Dank meiner persönlichen Arbeit an mir, unabdingbare Voraussetzung für meine langjährige terapeutische Tätigkeit, wusste ich schon seit Längerem, wie bedeutsam und einschneidend der Verlust meiner Zwillingsschwester im sechsten Schwangerschaftsmonat für mich war. Es ist ein Lebensthema, das mich und mein Verhalten stark beeinflusst hat. Von daher war ich sehr erfreut und neugierig, als ich zum ersten Mal ein Buch zum Thema in Händen hielt: "Das Drama im Mutterleib. Der verlorene Zwilling" von Alfred und Bettina Austermann. Und das Buch hält, was es verspricht. Viele meiner Informationen und eigenen Erfahrungen und Beobachtungen bestätigten sich beim Lesen, dazu kamen weitere Aha-Erlebnisse und neue Erkenntnisse. Nach Darstellung der biologischen Ursachen widmet sich das Buch vor allem den verschiedenartigen Auswirkungen auf das Leben für den überlebenden Zwilling: seine Haltung zum Leben, sowie zur Paarbeziehung. In der Reichhaltigkeit der Beobachtungen und erhellende Fallbeispiele zeigt sich die über die Jahre angesammelte Erfahrung der Autoren. Zu guter Letzt weisen sie auf verschiedene Möglichkeiten und Methoden der Heilung für Betroffene hin, ohne "Heilserwartungen" zu wecken. Ich habe das Buch beim Lesen genossen, es ist nah und menschlich geschrieben, und zugleich ein grundlegendes Buch zum Thema. Kritisch möchte ich anmerken, dass das Buch eine Stilkorrektur vertragen könnte, um gewisse Floskeln und Wiederholungen zu vermeiden, vielleicht rechtzeitig vor der nächsten Auflage.