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Sicherlich ist Lovecrafts Universum ein Tiegel, aus dem sich nachfolgende Writer jahrzehntelang bedient haben. Weg von den üblichen Schreckensgestalten wie Vampiren und Hexen und Werwölfen treten hier Wesenheiten auf, die keinerlei menschlich nachvollziehbare Motivation mehr aufweisen: völlig fremdartige Kreaturen oder Phänomene aus den Tiefen des Universums oder anderen Dimensionen.
Wer erkennte nicht in "Die Farbe aus dem All" die Grundidee zu zahllosen späteren Storys - wie "Das Ding aus einer anderen Welt" oder "Die Körperfresser kommen".
Geniale Horrorideeen - aber HPL macht eines nicht: Er baut keine komplexen Handlungen und Charaktere um seine Idee auf, sondern bleibt im Beschreiben des namenlosen Schreckens. Seine Personen, mit dem Schrecken konfrontiert, bleiben hauptsächlich Berichterstatter des Geschehens. Und eben dies (deshalb ein fehlender Punkt) - ist schade; es mindert die Identifizierung des Lesers mit dem Protagonisten. Die Texte sind deskriptiv, interessant, aber ein Stephen King hätte wohl aus jeder dieser Kurzgeschichten einen Roman gezaubert; vom Stoff her geben es die Ideen nämlich her!
Vielleicht wird einiges dadurch erklärt, dass HPL zu Lebzeiten keineswegs ein 'gelesener' Autor war, sondern sein Dasein in Nischen verbrachte... er veröffentlichte in kaum verbreiteten Magazinen, die natürlich kein anderes Format zuließen.
Schrecken bieten die Storys dennoch allemal... denn der größte Schrecken ist das Nichtverstehen, das Fremde.