Inhalt:
Auf dem Neutronenstern "Drachenei" läuft das Leben mit millionenfacher Geschwindigkeit ab. Unter extremsten Schwerkraftverhältnissen entwickeln sich die intelligenten Cheela binnen weniger Stunden von Barbaren zu zivilisierten Wesen. Als die Menschen auf sie aufmerksam werden, kommt es zu einer Begegnung besonderer Art.
Nach den ersten 100 Seiten neigt man leicht dazu das Buch zuzuklappen und wegzulegen. Der Anteil Hard SF ist relativ hoch und fordert vom Leser doch ein wenig Stehvermögen. Ich war manchmal richtig verärgert ob der Erklärungen Forwards. Schreibt er nun bewußt im Fachchinesich oder ist er einfach nicht in der Lage die Dinge auch für Nicht-Naturwissenschaftler klar und verständlich zu formulieren.
Nach diesen rund 100 Seiten konzentriert Forward dann das Geschehen fast ausschließlich auf die Entwicklung der Cheela. Und da diese sich in einer recht primitiven Lebensphase befinden, sind harte wissenschaftliche Fakten nur bedingt vonnöten. Ein großes Manko ist allerdings, das Forward sich ab einem bestimmten Punkt der Handlung einfach ausklinkt, soll heißen, das ab diesem Punkt auf die Entwicklung der Cheela nicht mehr eingegangen wird. Zuvor wurde alles in ziemlicher Länge geschildert, wie ihre Welt von den Cheela verstanden wird, die "Völkerwanderung" stattfindet, die Religion entdeckt wird und schließlich wie der Kontakt mit den Menschen an Bord, des den Neutronenstern Drachenei umkreisenden Raumschiffs Drachentöter, hergestellt wird. Dann kommt der Schnitt. Danach sind die Cheela auf einmal in der Lage Raumschiffe zu bauen, haben einen Überlichtantrieb entwickelt und beherrschen die Schwerkraft. Gerade die Entwicklung dieser Fähigkeiten wäre interessant gewesen. Wie haben die Cheela ihre Raumschiffe gebaut? Haben sie eine Schwerindustrie auf ihrem Planeten entwickelt? Selbst die Frage ob sie Elekrizität kennen wird von Forward nicht beantwortet. Aber wie sonst haben sie ihre Weltraumtechnik begründet?
Obwohl mich das Buch, trotz einer wirklich tollen Idee, nicht vom Hocker gerissen hat, muß ich zugeben, das ich an der Fortsetzung -Sternbeben- doch interessiert bin. Es wäre interssant zu erfahren, wie sich die nur 5 mm im Durchmesser breiten und knapp 0,5 mm großen Cheela auf ihrem 20 km durchmessenden Neutronenstern bei rund 67 milliardenfacher (!) Erdschwerkraft und einem Magnetfeld von nahezu 1 Trillionen (!) Gauß weiterentwickeln. Das Szenario rund ums Drachenei ist wirklich so phantastisch und fremdartig das man guten Gewissens das Buch weiterempfehlen kann.
© deval