetzen können und mit dem sogenannten Ebert-Gröner-Pakt die "Kompromisssituation" geschaffen wurde (politische Demokratisierung aber keine Entmachtung der alten Eliten des Kaiserreiches), die - neben Versailles - zur Zerstörung der Republik beitrugen.

Auch die Weimarer Kultur wird sehr einseitig betrachtet. "Die Weimarer Kultur war von Mord und Greueltat, Ausschweifung und Verbrechen geradezu besessen, zur Beunruhigung vieler Bürger." Dass in Weimar eine kulturelle Blüte entstand, die es zum Eldorado vieler Künstler machten (vgl. Jost Hermand/Frank Trommler: Die Kultur der Weimarer Republik), wird schlicht ausgeblendet.

Es gibt noch weitere unbegreifliche Fehler in diesem Buch. So scheiterte die Weimarer Koalition sowohl an der Intransingenz von DVP und SPD, die nicht bereit waren, den sogenannten "Brüning-Kompromiss" in der Frage der Arbeitslosenversicherung zu akzeptieren und nicht nur an einer Seite (hier der DVP, wenn diese auch sicherlich die treibende Kraft war). Die berühmte Kölner Unterredung von Januar 1933 zwischen Papen und Schröder, die "Geburtsstunde des Dritten Reiches" und Papens Rolle zur Machterschleichung Hitlers wird schlicht ignoriert.

Hier kommt noch etwas hinzu: eine kritische Analyse des Faschismus-Begriffes - seine Abgrenzung zum Nationalsozialismus - fehlt völlig. Nun muss man nicht Kühnls "Faschismustheorien" für der Wahrheit letzten Schluss in dieser Debatte halten und mag dessen Theorien kritisch gegenüberstehen. Dass es aber doch auffällig ist, dass überall in Europa gleichzeitig faschistische Bewegungen entstanden und gerade in rückständigen Ländern an die Macht kamen (vgl.: Wolfgang Wippermann: Europäischer Faschismus im Vergleich 1922-1982), darauf müsste doch ein Autor, der ein Standardwerk zum Dritten Reich auf dem neuesten Forschungsstand vorlegen möchte, eingehen. Die - lapidare - Äußerung aus dem Vorwort: "Neuere Historiker...haben erkannt, auf welche Schwierigkeiten es stößt, den italienischen Faschismus, den deutschen Nationalsozialismus und andere, ähnliche Bewegungen der äußersten Rechten in der Zwischenkriegszeit als SPiielarten eines einzelnen, allgemeien Phänomens des Faschismus aufzufassen, sobald man sich auf die soziale Basis oder auf die Weltanschauung dieser Bewegungen konzentriert" kann doch wohl nicht alles sein.

Dem Buch fehlt es außerdem vollkommen an einer chronologischen Struktur, welches gerade die Zielgruppe, den interessierten Leser, völlig verwirren dürfte. Heinrich August Winkler hat in seiner - hervorragenden - Rezension im "Spiegel" 12/2004 völlig zu recht von einem "Stolperweg" gesprochen.

Auch als Einführung hält das Buch - mit Ausnahme von interessanten Aspekten der Mentalitätsgeschichte, etwa der Analyse des Antisemitismus - nicht, was es verspricht. Als Standardwerk sollten weiterhin Bracher, Shirer, Frey und Herbst sowie Thamer: "Verführung und Gewalt" herangezogen werden. Es bleibt zu hoffen, dass die folgenden Bände dem wissenschaftlichen Anspruch, den der Autor in seinem Vorwort aufstellt, besser gerecht werden.

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