*Dank der Kunst sehen wir nicht nur eine einzige Welt, nämlich die unsere, sondern eine Vielzahl von Welten; so viele wahre Künstler es gibt, so viele Welten stehen uns offen: eine von der anderen stärker verschieden als jene, die im Universum kreisen, senden sie uns Jahrhunderte noch, nachdem der Fokus erloschen ist, von dem es ausging, ob er nun Rembrandt oder Vermeer hieß, ihr spezifisches Licht.* [ Marcel Proust, 1927 ]
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Zum Inhalt: Jan Vermeer ist einer der außergewöhnlichsten und rätselhaftesten Maler der Kunstgeschichte. Sein Leben ist bis heute im Dunkel geblieben, die Zuschreibung seiner Werke unsicher. Erst 200 Jahre nach seinem Tod wird Vermeer wiederentdeckt, beginnt der Ruhm der *Sphinx von Delft* ins Maßlose zu wachsen.
Daher schlagen die Wellen der Empörung hoch, als man nach 1945 in Holland entdeckt, daß ein Hauptwerk Vermeers in Hermann Görings Privatsammlung gelangt ist. Als Drahtzieher des Verkaufs wird der verkrachte Maler Han van Meegeren verhaftet. Van Meegeren gesteht - doch nicht den Landesverrat, den Ausverkauf nationaler Kulturgüter. Er hat das Bild gefälscht, und mit ihm sechs weitere, erst unlängst "wiedergefundene" Vermeers, mit denen sich die bedeutendsten Museen und Privatsammlungen der Zeit schmücken.
Der nun folgende Prozeß um den Meisterfälscher erschüttert die Kunstwelt in ihren Grundfesten. Wie konnten sich die Experten über Jahre so täuschen lassen? Wie gelang es dem Autodidakten van Meegeren, alle technischen Analysen auszutricksen und seine Mär von einem untypischen "anderen Vermeer" durchzusetzen?
Van Meegeren - bankrott, krank, drogenabhängig - triumphiert. Denn obwohl er mit seinen Fälschungen ein Vermögen verdiente, war sein Ziel vor allem Rache an einer Kunstwelt, die seine eigenen traditionalistischen Bilder belächelte. Der Künstler, der in die Haut eines anderen schlüpfte, um Anerkennung zu finden, wird vom Hochverräter zum Volksheld, vom Opfer der Kritiker zu ihrem Meister. Denn auch nach seinem Geständnis halten viele an der Überzeugung fest, ihr 'van Meegeren' sei in Wahrheit doch ein echter Vermeer ...
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Fazit: Eine wahrlich atemberaubende Rekonstruktion der berühmtesten Fälschergeschichte aller Zeiten, in der alles wahr und nichts erfunden ist.
Diesen Roman muß man einfach lesen !!!
Dem Kunstmann-Verlag sei Dank !
Es grüßt ein beeindruckter - Reinhard Busse