Klaas Huizing beschäftigt sich in seinem zweiten Roman nach seinem großen Erfolg mit dem Buchtrinker nun mit der Philosophie und der wissenschaftlichen Forschung.
Auffallend ähnlich sind die parallelen des exzessiven Lesen, welche auch in diesem Buch kurz angeschnitten werden. Klaas Huizing unterteilt diesmal sein Buch nicht in einzelne „Teppiche" sondern in fünf Sinnabschnitte, die jeweils von einem fliegenden Brief gefolgt werden, welcher die Emotionen der beteiligten Personen schildern und den Gesamtzusammenhang verdeutlichen. Neben Kant sind die Hauptpersonen vor allem sein Freund Hamann und sein Diener Lampe.
Kernstück des Romans ist eine Tonscherbe. Diese soll von dem Siegel stammen, mit welchem Adam im Paradies seinen Pakt mit dem Teufel besiegelt hat, um die Erde kultivieren zu dürfen. Adam beugt sich dabei demjenigen, der Macht über die Erde hat und besiegelt den Pakt. Diese Tonscherbe ist unverwüstlich und ist deshalb von besonderem wissenschaftlichen und mystischen Wert. Hamann bekommt dafür, dass er die Tonscherbe entgegennimmt noch eine größere Menge Geld, was zunächst für Verwunderung sorgen dürfte. Die Möglichkeit, dass auf dieser Tonscherbe eine Art Fluch liegen könnte kann diesen Umstand jedoch eine Erklärung geben.
Diese Buch beschäftigt sich allerdings weniger mit diesem mystischen Fluch, als viel mehr mit den Beziehungen zwischen Kant, Lampe und Hamann. Diese sind ausführlich und interpretationsbedürftig geschrieben. Dieses Buch lässt sich zwar ganz gut lesen, zum vollen Verständnis schlage ich jedoch vor, sich intensiver mit diesem Werk von Klaas Huizing zu beschäftigen (,wie im übrigen auch beim Buchtrinker), um vor allem auch den philosophischen Aspekten gerecht zu werden.
Während der Untersuchungen an der Tonscherbe besuchen die Protagonisten unter anderem den Magnetiseur Mesmer und den Erfinder der Eismaschine Tiberio Cavallo und vielen anderen Prominenten Wissenschaftlern der Epoche. Diese Begegnungen machen das Buch noch interessanter und erhöhen den Lesegenuss.
Am Ende machen die drei „Helden" nach unzähligen Versuchen, die Tonscherbe zu zerstören einen interessanten Versuch mit einer Glasharmonika mit weitreichenden Folgen.....
Insgesamt ein anspruchsvolles aber durchaus unterhaltsames Buch, welches ein wenig Konzentration und Lust am Lesen erfordert.