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Das Diamantenmädchen
 
 
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Das Diamantenmädchen [Gebundene Ausgabe]

Ewald Arenz
4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Ars Vivendi; Auflage: 1 (12. September 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3869130954
  • ISBN-13: 978-3869130958
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 14,5 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 73.939 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ewald Arenz
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Ihm gelang ein Roman, der wie ein Diamant daherkommt: erst unscheinbar, dann funkelnd wie ein Diamant!« »Am Diamantenmädche n überzeugt das stimmige Lokalkolorit. Die Beschreibungen wirken wie aus Billy Wilders Aufzeichnungen, wie er als junger Reporter zu dieser Zeit in Berlin tätig war. Der Berliner Dialekt ist sparsam verwendet, Milljöh-Ausdrücke stimmen und sind nicht aufgesetzt. Das Buch ist anregend in seinen geschichtlichen Bezügen, gut ausbalanciert und mit leicht melancholischem Happyend - und bestens zu lesen.« Bayerischer Rundfunk (Bayerisches Fernsehen/Bayerischer Rundfunk)

»Liebe, Verrat, Mord, ein Staatsgeheimnis und eine wie könnte es anders sein überraschende Wende am Schluss.« (Nürnberger Nachrichten)

»Was den Roman zu einem Lesevergnügen macht, ist der kenntnisreiche Blick auf das pulsierende Berlin jener Jahre. Die Zeit zwischen den großen Kriegen war prägend Arenz hat den Esprit ebenso wie die Verzweiflung dieser Zeit mit einer Leidenschaft eingefangen, als wäre er dabei gewesen.« (Fürther Nachrichten)

Kurzbeschreibung

Liebe, Tod und das Geheimnis der Diamanten ...

Um Reparationsforderungen der Alliierten zu umgehen, erhält Diamantenschleifer Paul van der Laan von der deutschen Reichsregierung den Geheimauftrag, eine Reihe kostbarer Rohdiamanten für den verdeckten Verkauf auf dem internationalen Markt zu schleifen. Lilli Kornfeld, Journalistin für die Berliner Illustrirte und eng verbundene Freundin seit Kindheitstagen, hat den Kontakt vermittelt. Zu gleicher Zeit wird ein ermordeter Schwarzer auf dem Balkon des Theaters am Nollendorfplatz gefunden neben seiner Leiche liegt ein Rohdiamant. Die Berliner Kommissare Schambacher und Togotzes nehmen die Ermittlungen auf und stoßen schon bald auf das Diamantenmädchen ... Ewald Arenz zeichnet in seinem neuen Kriminal- und Liebesroman in duftig leichten Farben eine Kindheit im wilhelminischen Berlin der Zeppeline, der heilen bürgerlichen Welt des Grunewalds und der Matrosenanzüge. Als Gegenstück entfaltet sich das facettenreiche Bild des betriebsamen, glanzvollen Berlins der 20er-Jahre, das niemals schläft, in dem Politik und Verbrechen eng verflochten sind und das doch gleichzeitig kultureller Mittelpunkt Europas ist.

Die Fotografen brachten sich in Stellung. Die beiden Saaldiener huschten mit hastigen Verbeugungen von einem zum anderen und gaben sich vergeblich Mühe, die Herren zu bitten, den Boden zu schonen: Die großen Holzstative schurrten trotzdem mit ihren Stahlspitzen auf dem Parkett der Halle. Lilli sah den alten Männern in ihren viel zu großen Uniformen mit einem flüchtigen Mitleid zu. Denen steckte noch die alte Zeit in den Knochen, noch vor zehn Jahren hatte man wohl niemanden darauf aufmerksam machen müssen, wie man sich bei solchen Anlässen zu benehmen hatte. Sie hatte schon viel zu oft gesehen, wie nachlässig, überheblich und schnodderig sich die Bildreporter der großen Berliner Zeitungen gerne gaben. Es hatte auch kaum einer von ihnen die Mütze oder den Hut abgenommen, obwohl die Saaldiener mit lächerlich übertriebenen Handzeichen immer wieder vormachten, was die Höflichkeit eigentlich gebot. Auch die meisten ihrer Kollegen hatten den Hut noch auf. Vielleicht lag es einfach daran, dass sie neben Notizblock und Bleistift nicht noch etwas in der Hand halten wollten, aber wahrscheinlich waren es einfach die modernen Tage. Alles hastete, eilte, telefonierte; jeder war so beschäftigt, dass er keine Zeit mehr hatte, den Hut zu ziehen oder auf diese Weise wenigstens so tun konnte, als ob er wichtig sei. Berlin war zu einer Stadt geworden, in der die Uhren nicht mehr gemächlich gingen und gewichtig die Stunden schlugen, sondern nervös tickten und unruhig läuteten. Der Verkehr rauschte Tag und Nacht, die Straßenlaternen brannten bis zum Morgen, irgendein Café hatte immer auf. Es war wunderbar, aufregend, spannend und trotzdem war da etwas von der Gelassenheit des Kaiserreichs verloren gegangen. Lilli musste auf einmal über die Saaldiener lächeln, die so gar nicht aufgeben wollten. Es hatte etwas Rührendes, wie sie nicht wahrhaben wollten, dass Livree, Adel und Etikette nicht mehr galten, dass sie Überbleibsel einer alten, versunkenen Zeit waren. Sie sah sich um. An den Wänden entlang standen einige mit rotem Samt bezogene Stühle, es gab Porträts der großen Außenminister des alten Reichs; allen voran Bismarck, von dem es zwei Gemälde gab. Die hohen Fenster des Auswärtigen Amts standen der kühlen Vormittagsluft offen. Blendend weiß standen schiefe Vierecke auf dem hellen Holzboden. Eine leuchtende Herbstsonne stand an diesem klaren Morgen über der Wilhelmstraße und zeichnete sogar hier im Saal alle Konturen überscharf. Es war wunderbares Wetter, aber kein ideales Licht für Fotos, dachte sie flüchtig, die Fotografen würden dagegen blitzen müssen, und das machte die Konturen hart.


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von BvF
Format:Gebundene Ausgabe
Sie werden mit klingende Namen wie Blue Hope, Grüner Dresdner oder Excelsior Diamant bedacht, sind nicht nur a girls best friend und haben meist eine blutige Geschichte. Durch die Jahrhunderte hindurch sind sie begehrt und manche stürzen ihre Besitzer aufgrund eines auf ihnen lastenden Fluches ins Unglück. Ihre Anziehungskraft mindert das aber in keinem Fall - tatsächlich macht sie dies noch begehrenswerter.

Die als Rohmaterial eher unscheinbar wirkenden Schätze der Natur sollen in Ewald Arenz' wunderbarem Halbkrimi Das Diamantenmädchen dem deutschen Reich sogar aus der Schuldenmisere helfen, die das Land nach dem Ersten Weltkrieg auch aufgrund der immens hohen Reparationszahlungen in große Schwierigkeiten gestürzt hat.

Carl von Schubert, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, weiß, dass meisterhaft geschliffene Diamanten sehr viel mehr Geld erlösen, als Rohdiamanten und nutzt seine Bekanntschaft zu Lilli Kornfeld, einer jungen Journalistin der Berliner Illustrirten um Kontakt zu einem der besten Diamantenschleifer aufzunehmen: Paul van der Laan. Van der Laan ist Lillis Freund aus Kindertagen, Nachbar und erste große Liebe. Zusammen mit Lillis älterem Brüder Wilhelm waren die drei ein untrennbares Kleeblatt - so lange bis der Erste Weltkrieg und seine furchtbaren Auswirkungen das Kleeblatt auseinander reißt ...

Wo Diamanten im Spiel sind, fließt meist auch Blut - auch im Berlin der anfänglichen 1920er Jahre ist das der Lauf der Dinge. Ein Schwarzer wird ermordet aufgefunden. Auf dem Balkon des Theaters am Nollendorfplatz finden die zuständigen Kommissare Schambacher und Togotzes an der Leiche einen kleinen grünen Splitter eines Diamanten, der sie verschiedene Spuren verfolgen lässt ...

Ewald Arenz' Das Diamantenmädchen vereint wieder einmal die großen Stärken des Autors: eine wunderbar poetische Sprache, Einfallsreichtum, absolut gewissenhafte Recherche, Einzigartigkeit, ein unfehlbares Gespür für Dialoge und die wunderbare Ausarbeitung der dadurch entstehenden Atmosphäre.

Als Krimi angelegt zeigt der Roman allerdings weit mehr. Er entführt den Leser in ein genau geschildertes Berlin vor und nach dem ersten Weltkrieg und zeigt damit die Veränderungen der Stadt und vor allem der Menschen, die dort leben. Auswirkungen, die niemand, allen voran die vielen jungen Männer, die sich zuhauf freiwillig gemeldet hatten, um ins Feld zu ziehen, auch nur ansatzweise erahnen konnte. Der Mord an einem Schwarzen, einem früheren Askari, bildet nur den Hintergrund für diese sehr einfühlsam geschilderte Geschichte - für hart gesottene Krimifans mag das nichts sein, für Leser, die gerne etwas mehr Inhalt als nur Mord und Totschlag geboten bekommen, allerdings genau das Richtige.

Das Diamantenmädchen funkelt und strahlt noch lange nachdem die letzte Seite des in einem äußerst eleganten Crèmeton eingeschlagenen und mit einem passenden Cover versehenen Regaljuwels zugeklappt wurde. Nun blitzt es in einer Reihe mit den anderen Regaljuwelen des Autors um die Wette.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Im Berlin der Zwanziger Jahre wird ein "Neger" ermordet. Schambacher und Togotzes, die beiden auf den Fall angesetzten Ermittler der Polizei, finden ihn auf dem Balkon des Theaters am Nollendorfplatz, aber bei dem Toten liegt nicht nur ein kleiner Smaragdanhänger, sondern auch einen ziemlich wertvoller Rohdiamant.

Dann läuft das "Diamantenmädchen", eine junge Berliner Klatschreporterin, den Kommissaren über den Weg, plus ihre Jugendliebe Paul, und der ist nicht nur Diamantenschleifer. Er soll auch - streng geheim! - für die Reichsregierung eine dicke Handvoll Rohdiamanten in weit wertvollere Schmucksteine verwandeln. Ohne dass sie zur Deckung der immensen Schulden, die Deutschland nach dem verlorenen Weltkrieg an Frankreich und England bezahlen muss, von den "Feinden" eingezogen werden können.

Die Zwanziger in Berlin. Hektisches, wildes Leben ein knappes Jahrzehnt nach dem so vernichtend verlorenen Weltkrieg, kurz nach der heftigen Inflation, in der der Brötchenpreis auf Millionen Mark stieg, nach den Hungerwintern der Wirtschaftskrise. Lili Kornfeld hat zwar im Krieg den älteren Bruder verloren, in der Krise das elterliche Haus, aber jetzt will sie leben, die Reichen und Schönen interviewen, Champagner trinken, "Negerbands" hören, tanzen. Und Diamantschleifer Paul, ihrer Kinderliebe, wieder näherkommen. Bis er als Mörder verdächtigt wird ...

"Das Diamantenmädchen" ist ein "luftiger" Roman, sozusagen hingetupft auf den Hintergrund der wilden Berliner Jahre, kurz bevor die Nazis sich an die Macht drängten. Er ist weitgehend unpolitisch, auch wenn sich die Story um den regierungsamtlichen Versuch dreht, Diamanten aus einer ehemals deutschen Kolonie in Afrika an den Gläubigerstaaten vorbeizuschmuggeln. Mit einem "Neger" als Schmuggler.

Interessant für jene, die von einem guten Krimi mehr verlangen als eine einleuchtende Story (die bietet das "Diamantenmädchen" auch!): Autor Ewald Arenz blendet den Krieg, der Europa so total veränderte, in Berlin die rücksichtslose Lebensgier zum Blühen brachte, nicht völlig aus. Immer wieder wird Lili Kornfeld mit den von ihr und den meisten Jungen weitgehend verdrängten Leiden der Soldaten an der Front konfrontiert, muss zur Kenntnis nehmen, wie sehr sie einen Mann verändern, ihn für Jahre prägen konnten. Das gibt dem Krimi die Tiefe, die anspruchsvolle Leser sonst vermissen würden - gerade weil Arenz die Schönheit Berlins, einer jungen Liebe und Lilis Erinnerung an den Frieden so überzeugend wie ausdrucksvoll beschreibt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von SabrinaK1985 TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es war der erste geschliffene Diamant ihres Lebens, und sie sah ihn im Juninachmittags in der wunderbaren Unendlichkeit eines Kindheitssommers. Sie sah die bunten Schatten, die der Diamant auf ihre Handfläche warf: blau wie der weite Himmel dieses Tages. Leuchtend rot wie vor einer Woche, als sie sich zwei Klatschmohnblätter auf die Augen gelegt und durch sie in die Sonne gesehen hatte."

Staatssekretär von Schubert fängt Lilli Kornfeld bei einem Staatsbesuch von Emir Faisal ab um mit ihr ins Gespräch zu kommen. Sie soll einen Kontakt zwischen von Schubert und ihrem Kindheitsfreund Paul an der Laan, einem Diamantschleifer, herstellen. Um Geld an den Alliierten vorbeizuschleusen sollen Rohdiamanten geschliffen und verkauft werden...

Ewald Arenz hat ein literarisches Sahnestück mit seinem Roman "Das Diamantenmädchen" geschaffen - eine Mischung aus historischem und Kriminalroman, sowie Familiendrama und zarte Liebesgeschichte.

Arenz Schreibstil ist einfach nur wunderschön - ich kann es nicht anders beschreiben, als dass man sich Zeit für dieses Buch nehmen muss, jedes einzelne Wort und jede einzelne Zeile gilt es zu entdecken und zu genießen. Wunderschön und detailliert beschreibt Herr Arenz uns, wie sich das Licht in Diamanten bricht, ich hatte dieses wunderbare Farbenspiel teilweise vor Augen.
"Das Diamantenmädchen" erzählt eine blutige Geschichte - blutig wie oftmals die Geschichte der bekanntesten Diamanten der Welt, blutig wie ein Mord und blutig wie der erste Weltkrieg, der noch nicht allzulang vorbei ist, und der zweite, der nicht mehr allzulange auf sich warten lassen wird.

Die Kriminalgeschichte ist in diesem Roman aber eher nebensächlich, obwohl sich durch diesen Mord Kommissar Schambacher und Lilli Kornfeld kennenlernen, zwei Menschen die sich zueinander hingezogen fühlen und aus zwei Handlungssträngen einen flechten. Für mich steht eigentlich die Familien- und Liebesgeschichte im Vordergrund. Lilli und Paul kennen sich von Kindesbeinen an, denn Paul und Wilhelm, Lillis Bruder, waren ihr Leben lang beste Freunde, bis sie an der Front voneinander getrennt wurden und Paul alleine heimkehrte.
Viele Rückblenden lassen uns an der fröhlichen und unbeschwerten Kindheit der Drei teilhaben. Sie helfen uns Lillis Gefühle nachzuvollziehen und lassen sie auch viel authentischer auf den Leser wirken. Eine wunderschöne, tragische Geschichte, die uns leider auch aufzeigt, was der Krieg aus den Menschen gemacht hat, das niemals mehr alles so sein wird wie zuvor...
Mehr möchte ich euch auch gar nicht erzählen, dieses Buch ist etwas das ihr selbst erleben, spüren und genießen müsst!

Ein wunderschönes Stück Literatur, das Freunden von historischen Kriminalromanen eine wundervolle Lesezeit bereiten wird - aber auch alle anderen Liebhaber schöner Worte sollten sich dieses Buch nicht durch die Lappen gehen lassen!
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